Kaufbeurer "Arbeitskreis Verkehr" kämpft ums Überleben

Auflösung verschoben

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Bauabschnitt 4 in Neugablonz: Auch im AK Verkehr stießen die Pläne teilweise auf Widerspruch.

Kaufbeuren – Jeder möchte gerne eine sinnvolle und bürgernahe Verkehrspolitik in seiner Stadt. Doch dafür braucht es auch Bürger und Mandatsträger, die sich aktiv beteiligen, appellieren die Mitglieder des AK Verkehr. Wegen der geringen Teilnehmerzahlen steht das Gremium kurz vor der Auflösung.

Die Teilnehmerzahl bei der letzten Sitzung der „Lokalen Agenda 21 Arbeitskreis Verkehr“ (AK) hielt sich nicht nur in Grenzen, sie konnte als durchaus dürftig bezeichnet werden. Daran änderte sich auch nichts durch die Anwesenheit von Helge Carl, dem neuen Leiter im Bau- und Umweltreferat. Denn mit gerade einmal vier aktiven Teilnehmern vom AK Verkehr bestätigte sich nach den Worten von Ralf Nahm als Sprecher der seit langem erkennbare Schwund im AK mangels Interesse in der Bürgerschaft. 

Und das, obwohl die Gruppe auf eine durchaus erfolgreiche Arbeit zurückblicken kann. Die zunächst anvisierte Auflösung wurde nach intensiver Aussprache allerdings nicht vollzogen. Auf der von Nahm vorgestellten Tagesordnung gab es nur zwei Punkte. 

Zunächst stellte der Sprecher den Umbau der Kreuzung am Neuen Markt in Neugablonz anhand eines aktuellen Planes vor. Dem als Bauabschnitt 4 bezeichneten Projekt war am gleichen Tag ein Ortstermin vorausgegangen. Der Termin war aufgrund der Erörterung des BA 4 in der letzten Sitzung des Bauausschuss beschlossen worden (wir berichteten). Auch in diesem Kreis entwickelte sich eine Diskussion über das Vorhaben. Bernhard Kuisle als Vorstandsmitglied des örtlichen ADFC beurteilte die vorgestellte Lösung für Radfahrer mit Haltezonen an den Ampeln zwar grundsätzlich positiv, wies jedoch darauf hin, dass im Fließverkehr durchaus kritische Situationen entstehen könnten. 

Alte Lösung 

Manfred Simon, der sich selbst als „langjährigen Bürger von Neugablonz“ bezeichnete, konnte sich mit der vorgestellten Lösung in keiner Weise anfreunden. Er verwies auf eine schon 2009 vorgestellte Lösung in Form eines sogenannten Minikreisels, der nach seiner Auffassung durchaus hätte verwirklicht werden können. Die in den letzten Jahren an mehreren Stellen im Stadtgebiet entstandenen kleineren und größeren Kreisel seien außerdem ein Beleg für die Vorteile derartiger Lösungen an Kreuzungen. 

Auflösung im Fokus 

Referatsleiter Carl freute sich über die Einladung und sieht sich als Betreuer des AK. Er fände eine Auflösung schade und bot seine Zusammenarbeit an („für kleine Dinge sofort“). Für größere Angelegenheiten verwies Carl auf den politischen Weg des Stadtrats. Der von Ralf Nahm in den Raum gestellte Frage für ein weiteres Vorgehen des AK hinsichtlich einer Auflösung wollte trotz „Bauchgrimmen“ niemand zustimmen. Der 1999 gegründete AK hatte seinerzeit einen guten Start. Befragungen und Stadtrundfahrten mit dem Fahrrad gehörten ebenso zu den Aktionen wie die Treffen an jedem dritten Donnerstag im Monat. Er war für seine Aktivitäten 2005 mit dem Umweltpreis der Stadt ausgezeichnet worden. 

Ralf Nahm, der für die SPD im Stadtrat sitzt, sähe durchaus auch gerne die Mitglieder anderer Fraktionen im AK. „Deren politische Beteiligung lässt zu wünschen übrig“, ärgert er sich. Er strebe nicht zwingend eine Auflösung an, doch „mit drei bis vier Personen ist es einfach zu wenig“. Dies sahen auch Bernhard Kuisle, Manfred Simon und Kurt Fischer ähnlich. Simon sieht im AK „nicht eine Ansammlung von Wutbürgern, sondern die Möglichkeit der konstruktiven Mitgestaltung in der Verkehrsplanung für alle Bürger“. 

Die Mitglieder des AK richteten nochmals einen Appell an alle Teile der Bürgerschaft für eine Teilnahme am AK Verkehr. Das nächste Treffen findet am 17. Oktober 2013 um 20 Uhr in der Volkshochschule Kaufbeuren statt. von Wolfgang Becker

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