„Stadt der Chancen“

Eva Lettenbauer zu Gast in Kaufbeuren: Aufbruchstimmung bei den Grünen

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Neue Ideen mutig umsetzen will OB-Kandidat Oliver Schill zusammen mit dem Green Team für den Kaufbeurer Stadtrat. Zu Gast beim diesjährigen Neujahrsempfang war die Grünen-Landesvorsitzende Eva Lettenbauer.

Kaufbeuren – Dass die Stimmen vor allem junger Menschen in der Stadt gehört und ernst genommen werden, wünschte sich Ehrengast Eva Lettenbauer als Landesvorsitzende der Grünen in Bayern beim Neujahrsempfang der Grünen im Kolping-Bildungszentrum in Kaufbeuren. Auch Grünen-Stadtrat Oliver Schill sprach sich für einen Kaufbeurer Stadtrat aus, in dem „Ideen, Engagement und Kreativität willkommen sind“.

Die Veranstaltung war neben grünen Parteifreunden mit zahlreichen Vertretern aus Vereinen und Verbänden sowie Parteien wie den Freien Wählern, der SPD und den Piraten gut besucht.

Eva Lettenbauer ist seit Oktober 2019 neue Parteivorsitzende der Grünen in Bayern und mit 27 Jahren die jüngste, die es bei den bayerischen Grünen je gab. Die Wahlen im März sieht sie als „große Chance für den Klimaschutz, für lebendige Orte und für die Teilhabe und das Miteinander aller Menschen, die im Ort leben.“ Zu mehr Bürgerbeteiligung für die gemeinsame Gestaltung solcher „Lieblingsorte“ und vereintem Engagement in Sachen Klima- und Naturschutz rief Lettenbauer in ihrer Ansprache auf. „Wir müssen vor Ort alles tun, um das Ziel einer klimaneutralen Kommune zu erreichen, den Artenschutz nach vorne zu bringen und Artenvielfalt aufblühen zu lassen“. Statt nur darüber zu reden, müsse endlich etwas geschehen, um diese Ziele umzusetzen, so die Grünen-Landesvorsitzende.

Zu Gast beim diesjährigen Neujahrsempfang war die Grünen-Landesvorsitzende Eva Lettenbauer.

Kritik an Billig-Wahn und Flächenverbrauch

Auch davon, immer billiger produzieren zu wollen, „müssen wir uns verabschieden – unsere Lebensmittel sollten es uns wert sein“, machte Lettenbauer auf das Verbraucherverhalten aufmerksam. Eine weitere dringende Angelegenheit sei die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum; der Flächenverbrauch müsse eingedämmt werden. Gute Angebote im öffentlichen Personennahverkehr sollen außerdem dazu beitragen, dass mehr Menschen auf Bus und Co. umsteigen. Damit sich der Umstieg lohnt, sei eine gute Taktung und eine attraktive Preisgestaltung nötig. Handlungsbedarf sah Lettenbauer auch in puncto Lohngerechtigkeit: Gerechte Bezahlung forderte Lettenbauer hier vor allem für Menschen, die im sozialen Bereich arbeiten. Außerdem wünschte sie sich mehr Frauen in Führungspositionen und politischen Ämtern, die ihre Perspektive einbringen: „Wählt Frauen!“, so der Appell der Landesvorsitzenden.

Stimme der Jugend

Als Herzensangelegenheit nannte die junge Parteivorsitzende auch verstärkte Jugendbeteiligung und die Bildung von Stadtparlamenten, Jugend-AGs und ähnlichem. Junge Leute sollten häufiger gehört und ihre Ideen und Anliegen in den Parlamenten widergespiegelt werden. „Wir müssen die jungen Menschen nicht nur befragen und sie anhören, sondern ihre Ideen auch umsetzen“, sagte Lettenbauer. Nur wenn die Bürger der Stadt von Anfang an gemeinsam diskutieren, können sie laut Grünen-Landesvorsitzender Dinge anstoßen und einen Lieblingsort schaffen, „an dem man sich wohlfühlt und an dem miteinander gelebt wird“.

Stadtrat als Ort für Ideen

Beim Neujahrsempfang stellte OB-Kandidat Oliver Schill die grünen Stadtrat-Kandidatinnen und Kandidaten vor und hob die vielfältigen Kompetenzen seiner Mitstreiter hervor – sie alle verbinde die Lust, Kaufbeuren mit Mut und Zuversicht aktiv weiterzuentwickeln. Gemeinsam mit seinem Team will Schill eine politische Kehrtwende einläuten und aus dem Stadtrat einen Ort machen, „an dem Ideen Gehör finden und vorangebracht werden“. Es könne kein „Weiter so“, keinen „Entscheidungsautomatismus“ mehr geben. „Wir möchten einen Aufbruch – das große Potenzial unserer Stadt muss genutzt werden, um aus Kaufbeuren eine Stadt der Chancen zu machen“, teilte Schill die gemeinsame Vision in seiner emotionalen Ansprache.

von Mahi Kola

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