Ein Beruf als Chance

37 Flüchtlinge vermittelt

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In zahlreichen Sprach- und Alphabetisierungskursen wird die Basis für eine erfolgreiche berufliche Integration für Flüchtlinge gelegt.

Ostallgäu – 37 anerkannte Flüchtlinge im Ostallgäu konnten bis Oktober 2016 in eine sozialversicherungspflichtige Arbeit vermittelt werden, wie Franziska Albrecht vom Jobcenter Ostallgäu dem Kreistag in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr vortrug.

Die Leiterin des Fachbereichs „Vermittlung“ berichtete umfassend von den Maßnahmen des Jobcenters, anerkannte Flüchtlinge im Landkreis in Bildung und Beruf zu integrieren. Von diesen 37 erfolgreich in ein Beschäftigungsverhältnis gestarteten Flüchtlingen waren die meisten im Hotel- und Gaststättengewerbe und in Baubetrieben untergekommen, so Albrecht.

Die Integration von Asylsuchenden in Beruf und Ausbildung sei 2016 das beherrschende Thema gewesen, sagte Landrätin Maria Rita Zinnecker vor den Kreisräten. „Während andere Landkreise noch mit der Not der Unterbringung zu kämpfen hatten, haben wir uns schon 2015 mit der Berufsintegration beschäftigt“, so die Landrätin. Und sie verwies auf erste Gespräche mit Unternehmensvertretern und Verbänden im Dezember 2015. Momentan sind es rund 550 Menschen zwischen 15 und 65 Jahren mit Fluchthintergrund und einem Bleiberecht von drei Jahren (also anerkannte Flüchtlinge im erwerbsfähigen Alter), die im Ostallgäu vom Jobcenter betreut werden. Sie stammen zum Großteil aus Syrien (468 Personen), aus Eritrea (50 Personen), aus Afghanistan (30 Personen), aus Somalia (fünf Personen) und anderen Ländern (sechs Personen). Die meisten von ihnen befinden sich in Integrations- und Sprachkursen, 64 absolvieren an den Berufsschulen ihr Berufsintegrationsjahr.

Albrecht berichtete insgesamt von einer hohen Motivation der Leistungsbezieher mit Fluchthintergrund, zu lernen und in Arbeit zu kommen. Aus den entsprechenden Berufsschulklassen seien ihr keine Abbrecher bekannt, sagte sie, wobei sie sich auf die vom Jobcenter betreuten anerkannten Flüchtlinge bezog. Insgesamt leben im Landkreis momentan 1626 Flüchtlinge, neben den anerkannten Geflüchteten solche mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus und solche, über deren Asylgesuch noch nicht entschieden wurde. Es gibt insgesamt neun Berufsintegrationsklassen, in Marktoberdorf (drei) und in der Außenstelle Biessenhofen (sechs).

Neben der hohen Motivation hob die Abteilungsleiterin auch das teilweise gute Bildungsniveau, die junge Altersstruktur der geflüchteten Menschen sowie den florierenden Arbeitsmarkt hervor. Allerdings stünde man oft genug auch vor Herausforderungen. Schwierig sei, die Qualifikation und den Bildungsstand der einzelnen Personen zu erfassen und einzuordnen. Probleme böte auch oftmals die Wohnungssituation, denn in Gemeinschaftsunterkünften ließe sich nicht gut lernen, oder die ländliche Struktur, die Abgelegenheit vieler Unterkünfte von Bildungsmaßnahmen oder Ausbildungsbetrieben.

Außerdem sei die Betreuung von Flüchtlingen sehr intensiv: fast jedes Schreiben müsse noch einmal persönlich besprochen werden, viele hätten unrealistische Berufswünsche oder seien ungeduldig. Das Jobcenter hat daher 2016 seine Mitarbeiterschaft um acht Personen auf 41 Mitarbeiter aufgestockt. Diese acht kümmerten sich ausschließlich um die Belange (Leistungen und Vermittlung) von Menschen mit Fluchthintergrund.

Der Ausblick auf 2017 fiel sowohl von Seiten des Jobcenters als auch von Seiten der Landrätin positiv aus. Zinnecker bestätigte, dass die berufliche Integration auch im kommenden Jahr ein Schwerpunkt sei. In ihren Abschlussworten appellierte sie an das Gremium: „Für Populismus und das Schüren von Ängsten ist im Ostallgäu kein Platz!“

von Angelika Hirschberg

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