Kaufbeuren muss Platz für bis zu 300 Asylbewerber vorhalten

Notfallplan für den Winter

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In diesem ehemaligen Bürogebäude soll bis zum Jahresende eine Unterkunft für 33 Asylbewerber entstehen.

Kaufbeuren – Mit einem dreistufigen „Winternotfallplan“ will die Bayerische Staatsregierung gerüstet sein, um auch bei widrigen Witterungsbedingungen zusätzlich bis zu 30000 Flüchtlinge in Bayern aufnehmen zu können. Für Kaufbeuren als kreisfreie Stadt bedeutet dies, bis zum 3. November Möglichkeiten zu schaffen, um bis zu 300 Personen vorübergehend unterzubringen.

Diese Forderung stellt die Stadt vor große Probleme, wie OB Stefan Bosse in der jüngsten Stadtratssitzung verkündete. Der Plan sieht laut Bosse vor, dass bis Anfang November alle 96 Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern eine beheizbare Notfall-Unterkunft benennen, in der bis zu 300 Personen mehrere Wochen untergebracht werden können. Ebenfalls sichergestellt werden müsse die Verpflegung sowie die medizinische Versorgung. In einer zweiten Stufe sollen die Landkreise und kreisfreien Städte zudem Grundstücke benennen, die innerhalb kurzer Frist mit einem Container-Lager beziehungsweise Zelten bebaut werden können. 

Während die Not-Unterkünfte nur für wenige Tage gedacht sind, soll hier bei Bedarf eine Unterbringung von Flüchtlingen für zwei bis drei Monate möglich sein. In einer dritten Stufe sollen auf kommunaler Ebene feste „Temporärbauten“ geplant werden, die bei anhaltendem Bedarf binnen weniger Wochen aufgebaut werden könnten, so Bosse. Dort könne eine Unterbringung von Flüchtlingen auch über mehrere Jahre erfolgen, erklärte das Stadtoberhaupt. So zumindest die Theorie. Die Umsetzung diese dreistufigen Notfallplans stellt die Stadt Kaufbeuren hingegen vor große Probleme, wie OB Bosse in der Sitzung betonte. 

Als mögliche Optionen für die Unterkünfte sieht er Stadthallen (Anm. d. Red. Gablonzer Haus, Stadtsaal) oder Turnhallen, ohne dass dies für Kaufbeuren schon näher geprüft wurde. Doch er stellte fest: „Viel Fantasie habe ich da nicht mehr.“ Zudem müssten Feldbetten gekauft werden, um dem anhaltenden Zustrom von Asylbewerbern zu bewältigen. Auch dieses werde die Verwaltung jetzt prüfen. Aktuell sind 47 Personen in einer zentralen Einrichtung der Regierung von Schwaben in der Wilhelm-Rappold-Straße untergebracht und 115 weitere dezentral auf aktuell fünf Einrichtungen im Stadtgebiet aufgeteilt. 

Info-Veranstaltungen 

Um die Bürger über das Thema „Asyl“ zu informieren lädt die Stadt zu zwei Bürgerversammlungen ein: Diese finden am Donnerstag, den 27. November im Gablonzer Haus und am Montag, den 8. Dezember im Stadtsaal jeweils um 19.30 Uhr statt. Hier soll die aktuelle Situation der Stadt dargestellt und auch über die Leistungen, die Asylbewerber erhalten, informiert werden. Fragen und Anträge können gestellt und Ideen eingebracht werden. von Martina Staudinger und Kai Lorenz

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