Kinokritik: "Arlo & Spot"

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Arlo und Spot erleben das Abenteuer ihres Lebens.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein Astroideneinschlag vor 65 Millionen Jahren die Dinosaurier ausrottete. Peter Sohn, Animator der Pixar Animations Studios, zeigt mit seinem farbenfrohen Animationsfilm „Arlo & Spot“, was passiert wäre, wenn der Komet die Erde verfehlt hätte.

Inhalt 

Da die Erde nie von einem Asteroiden getroffen wurde, bevölkern die Dinosaurier den ganzen Planeten. Auch ein glückliches Apatosauruspaar bewirtschaftet das Land und gründet eine Familie. Aus ihren drei Eiern schlüpfen die mutigen Geschwister Libby, Buck und der ängstliche Nachzügler Arlo. Nach dem schmerzlichen Verlust des Vaters, trauert die Familie. Als Arlo während der Verfolgung eines Menschenjungen ins Wasser fällt und von dem Strom fortgespült wird, muss er alleine in der Wildnis überleben. In der Not schließt er Freundschaft mit dem Menschenjungen, den er Spot tauft. Gemeinsam überwinden sie ihre Ängste und finden den Weg zurück nach Hause.

Rezension 

Der 16. Animationsfilm von Disney und Pixar entwirft, unter der Regie von Peter Sohn, die Evolution neu. In sehr naturalistischen Kulissen, die der Region der Rocky Mountains nachempfunden sind, leben die Dinosaurier als intelligente Spezies. Wie Farmer bewirtschaften sie das Land, um Nahrung anzubauen, oder züchten Rinder, um ihre Familien zu ernähren, während die wilden Menschen als Schädlingsplage erscheinen.

Im Fokus der tierischen Coming-of-Age-Geschichte steht der ängstliche Dinosaurier-Junge Arlo, der stets versucht, seiner Familie gerecht zu werden. Als er nach dem Tod seines Vaters versehentlich auch von dem Rest seiner Familie getrennt wird, muss er seine Angst überwinden. An seiner Seite folgt ihm Menschenjunge Spot, treu ergeben wie ein Hundewelpe.

Die Freundschaft zwischen dem Dinosaurierer und dem Menschen festigt sich in der von Charakterdesigner Daniel Lopez Munoz („Merida“, „Ice Age 2“) mit viel Liebe zum Detail animierten Landschaft. Während der Reise zurück nach Hause treffen die Freunde auf verschiedene Dinosaurier, die ihnen nicht immer wohl gesonnen sind. Während Arlo mit seinem schmalen Körperbau und den viel zu großen Zähnen und Füßen das Kindchenschema erfüllt und putzig anzusehen ist, werden die übrigen Dinosaurier imposanter dargestellt.

Der Zuschauer trifft auf chaotische Gesellen der Zeit, lernt aber auch gefährliche Flugsaurier kennen, die binnen kürzester Zeit kuschelige Tierchen verschlingen. Die amüsante Vertauschung der Eigenschaften von Mensch und Tier fördert einen gelungenen Perspektivwechsel zu Tage, der immer wieder zum Lachen anregt. In die überwiegend humorvollen und actionreichen Szenen mischen sich auch ernste Sequenzen, die emotional beladen und für Kinder und Erwachsene gleichermaßen nachvollziehbar gestaltet sind. Wenn Arlo und Spot über den Verlust ihrer Väter weinen, steigen auch dem Zuschauer die Tränen in die Augen. Der Film greift unterschwellig elementare Fragen über das Leben auf, die auf kindliche Weise bebildert werden.

Aufgrund der lebensgefährlichen Situationen, in die Arlo gerät, und die teils gefährlich erscheinenden Weggenossen, eignet sich „Arlo & Spot“ nicht unbedingt für die ganz kleinen Kinobesucher. Kinder ab sechs Jahren werden bei dem kunterbunten Animationsspaß ebenso viel Spaß haben, wie die erwachsenen Begleiter. Disney und Pixar haben einen sehr unterhaltsamen, actionreichen und gleichzeitig rührenden Film über Freundschaft, Verlust, Überwindung der Angst und das Erwachsenwerden geschaffen. Kleine und große Zuschauer können sich an aberwitzigen Dinosauriern und einem kleinen Wildfang erfreuen, die ein unglaubliches Abenteuer erleben.

von Sandy Kolbuch

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