Kinotipp: "Passengers"

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Jim (Chris Pratt) und Aurora (Jennifer Lawrence): Gemeinsam durch das Weltall.

Durch ferne Galaxien zu reisen und fremde Planeten zu entdecken, ist ein Wunschtraum, der fest mit der Kinoleinwand verwurzelt ist. Mit „Star Trek“ und „Star Wars“ wurde das Genre der Science Fiction geprägt. Immer wieder starten Filme, die das Mysterium des Weltraums in den Fokus stellen. Zumeist befinden sich die Astronauten in ihren Raumschiffen auf einer Mission, die von außerirdischen Lebensformen vereitelt werden. Doch gelegentlich gibt es auch Filme, die abgrenzen und neue Perspektiven eröffnen. „Passengers“ von Morten Tyldum ist ein solcher Film, der mit nur vier Darstellern eine ergreifende Geschichte erzählt und zugleich die bekannten Aspekte der Sci-Fi aufgreift.

Inhalt

In einer fernen Zukunft befindet sich die Menschheit auf der Suche nach einem neuen Planeten um darauf zu leben. 5000 freiwillige Passagiere haben sich gemeldet, um den 120 Menschenjahre entfernten Planeten zu erkunden. Während das Raumschiff per Autopilot mit den im Kälteschlaf befindlichen Passagieren durch das Weltall fliegt, kommt es zu einem unerwarteten Zwischenfall. Die Schlafkammer von Jim (Chris Pratt) öffnet sich durch einen technischen Defekt. Jim erwacht und findet sich alleine an Bord des Raumschiffes wieder. Nur der Android Arthur (Michael Sheen) dient ihm zur Unterhaltung. Doch dann öffnet sich auch Auroras (Jennifer Lawrence) Schlafkammer viel zu früh. Zu zweit erkunden sie das Raumschiff und erkennen ihre Lage, aus der es kein Entkommen gibt.

Rezension

In malerischen Bildern wird das Szenario im Weltall eingefangen, das für die anschließenden Geschehnisse im Raumschiff verantwortlich ist. Die greifbare Stille löst sich nach wenigen Minuten auf, wenn Jim zum Leben erwacht. Als einziger wacher Mensch erkundet er das Raumschiff und erkennt alsbald, dass sein Zustand nur die Folge eines ungeahnten Zwischenfalls ist. Chris Pratt, der bereits in „Guardians of the Galaxy“ Erfahrungen mit dem Weltall sammeln konnte, schultert die Handlung über weite Strecken alleine. Nur Michael Sheen („Masters of Sex“), der humorvoll den Androiden Arthur verkörpert, dient ihm zur Unterhaltung. 

Pratt nimmt den Zuschauer durch sein Schauspiel gefangen. Gemeinsam mit ihm fühlt man sich in den Weiten des Weltalls verloren. Zwischen Hoffnung und Panik versucht er, einen Ausweg aus der brisanten Situation zu finden. Sein daraus resultierendes Handeln gewinnt an Format. Der Zuschauer freut sich mit ihm, wenn seine größte Not der Verzweiflung durch das Erwachen von Aurora, stark gespielt von Jennifer Lawrence („Die Tribute von Panem“), gestillt wird. Gemeinsam ertragen die zwei Hauptfiguren ihr Schicksal, bis sie durch eine grausame Gewissheit entzweit werden. Die seichte Romanze schildert sich in nahezu malerischen Bildern, die die Schönheit des futuristischen Fluggeräts einfängt.

Obwohl der Film ruhigere Töne als erwartet anschlägt, kommen Sci-Fi-Fans auf ihre Kosten. Das Design der Sets und deren Ausstattung ist schlichtweg atemberaubend. Neben detailreichen Gimmicks an Technik und Effekten lassen sich viele raffinierte Elemente entdecken. Darüber hinaus wird immer wieder ein Blick in das Weltall geworfen, das schier unendlich scheint und sich mit perfektionierter Klarheit offenbart. Der 3D-Effekt tut sein Übriges, um den Look noch brillanter in Szene zu setzen. 

Jennifer Lawrence und Chris Pratt harmonieren als Paar, das Höhen und Tiefen zu meistern lernt und sich dennoch Freiheiten bewahrt. Dass die Handlung über weite Strecken nur durch die beiden Darsteller getragen wird, tut der Begeisterung keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil, da die ruhige Grundstimmung durch ihre Emotionen untermalt wird. Trotz der Dramatik der Situation und der aufgezwungenen Zweisamkeit kommt der Humor nicht zu kurz. Vor allem Michael Sheen glänzt als Roboter, der für scheinbar jedes Problem die richtige Lösung kennt und durch seinen unstillbaren Optimismus die Rolle des Buddys einnimmt. 

Der gekonnte Mix aus Science Fiction, Romanze, Drama und Actionkomödie unterhält von der ersten bis zur letzten Minute und verwöhnt zudem mit opu­lenten Bildern.

von Sandy Kolbuch

Zum Film:

Originaltitel: Passengers

Land: USA

FSK: 12

Regie: Morten Tyldum

Darsteller: Jennifer Lawrence, Chris Pratt, Michael Sheen, Laurence Fishburne u.a.

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