Straßenbeleuchtung zuerst

Kaufbeuren: Antrag der Freien Wähler vom Bauausschuss zurückgestellt

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Mehrheitlich entschied sich der Ausschuss vorrangig für eine Umrüstung der Straßenbeleuchtung anstatt der Sportstättenstrahler.

Kaufbeuren – Ein Antrag der Freien Wähler von Anfang des Jahres auf Umrüstung der Flutlichtanlagen in den von der Stadt betriebenen zehn Sportplätzen auf LED-Technologie fand keine Mehrheit im Bauausschuss.

Trotz Nutzung möglicher Förderprogramme und Reduzierung des CO2–Ausstoßes hat sich nach einer Untersuchung durch die Verwaltung ergeben, dass der berechnete Mitteleinsatz von etwa 410.000 Euro für alle Sportplätze für eine klimagerechte Umrüstung der Straßenbeleuchtung effizienter wäre. Die Verwaltung schlug daher eine Zurückstellung des Antrages bis nach Umrüstung der gesamten Straßenbeleuchtung vor.

Die Freien Wähler hatten ihren Antrag damit begründet, dass seit dem 1. Januar 2020 keine herkömmlichen Flutlichtanlagen betrieben werden dürften. Eine Umrüstung auf LED-Technik (Licht Emittierende Dioden) führe zu einer Reduzierung um 60 bis 70 Prozent des CO2-Ausstoßes und wirke zudem der Lichtverschmutzung entgegen.

Energieeffizienz

Eingangs erläuterte Helge Carl seitens der Stadt, dass eine Pflicht zur Umrüstung nicht bestehe, er bezeichnete die Umrüstung aller Anlagen aber grundsätzlich als möglich. Die Verwaltung hatte für die 55 Lichtmasten mit insgesamt 92 Strahlern und typischer Betriebs­zeit einen Stromverbrauch von rund 90.000 KWh mit Kosten von etwa 13.500 Euro errechnet. Jedoch trete bei den erforderlichen Investitionen für die Umrüstung in Höhe von 410.000 Euro mit Reduzierung um 7,8 Tonnen CO2-Ausstoß und Einsparung von jährlich 2.500 Euro Stromkosten die Amortisation erst nach 123 Jahren ein. Bei Einsatz der gleichen Finanzmittel für 1360 Leuchten der Straßenbeleuchtung wäre aufgrund der deutlich höheren Betriebsstunden eine Einsparung von jährlich 218.000 KWh – entsprechend 45.000 Euro Stromkosten – und 103,4 Tonnen CO2-Ausstoß jährlich möglich. Bereits jetzt würden pro Jahr etwa 250 Leuchtpunkte der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik umgerüstet, deren Anteil sich aktuell auf 36 Prozent belaufe.

Verteidigung

Dr. Ulrike Höhne-Wachter („das dauert ja noch Jahre bis nach Umrüstung der Straßenbeleuchtung“) und Bernadette Glückmann (FW) („man könnte doch im Zusammenhang mit der Straßenumrüstung die Stadien koppeln“) verteidigten ihren Antrag. Gerhard Bucher (CSU) sah die Straßenbeleuchtung als vorrangig, da man nicht wisse, wie die Nutzung der Stadien weitergehe. Auch Catrin Riedl (SPD) („Zug um Zug gemäß Vorschlag der Verwaltung umsetzen“) und Ulrike Seifert (Grüne) sahen dies so: „Der Sicherheitsbedarf von vielen Nutzern auf Straßen und Wegen ist zunächst wichtiger.“ Gegen die Stimmen der Freien Wähler wurde der Antrag auf Umrüstung zurückgestellt.

Wolfgang Becker

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