MdB Dr. Anton Hofreiter zu Gast in Kaufbeuren

"Auf eigene Stärken besinnen"

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Standen Rede und Antwort: Die Grünen Mandatsträger MdB Dr. Anton Hofreiter (Mitte) und MdL Ulli Leiner (re.).

Kaufbeuren – „Eine Stadt in ländlicher Region sollte sich erst einmal auf seine eigenen Stärken und Möglichkeiten besinnen“, so MdB Dr. Anton Hofreiter von BN90/DIE GRÜNEN bei einem Gespräch in Kaufbeuren.

Zusammen mit seinem Parteikollegen und MdL Ulli Leiner äußerte er sich zu aktuellen Themen auf Bundes- und Landesebene und nahm auch Stellung zu lokalen Feldern der Politik. 

Bei einem Zwischenstopp auf den Weg zum politischen Aschermittwoch der Grünen in Sulzberg im Oberallgäu konnten die Kreistagsmitglieder der Grünen, Clara Knestel und Hubert Endhardt, Hofreiter und Leiner im Büro von MdEP Barbara Lochbihler in Kaufbeuren begrüßen. „Eine Stadt oder Region sollte nicht danach suchen, was 50 oder 100 Kilometer entfernt ist, sondern sich an den eigenen Fähigkeiten orientieren“, so der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag. 

Tourismus als Schwerpunkt wäre eine Möglichkeit. Aber auch die Attraktivität für Familien mit Kindern und einem guten ÖPNV sowie kurze Wege zu Geschäften und Apotheken für ältere Menschen könnten wichtige Größen sein. Ein weltweiter Faktor sei jedoch die praktizierte Toleranz. „In intoleranter Umgebung wandern kreative Unternehmen ab“, sagte Hofreiter. 

In der ländlichen Entwicklung sieht der promovierte Botaniker Chancen in einer modernen Landwirtschaft mit regionaler Direktvermarktung von Milch, Käse und Fleisch. Auch im Energiebereich müsse man sich überlegen, was man will: „Per Import fossile Energie bei totalitären Staaten kaufen – die damit Kriege und Terrorismus finanzieren – oder selbst produzierte regenerative Energie mit Mehrwert vor Ort!“ 

Für Hubert Endhardt stellt der momentane Flächenverbrauch von 18 Hektar pro Tag durch die Ausweisung von Baugebieten und Verkehrsflächen ein großes Problem dar. Bezogen auf die Fläche des Forggensees wäre dieser in knapp 90 Tagen zugebaut. Lösungsmöglichkeiten sieht MdL Ulli Leiner in einer „innerörtlichen Verdichtung“, das heißt, die bessere Ausnutzung von Flächen in Ortskernen. „Man wird nicht auf Null zurückfahren können, aber reduzieren muss man schon alleine für die Landwirtschaft“, so der Landwirt aus Sulzberg. 

Ein „Riesenproblem“ sieht er in der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum, welches nur durch Systemänderungen mit den Kassen und Definition neuer Versorgungs- gebiete gelöst werden könne. Weiterhin sieht er Kaufbeuren in der „Metropolregion München“ nicht als attraktive Wohn-Alternative für Pendler mit dem Münchner Raum als Arbeitsplatz. „Wohnungsbau ja, aber nur in Kombination mit Arbeitsplätzen, um die Kaufbeurer hier zu halten“, so das Credo des Landtagsabgeordneten. von Wolfgang Becker

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