Gratis-Parkzeit wird nicht verlängert

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Zwei Stunden kostenfreies Parken in der Marktoberdorfer Innenstadt muss reichen. Das entschied kürzlich der Bauausschuss.

Marktoberdorf – Uups – die Parkzeit ist überschritten und das Knöllchen prangt schon von weitem sichtbar an der Windschutzscheibe. Ärgerlich, wollte man doch nur „kurz“ einige Besorgungen erledigen. Momente wie diese ereignen sich überall in Deutschland, auch in Marktoberdorf, der einzigen Stadt im Umkreis, in der zwei Stunden lang kostenlos geparkt werden darf.

Direkt vor dem Geschäft, Parkscheibe genügt. „Ein Alleinstellungsmerkmal“, wie Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell betont. Jetzt hat die Bayernpartei noch eins draufsetzen wollen und auf Wunsch vieler, meist älterer Bürger beantragt, diese Gratis-Parkzeit in einem ausgewiesenen Bereich in der Stadtmitte auf drei Stunden zu verlängern. 

„Vor allem ältere Personen, die regelmäßig in der Stadt verweilen, sich zu Tanz oder Gesang verabreden, haben den Wunsch nach einer Ausweitung der Parkzeit geäußert“, erklärte Wolfgang Schuster (Bayernpartei) im Bauausschuss. Auch Arztbesuche nähmen oftmals mehr als zwei Stunden in Anspruch, was eine Überschreitung der erlaubten Parkdauer mit sich brächte. Die Gefahr eines Strafzettels inklusive. Das seien zwar verständliche Gründe, urteilte das Gremium. Dennoch sprachen sich zwölf Ausschussmitglieder – und damit alle außer Wolfgang Schuster – gegen eine Verlängerung der Parkzeit aus. 

Die Gründe für eine so deutliche Ablehnung des Vorstoßes wurden mehrfach vorgetragen: Unterschiedliche Parkzeiten im Stadtgebiet könnten zu Verwirrung führen, warf beispielsweise Stefan Elmer (SPD) ein. Eine drei-Stunden-Regelung könnte Dauerparker anlocken, die dann wiederum wertvolle Parkflächen für den Innenstadtbesucher blockierten. „Die Verlängerung hilft dem älteren Verkehrsteilnehmer nicht, wenn er gar keinen Parkplatz mehr findet, auf dem er sein Auto abstellen kann“, sagte Georg Martin (Grüne). 

Einen Kompromiss strebte womöglich Verkehrsreferent Franz Barnsteiner (Freie Wähler) an, als er vorschlug, statt in der Meichelbeckstraße Parkplätze mit einer dreistündigen Verweildauer in der Kemptener Straße einzurichten. Einen Antrag hierzu stellte er jedoch nicht. Auch Werner Moll (Stadtteile aktiv) konnte sich zwar eine Ausweitung der Parkdauer in der Nachbarschaft von Arztpraxen wie in der östlichen Georg-Fischer-Straße vorstellen. Den Antrag der Bayernpartei lehnte er dennoch ab, da er die Fluktuation in der Innenstadt gefährdet sah. 

Insgesamt wog das Argument, die Innenstadt durch langes und gar dauerhaftes Parken zu blockieren, schwer. „In zwei Stunden lässt sich noch immer alles erledigen“, sagte Eugen Kögel (CSU). Und der Parkplatz würde dann für den nächsten frei. Andreas Wachter (CSU) stellte klar, dass es zumindest in der Rathaus-Tiefgarage die Möglichkeit gebe, vier Stunden lang zu parken. 

Schummeln gilt nicht 

Übrigens: Die Parkscheibe einfach Vordrehen, gilt nicht. Stadtrat und Polizist Stefan Elmer (SPD) machte deutlich, dass das Weiterdrehen der Parkscheibe nach abgelaufener Zeit verboten sei und geahndet würde. Verlängern können Autofahrer die Parkzeit nur, indem sie ihren Wagen einmal um den Block fahren oder umparken.

von Angelika Hirschberg

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