Kontakt zu Covid-19-Erkranktem festgestellt

Coronavirus: Auch der Marktoberdorfer Bürgermeister muss zuhause bleiben

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Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell befindet sich in häuslicher Quarantäne.

Marktoberdorf – Als am Montag das Gesundheitsamt insgesamt elf Mitarbeiter der Stadtverwaltung, darunter den Ersten Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell und mehrere Abteilungsleiter in häusliche Quarantäne schickte, bebte es wohl kurz auf den Rathausfluren. Hintergrund war die Erkrankung eines 43-jährigen Mannes aus Marktoberdorf, der positiv auf das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) getestet wurde. Inzwischen ist klar, der Test bei Bürgermeister Hell fiel negativ aus.

Gemeinsam mit dem Erkrankten, so Dr. Wolfgang Hell gegenüber dem Kreisbote, hätten er und weitere Kollegen aus dem Rathaus vergangene Woche an einer längeren Besprechung teilgenommen. Das Gesundheitsamt entschied daher, die Besprechungsteilnehmer als Kontaktpersonen des Infizierten einzuordnen und vorsorglich für zwei Wochen nach Hause zu schicken.

Der Corona-Test bei Hell ist unterdessen negativ ausgefallen. Dennoch muss er noch weiter zu Hause in Quarantäne verbleiben, da die Inkubationszeit von 14 Tagen abgewartet werden muss.

Es gehe ihm gesundheitlich gut, beschied der Bürgermeister aus dem häuslichen Exil. Er sei symptomfrei und erwarte nun das für den heutigen Mittwoch angekündigte Testergebnis. Als Vorsichtsmaßnahme gegenüber seiner Familie habe er sich sofort in einem getrennten Wohnbereich des Hauses zurückgezogen. Allerdings, betont der Bürgermeister, gelte er als Kontaktperson noch lange nicht als erkrankt. Das werde erst das Testergebnis zeigen. In jedem Fall jedoch müsse und werde er vorsorglich 14 Tage zuhause bleiben.

Das fällt ihm sichtlich schwer, denn wohl fühlt sich der Rathauschef in der Quarantäne nicht: „Ich bin zur Untätigkeit verdammt“, sagt er und trotz Telefon ist es gewiss, dass er dabei nicht lächelt. Außerdem treibe ihn die Sorge um seine Mitarbeiter und das Funktionieren der Stadtverwaltung um. „Es ist ganz klar eine Krisensituation“, sagt das Stadtoberhaupt, das seine Arbeit so gut wie möglich ins Home-Office verlegt hat. Im Rathaus hält derweil Wolfgang Hannig als Zweiter Bürgermeister die Stellung.

Der eigene Wahlkampf dagegen ist für Dr. Wolfgang Hell, der am kommenden Sonntag erneut für das Bürgermeisteramt in Marktoberdorf kandidiert, in den Hintergrund gerückt. „Alles andere wäre in der jetzigen Situation widersinnig.“ Auch der Wahlabend im Rathaus und die vermeintliche Wahlparty werden für Hell wohl ins Wasser fallen. Doch das kümmert den 59-Jährigen vorerst wenig, „ein Luxusproblem“ nennt er es gar. Viel wichtiger ist ihm, dass die Kommunalwahl angemessen stattfinden kann. Zum Glück sei die für den Wahlablauf verantwortliche Abteilungsleiterin nicht von der Quarantäne betroffen. „Wir tun, was wir können, dass alles in gewohnten Bahnen läuft.“ 

von Angelika Hirschberg

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