30 Asylbewerber leben in Buchloe – Helfer wollen sich besser vernetzen

"Kaum Probleme mit Asyl"

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Karl Geiger von der Ausländerbehörde zeigt Behördenvertretern und Mitarbeitern sozialer Organisationen die Wohnmodule für die 30 Asylbewerber am Stadtrand von Buchloe.

Buchloe – Für Buchloe sind Asylbewerber noch etwas Neues – jedoch nimmt der Strom an Asylbewerbern insgesamt zu. „Neuerdings sind es Tschetschenen, die vermehrt nach Deutschland kommen“, sagt Karl Geiger von der Ausländerbehörde im Landratsamt Ostallgäu.

Die 30 Asylbewerber, die derzeit in speziellen Unterkünften in Buchloe leben, kommen fast ausschließlich aus Syrien, Afghanistan und Pakistan. Sie haben häufig Schlimmes erlebt und sollen sich in Buchloe wohl fühlen – ein Grund mehr, sich mit dem Thema zu beschäftigen und über Integration und Migration zu reden. Es gibt viele Menschen, die den Buchloer Asylbewerbern helfen, beruflich aber auch privat. Aber: Viele dieser Helfer kennen sich gegenseitig überhaupt nicht. 

So war es ein „Who is who“ von Behörden und sozialen Organisationen, die sich auf Einladung der türkisch-islamischen „Ditib“-Gemeinde in Buchloe in der dortigen Moschee trafen. Ziel war es, die Vernetzung aller betroffenen Behörden und Institutionen zu verbessern. Später fand eine Besichtigung der Asylbewerber-Unterkünfte statt. 

Gastgeber Cengiz Tekin konnte zahlreiche interessierte Besucher, unter anderem Vertreter von Caritas, Agentur für Arbeit, Landratsamt, Ausländerbehörde und Volkshochschule begrüßen. Landrat Johann Fleschhut zeigte sich erfreut über das Engagement der Buchloer und gab zu bedenken, „dass gerade die Welle syrischer Asylanten uns daran erinnert, wie nahe wir an der Weltpolitik sind“. Fleschhut erläuterte, dass das Ziel der Integration in kleinen Gemeinden viel schwieriger zu verwirklichen sei, als in größeren Kommunen oder Städten. „Buchloe ist vorbildlich“, resümierte der Landrat. 

Das liegt jedoch nicht zuletzt am Engagement von einzelnen Personen und Vereinen. Heike Krautloher, Gleichstellungsbeauftragte beim Landratsamt Ostallgäu, steht für das Projekt der Vernetzung zwischen den beteiligten Behörden und Institutionen. Sie hat unter anderem eine Liste der beteiligten Behörden und Institutionen mit Ansprechpartnern und Aufgabenbereichen zusammengestellt. In Buchloe kümmern sich nicht nur Caritas und Migrationsfachleute um die Asylbewerber, sondern auch ein Verein, der sich „Freundeskreis Asyl“ nennt. Edith Bier hat sich seit der Errichtung und Belegung der Wohnmodule im Januar dieses Jahres der 30 jungen Männer angenommen. „Die Begegnung ist wichtig“, sagt sie und hat in Buchloe unter dem Dach der evangelischen Kirche regelmäßige Begegnungen organisiert. 

Dass einige der Asylbewerber inzwischen sogar schon leidlich gut Deutsch sprechen, ist auch Mitstreiterin Paulina Hesse-Hoffmann zu verdanken. Die gebürtige Chilenin veranstaltet an der VHS einen Kurs „Deutsch für Asylanten“. Doch bei aller Hilfsbereitschaft stoßen Edith Bier und Paulina Hesse-Hoffmann auch an die Grenzen ihrer fachlichen Qualifikation, wenn es beispielsweise um komplizierte Rechtsfragen geht. 

"Freundlich und sauber" 

Untergebracht sind die Asylbewerber in „Wohnmodulen“ – der Volksmund sagt dazu schlicht Container – am Rand der Stadt, im Industriegebiet Buchloe Nord-West. Zum Programm in Buchloe gehörten auch die Besichtigung der Wohncontainer. Das Interesse war groß. Landrat Johann Fleschhut, Landtagsabgeordnete Angelika Schorer und Buchloes Bürgermeisterin Irmgard Ablasser fanden freundliche und aufgeschlossene Menschen in absolut sauberen Wohncontainern vor. Diesen Eindruck konnte Karl Geiger von der Ausländerbehörde im Landratsamt nur bestätigen. „Es gibt keine Probleme“, stellte er gegenüber dem Kreisboten fest: „Eher streiten sich die Asylbewerber noch darum, wer die sauberste Küche und die saubersten Toiletten vorweisen kann“, so Geiger. Für kleinere Streitigkeiten haben die Asylbewerber Streitschlichter gewählt. Zu den 15 Wohnmodulen, die jeweils mit zwei Personen belegt sind, gehören zwei Küchencontainer, zwei Toilettenmodule, Waschräume und jeweils ein Büro- und ein Lagerraum. Zusätzlich gibt es einen Container mit sechs Waschmaschinen. 

Gegenwärtig sind 30 Asylbewerber in Buchloe untergebracht, im gesamten Landkreis Ostallgäu sind es etwa 200. Auch die islamische Gemeinde will sich an der Integration der Asylbewerber mit kleinen Aktionen beteiligen. Cengiz Tekin, Vorsitzender des Vereins Türkisch-Islamische Gemeinde Buchloe e.V. lud die Asylbewerber zu einem Fußball-Freundschaftsturnier am 30. Juni ein.von Siegfried Spörer

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