Mit der Sicherheitswacht unterwegs

„Auf Streife“ in Buchloe

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Der Kreisbote begleitet die Buchloer Sicherheitswacht auf ihrer Streife. Günther und Helga Schuster sind jederzeit Ansprechpartner für die Buchloer Bevölkerung.

Buchloe – Der Wetterbericht sieht gut aus. Mit 8 Grad plus ist es zwar für Anfang Februar zu warm, aber es ist kein Regen zu erwarten. Erfreulich für Günther Schuster und seine Frau Helga. Beide erscheinen pünktlich um 17.30 Uhr zu ihrem Dienst in der Polizei-Inspektion Buchloe. Zwei Stunden Streifendienst zu Fuß liegen vor ihnen. Sie sind ehrenamtliche Mitarbeiter der Sicherheitswacht. Der Kreisbote hat sie auf einem ihrer abendlichen „Streifenzüge“ durch die Stadt begleitet.

Sicherheitswacht – das sind keine Polizeibeamte, sondern Bürger, die die Polizei unterstützen und Präsenz auf den Straßen zeigen. Sie haben keine polizeilichen Befugnisse, obwohl sie uniformähnliche Bekleidung tragen. Für die Buchloer Polizei sind sie schon alleine durch ihre Präsenz eine große Hilfe, betonte der stellvertretende Inspektionsleiter Markus Dösinger.

Auf der Polizeiwache holen sich die Sicherheitswachtler ein Funkgerät und die „Erste-Hilfe-Ausrüstung“ ab. Der wachhabende Polizist hat wenig Zeit für sie, denn irgendwo im Umland gab es Ärger mit einer Person, die Kinder angesprochen hat. Die Kommunikation mit dem Streifenwagen vor Ort nimmt seine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. Dementsprechend kurz ist die Begrüßung. Man kennt sich aber, alles ist Routine. Günther Schuster trägt sich in die Anwesenheitsliste ein. Das war‘s. Der Streifengang kann beginnen.

„Radl-Verleih“

Schon 100 Meter hinter dem Polizeigebäude gibt es den ersten Kontakt. Ein Anwohner erkundigt sich bei Günther Schuster, ob sein geklautes Fahrrad wieder aufgetaucht sei. War es leider nicht. „Wir haben aber schon Fahrräder wiedergefunden“, erzählt Günther Schuster, als wir auf die Bahnhofstraße einbiegen. Manchmal würden sich einige Zeitgenossen Fahrräder „ausleihen“ und am Bahnhof abstellen.

Ein paar Regentropfen gibt es trotz anderslautender Wettervorhersage dann doch. Helga Schuster setzt ihre Mütze auf. Die Bahnhofsstraße ist an diesem Abend wenig belebt. Einzig ein Radfahrer auf dem Bürgersteig erregt die Aufmerksamkeit von Günther Schuster. Freundlich spricht er den Mann an. Der zeigt sich einsichtig und setzt seine Fahrt dann auch auf der Straße fort. Radfahren auf dem Bürgersteig kann gefährlich sein, wenn plötzlich eine Person aus einem Geschäft oder einem Hauseingang auf die Straße tritt, begründet Schuster sein Eingreifen. „Da gab es schon Unfälle“.

Die Autos auf den Kurzparkstreifen an der Bahnhofsstraße interessieren die Schusters nicht. „Wir schreiben keine Autofahrer wegen Überschreitung der Parkzeit auf“. Lediglich auf die Behindertenparkplätze haben sie ein Auge. „Dann sagen wir unverzüglich über Funk der Wache Bescheid.“

Immer wieder werden die beiden Sicherheitswachtler von Anwohnern freundlich begrüßt. Oft schließt sich ein kurzes Schwätzchen an. Wie es den Kindern geht und natürlich ist das Wetter fast immer ein Thema. Man kennt Familie Schuster in Buchloe und man schätzt ihren ehrenamtlichen Job. Nicht umsonst ist Bayern Spitzenreiter bei der inneren Sicherheit auch Dank des ehrenamtlichen Engagements der Schusters und ihrer fünf Buchloer Kolleginnen und Kollegen.

Keine Hilfssheriffs

Von der Diskussion über die Einführung einer Sicherheitswacht in Landsberg haben beide schon gehört. „Für diesen Job braucht man Menschen, die sich nicht als Hilfssheriffs aufführen. Wir in Buchloe sind Ansprechpartner für die Bevölkerung.“ Die Schusters fühlen sich eher als Bindeglied zwischen Polizei und Bevölkerung. „Wir zeigen Präsenz und sind Ansprechpartner.“

Das wird deutlich, als wir den Bahnhof durch den Tunnel verlassen und Richtung V-Markt unterwegs sind. Lautstark unterhalten sich ein paar Jugendliche auf der anderen Straßenseite. Sie sind vom Jugendheim nach Hause unterwegs. Kein Problem, solange sie nur laut sind, sagt Helga Schuster und ignoriert das Geschrei. „Natürlich haben wir ein wachsames Auge, wenn Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz vorliegen könnten.“ Rauchen oder Schnapskonsum von unter 18-Jährigen wird von ihnen nicht toleriert. Welche Maßnahmen aber man dann treffen müsse, hänge von der Situation ab, betont Günther Schuster. In der dunklen Jahreszeit tritt das Problem aber nie auf, denn dann feiern die Jugendlichen statt unter der Gennachbrücke lieber im Warmen. So liegt dann auch der Schwerpunkt ihrer Streife auf den Wohngebieten. Die Schusters bauen darauf, dass sie durch ihre Präsenz potentiellen Einbrechern das Leben erschweren können.

„Gefährliche Begegnungen habe ich noch nicht gehabt und ich bin seit dem Start im Jahre 2012 dabei“. Natürlich werde man an Fasching oder bei Ereignissen, wo viel Alkohol getrunken werde, auch mal „blöd angemacht“, verrät Schuster. „Da muss man drüber stehen“. Insgesamt zieht Günther Schuster ein absolut positives Fazit für Buchloe. „Das ist ein friedliches Dorf“, meint er lachend.

Nach zwei Stunden treffen wir wieder auf der Polizei-Inspektion ein. Dort ist gerade Schichtwechsel. „Keine besonderen Vorkommnisse“, trägt Günther Schuster in das Formular ein und gibt Funkgerät und „Erste-Hilfe-­Ausrüstung“ wieder ab. Dann bleibt noch Zeit für eine kleine Unterhaltung.

von Siegfried Spörer

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