Archäologen entdecken Eckturm der mittelalterlichen Klosterummauerung in Irsee

Jetzt drei Bauphasen gesichert

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Die halbrunde Mauerstruktur.

Irsee – Seit 2013 ergraben Archäologen der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) unter der Projektleitung von Prof. Dr. Bernd Päffgen die Überreste alter Wirtschaftsgebäude von Kloster Irsee. In der diesjährigen, von Dr. Hanns Dietrich vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege/Bodendenkmalpflege begleiteten Sommerkampagne wurden der Verlauf und der Aufbau der Klostermauer in die Tiefe weiterverfolgt. Jetzt ist beim Baggeraushub eine zur Klostermauer schräg verlaufende Mauerstruktur auffällig geworden.

Beim Tiefergehen innerhalb der Außenmauer kam eine halb­runde Mauerstruktur zu Tage. Es handelt sich dabei um einen rundlichen Eckturm der älteren mittelalterlichen Klosterummauerung, der unterhalb der später entstandenen, heute noch stehenden Klostermauer weiterlaufen könnte. Die Tuffquader des sogenannten „Schalenturms“, ein über die Mauerflucht vorspringender Turm, der zum Klosterinneren geöffnet gewesen ist und folglich nur aus drei Seiten bestand, wurden abgebrochen und für den Neubau der darüber liegenden Klostermauer benutzt. Nur noch das Fundament des Turms ist übriggeblieben. Mit diesem Befund steht den Archäologen zwar nur ein relativ kleiner Teil der mittelalterlichen Klosterumrandung zur Verfügung. Doch allein mit diesem Ausschnitt sind drei Bauphasen der Klostermauer sichergestellt.

Zur Datierung gibt die historische Ansicht Irsees in einem Kupferstich von Karl Stengels „Monasteriologia“ aus dem Jahre 1619 einen Anhaltspunkt. Hier sind in der rechten Bildhälfte entlang der Mauer zwei vortretende, die Mauerkrone überragende Schalentürme abgebildet, die mit Schießscharten versehen sind. Dies verdeutlicht, dass die mittelalterliche Ummauerung mindestens bis ins frühe 17. Jahrhundert gestanden haben muss.

Im Zuge der Plünderung und der Belagerung der Schweden im Dreißigjährigen Krieg scheint die Klostermauer Schaden genommen zu haben und ist dann Ende des 17./Anfang des 18. Jahrhunderts im Laufe von Renovierungsarbeiten am restlichen Kloster zu der Mauer aufgebaut worden, deren Verlauf heute noch sichtbar ist.

Die weitere Auswertung der Grabungskampagnen übernimmt Marie-Kirstin Ehegartner, Doktorandin von Professor Päffgen am Vor und Frühgeschichtlichen und Provinzialrömischen Instituts der LMU München.

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