Die Polizei äußert sich zu dem Vorfall

Schule trifft Vorsichtsmaßnahmen nach Vorfall

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Zwei Kinder der Sankt-Martin Grundschule sind außerhalb des Schulgeländes belästigt worden. Die Schule (auf dem Bild der angeschlossene Kindergarten) schließt daher vorsichtshalber ihre Türen während der Betreuungszeiten.

Marktoberdorf – Geschlossene Türen in Sankt-Martin Grundschule und Kinderhort. Seit Mittwoch vergangener Woche müssen auch Musikschüler, die dort ihrem Unterricht nachgehen, klingeln, um eingelassen zu werden. Auf Nachfrage beim Einrichtungspersonal heißt es, dies sei nur vorübergehend. Erklärung Fehlanzeige.

Zwar sind viele Schulen im Stadtgebiet während der Unterrichtszeiten geschlossen, an der Sankt-Martin Grundschule mit regem Hol- und Bringverkehr war das aber bisher nicht so. Die Erläuterung liefert ein Brief an die Eltern, der auf facebook seit Ende vergangener Woche kursiert – und mit ihm die Gerüchte. 

In diesem Brief informiert die Schulleitung offen über einen Vorfall, der zwei Schüler der Schule – allerdings außerhalb des Schulgeländes – betraf. „Zwei Kinder, die unsere Einrichtungen besuchen, hatten in den letzten Wochen außerhalb von Schule und Hort mehrmals Kontakt zu einem fremden Mann, dessen Verhalten sie als unüblich und nicht in Ordnung empfanden“, heißt es in dem Schreiben, das ausdrücklich betont, dass jedoch kein sexueller Missbrauch stattgefunden habe. 

Die Eltern informierten die Polizei, die mit dem Mann ein Gespräch gesucht habe, wie es weiter heißt. Der Mann reagierte offenkundig ausfällig, wütend und flüchtete, woraufhin die Polizei die Schule zu oben genannten Sicherheitsvorkehrungen, nämlich den geschlossenen Türen aufforderte. Später wurde der Mann im Stadtgebiet festgenommen, sein Wohnort sei verlegt worden. 

Mit ihrem Brief an die Eltern reagierte die Schulleitung besonnen. Man möchte genau hinschauen, nicht überreagieren, sagt Schulleiter Jörg Schneider auf Nachfrage des Kreisboten. Dennoch fordert der Brief die Eltern auf, ihre Kinder darauf hinzuweisen, „sich nicht mit fremden Personen einzulassen.“ 

Das Schreiben sei eng mit der Stadt Marktoberdorf, den Schulen der Stadt, dem Schulamt sowie mit der Polizeidirektion Marktoberdorf abgestimmt, wie Schneider ausführt. Mehr wolle er zu dem Vorfall nicht sagen, mahnt, den Ball flach zu halten. 

Polizei äußert sich zu Vorfall 

Bei der fremden Person handelt es sich um einen Asylbewerber. Dies geht zwar aus dem Schreiben der Schule nicht hervor, wurde dem Kreisboten aber vonseiten der Polizei sowie von der Schulleitung bestätigt. Auf Nachfrage unserer Zeitung am Montag reagierte das Polizeipräsidium Schwaben dann auch mit einer Mitteilung, die den Fall offiziell erhellte. 

Bereits am 3. Oktober seien zwei Mädchen im Alter von sechs und sieben Jahren beim Sammeln von Kastanien von einem unbekannten Mann angesprochen worden und nach Hause zu den Eltern begleitet worden. Wie die Polizei nun im Nachhinein mitteilt, offenbarten die Kinder in einem späteren Gespräch ihren Eltern, dass sie der Unbekannte umarmt und jeweils die Wange geküsst habe. Ermittlungen ergaben nun, dass es sich bei dem Mann um einen 31-jährigen Asylbewerber aus Pakistan handelt. 

Die Eltern eines der Mädchen erstatteten Anzeige gegen den Mann, der dafür kein Verständnis hatte und der Familie deshalb verbal drohte. Nach Unterrichtung der Ausländerbehörde wurde der 31-Jährige vorsorglich in eine andere Gemeinschaftsunterkunft verlegt.

von Angelika Hirschberg

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