Politischer Ascherdonnerstag der Freien Wähler in Frankenried

"Liebe Bürger, habt den Mut!"

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Die Redner beim poltischen Ascherdonnerstag der Freien Wähler: Bernhard Pohl (v. li.), Johanna Hofbauer, Armin Holderried und Susen Knabner (von links).

Frankenried – Orange Veilchen auf den Tischen, überall orange Windräder, dazwischen allerlei Flyer mit diversen Wahlversprechen. Bereits die Dekoration im Saal des Landgasthofes zum Goldenen Schwanen in Frankenried ließ eindeutig auf die Freien Wähler schließen.

Zum dritten Mal veranstaltete die Partei hier ihren politischen Ascherdonnerstag. Die Redner Armin Holderried, Susen Knabner, Johanna Hofbauer und Bernhard Pohl vermittelten vor allem eine Botschaft: Die Menschen sollen einstehen für ihre Meinungen und ihre Überzeugungen.

Eröffnet wurde das vielseitige Programm mit dem Bayrischen Defiliermarsch, gespielt von der Blasmusik Mauerstetten, die den ganzen Abend für die musikalische Umrahmung sorgte. Moderatorin Ingrid Zasche begrüßte die Gäste und brachte jedes Mal aufs Neue charmant auf den Punkt, was die gewählten Redner besonders auszeichnet.

Erster Bürgermeister Armin Holderried der Gemeinde Mauerstetten entschuldigte sich zunächst für sein schwarzes Hemd auf einer Veranstaltung der Freien Wähler. Wenigstens trage er keinen Dreitagebart, fügte er hinzu und verwies so auf Ministerpräsident Markus Söder beim politischen Aschermittwoch der CSU in Passau. In seiner Rede thematisierte er vor allem aktuelle regionale Ereignisse und Probleme. Kernpunkte waren zum Einen der Bau der Dreifachsporthalle und eines Feuerwehrhauses in Mauerstetten oder die Generalsanierung der Mittelschule Germaringen, zum Anderen sprach Holderried über die Fragen, die mit der wachsenden Bürgerzahl einhergehen. Zuletzt wandte er sich direkt an Landtagsabgeordneten Bernhard Pohl: „Wo bleibt die Gerechtigkeit?“, fragte Holderrieder im Bezug auf die heiß diskutierten Straßenerschließungsbeiträge.

Susen Knabner, Mitglied des Landesvorstand der Freien Wähler Bayern, stellvertretende Bezirksvorsitzende der Freien Wähler Schwaben und Kreisvorsitzende der Freien Wähler Ostallgäu, machte sich das Rahmenthema Kinderfasching zu eigen. Sie brachte klar zum Ausdruck, was sie vom Verbot von Indianerkostümen halte: „Der Gedanke von Minderheiten und Mehrheiten stört mich gerade ungemein in unserer Politik. Jeder hat irgendeine Eigenschaft, die ihn von der großen Gruppe absetzt. Diese Ansammlung von Minderheiten zeichnet Bayern, Deutschland, Europa und die ganze Welt aus.“, erklärte Knabner und erntete hierfür Beifall. Gleichzeitig rief sie dazu auf, Mut zu zeigen. Als Beispiel nannte sie die Freien Wähler, die sich getraut hatten, in die bayrische Staatsregierung zu gehen, trotz der Gefahr „vom großen Löwen gefressen zu werden“. „Viele Menschen besitzen Unmut, aber sie sind nicht mutig. Habt doch den Arsch in der Hose und sagt, ich bin dafür oder dagegen“, appellierte Knabner an Bürger und Politiker.

Nach den eindringlichen Worten wählte Johanna Hofbauer als Mitglied des Bezirkstags und etablierte Mundartkabarettistin einen ganz anderen Weg, um ihre politische Meinung kundzutun. Sie präsentierte ihre Beobachtungen zu Bezirks- und Landtagswahl in Gedichtform, „gnadenlos und zwerchfellerschütternd im schönsten Allgäuerisch“, um es mit den Worten von Zasche zu sagen. „Doch bloß schwätza und regiera bringt o nix, ma braucht scho Hiera“, erklärte sie und gab anschließend Auszüge aus ihrem kabarettistischen Programm zum Besten.

Als letzter Redner kam Landtagsabgeordneter Bernhard Pohl zu Wort. Er resümierte über die ersten Monate in der Landesregierung, nicht ohne dabei auch dementsprechend auszuteilen. Beim Thema Straßenerschließungsbeiträge äußerte Pohl deutlich seinen Unmut über Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse und dessen Politik. Auch das letzte Volksbegehren und den Brexit sprach er an. Im Hintergrund schwang aber immer eine klare Meinung mit: „Wir müssen vor Ort Probleme lösen und dürfen nicht auf eine göttliche Eingebung und schon gar nicht auf die Weltpolitik hoffen. Verantwortungsvolle Politik heißt, Probleme zu erkennen, Probleme zu lösen, immer zusammen mit den Bürgern.“

Von Agnes Reißner

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