"Auch Wut im Bauch"

Der Oberbürgermeister überreichte Pfarrer Martin Rehner als Erinnerung einen Bildband der Stadt. Foto: Frisch

Im Rahmen eines Festgottesdienstes verabschiedete die evangelische Gemeinde der Kaufbeurer Dreifaltigkeitskirche am vergangenen Sonntag Pfarrer Martin Rehner. Der gebürtige Siebenbürger hatte sich in den vergangenen Jahren schwerpunktmäßig in der Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinde engagiert. Rehner wechselt in die schwäbische Gemeinde Aufhausen am Rand des Ries. Er freue sich auf seine neue Aufgabe und auf die neue Gemeinde, erklärte er bei einer Rede auf der Abschiedsfeier nach dem Gottesdienst.

Zudem plane Pfarrer Rehner, die Zukunft in Aufhausen mit einer neuen Partnerin zu verbringen. Eigentlich habe er keine öffentliche Verabschiedung gewollt, es sei nun aber doch anders gekommen. Kritische Worte Dass in den elf Jahren während Rehners Amt in Kaufbeuren anscheinend nicht immer alles glatt gelaufen ist, wurde während der Rede deutlich. Er danke allen ehemaligen Mitarbeitern für ihre Unterstützung. „Es ist schön, dass viele hier mich nicht fallen lassen!“ Er habe aber auch „eine gehörige Portion Wut im Bauch, die eigentlich nicht an einen solchen Ort gehört!“ Abschließend merkte er an, es sei besser, vielleicht „weniger übereinander zu reden als lieber miteinander“. Näher wollte der Pfarrer darauf aber nicht eingehen. Nicht immer leicht Günter Kamleiter, Vertrauensmann der Dreifaltigkeitskirche, sagte dazu: „Im Boot dieser Gemeinde ist es nicht immer leicht“. Er danke Rehner für seinen vielfältigen Einsatz, erinnerte sich aber auch an „hitzige Debatten“ über Themen wie das Kinderabendmahl oder das Kaufbeurer Kriegerdenkmal. Gerne denke er an eine Gruppenfahrt nach Rehners Heimat in Rumänien mit Rehner zurück. „Diese Reise hat sicher dazu beigetragen, dass wir dich, lieber Martin, besser verstehen können“. Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse betonte in seiner Ansprache, man könne einen Kaufbeurer Pfarrer nach so vielen Jahren „nicht einfach gehen lassen“. Er habe die Predigten Rehners immer als sehr „würdevoll und passend“ erlebt. Als Erinnerung überreichte der Rathauschef Rehner einen Bildband über die Stadt Kaufbeuren. Pfarrerkollege Thomas Kretschmar gab dem zu Verabschiedenden ein Ringbuch mit den Unterschriften der Gottesdienstteilnehmer und Erinnerungen aus der gemeinsamen Zeit mit auf den Weg. Ganz weg, so Rehner, sei er ja noch nicht: „Auch aus Aufhausen werde ich sicher das eine oder andere aus Kaufbeuren per E-Mail beantworten oder erledigen können. Es können also alle beruhigt sein, die noch etwas von mir erwarten: es kommt!"

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