Asphalt und Beton

Rechts, hinter der Einfahrt des jetzt frei nutzbaren Parkhauses, die umstrittenen Parkplätze vor dem Gasthaus Burger. Die Neuplanung der Bahnhofstraße hatte hier eine Grünfläche vorgesehen. Foto: Bauer

Wie kaum ein anderes Thema ist die Parkplatzsituation in Marktoberdorf in vielen Stadtrat- und Ausschusssitzungen Gegenstand der Beratungen. Am Montagabend ging es um die Parkbucht auf Höhe des Gasthauses Burger, die nach Meinung der CSU-Fraktion ohne Aussprache im Stadtrat bei der Neuplanung der Bahnhofstraße „einfach wegrationalisiert“ worden sei.

„Die eigenmächtige Streich-ung der Parkplätze wird die CSU Fraktion nicht hinnehmen.“ Mit dieser Aussage wandte sich der CSU-Fraktionsvorsitzende Markus Singer schriftlich an Bürgermeister und Räte und machte damit dieses Thema zum Tagesordnungspunkt bei der Sitzung des Bau-, Verkehrs- und Werkausschusses am Montagabend. Bezüglich der Sinnhaftigkeit des Erhaltes dieser Parkflächen kommt Stadtbaumeister Peter Münsch zu völlig anderen Ergebnissen. Auf der Grundlage umfangreicher Verkehrserhebungen hätten die Verkehrsplaner Lang und Burkardt festgestellt, dass die Stellplätze in der Innenstadt „gut ausreichend“ seien. Zu absoluten Spitzenzeiten würden nur 215 der 310 zu Verfügung stehenden Parkplätze genutzt. Zwar würden es nach Abschluss der Baumaßnahmen in der Bahnhofstraße keine öffentlichen Parkplätze mehr entlang der Fahrbahn geben, aber allein der Park an Ride Platz am Bahnhof biete mindestens 50 Abstellmöglich- keiten. Außerdem habe, mit Blick auf die Attraktivität der Kernstadt, die Durchgrünung eine hohe Priorität. Bertram Mooser vom gleichnamigen Planungsbüro wies zudem darauf hin, dass die geforderten Parkplätze, sollte es an Stellplätzen mangeln, auch später ohne finanziellen Mehraufwand realisiert werden könnten. Einfach übergangen Damit wollte sich Markus Singer nicht zufrieden geben. Erstens handele es sich bei der Bedarfsberechnung um ein Rechenmodell, das nicht den tatsächlichen Bedürfnissen gerecht werde und zweitens störe ihn der Ton und der Umgang miteinander, denn die Stadt habe die Einlassungen von Stadträten bei der zweiten Planung der Bahnhofstraße einfach übergangen. Clara Knestel (Grüne) zeigte sich überrascht, dass dieser Vorschlag gemacht wurde, außerdem sei sie enttäuscht über die Asphalt- und Betonpiste, die im Zuge der Bahnhofstraße entstehe. Auch Jutta Jandl (SPD) sprach sich gegen die durch die CSU geforderten Parkplätze aus, zumal die Möglichkeit der späteren Realisierung ja offen bleibe. Sowohl Peter Grotz (FW), als auch Franz Barnsteiner (FW) argumentierten für den Erhalt der Burger-Stellplätze, denn die gegenüber gelegenen Parkplätze des Aldi-Marktes seien, trotz des bisher großzügigen Verhaltens der Marktleitung, keine Zukunftslösung. Eugen Kögel (CSU) forderte die Entscheidung nicht weg zu schieben, sondern den Erhalt gleich zu beschließen. Mit zehn gegen zwei Stimmen votierte der Ausschuss schließlich für die 40000 Euro Baumaßnahme, die den Haushalt 2011 belasten wird.

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