Aufstieg und Fall

Trainer Martin Prediger glaubt an seine Frauenmannschaft und setzt auch auf elf neue Spielerinnen aus dem B-JuniorenBereich: „Da ist jede Menge Potential vorhanden“.

„Wir wollten besser sein als noch in der Vorsaison. Das haben wir gut hinbekommen“, zieht Martin Prediger, Cheftrainer der Fußball Bayernliga-Frauen der SpVgg Kaufbeuren doch ein positives Fazit nach der kräfteraubenden und langen Spielzeit. Die SVK schloss die Runde als Tabellensiebter ab. Noch in der Vorrunde lagen die Ostallgäuerinnen auf Rang drei.

Kaufbeuren spielte ein grandiose Vorrunde. Die Mannschaft um Spielführerin Peggy Essenwanger sorgte mit Siegen über favorisierten Teams aus Regensburg, Wacker München, Hof und Straubing für Furore. Selbst dem Regionalliga-Absteiger aus Nürnberg trotzte man einen Punkt ab. Doch nach der Winterpause gab es ein anderes Bild der SVK-Frauen. Viele unnötige Niederlagen waren die Folge. Da war auch für Coach Martin Prediger guter Rat teuer. „Es ist uns bis jetzt noch ein Rätsel, warum wir in diesen Schlund der Negativserie gekommen sind. Uns ist bewusst, dass wir viele kleine Baustellen in der Rückrunde hatten“. Viele verletzte und angeschlagene Spielerinnen machten es dem Übungsleiter nicht immer leicht. Schon während der Vorbereitungsphase auf die Rückrunde nach der Winterpause gab es Hiobsbotschaften. Mit Bettina Endres und Anja Benzschawel meldeten sich zwei Leistungsträgerinnen aufgrund von Verletzungen für die restliche Saison ab. Wegen schulischer und beruflicher Verpflichtungen trat auch Patrizia Trippensee kürzer. „Ja, selbst Svea Nannen fehlte knapp vier Wochen. Auch Peggy Essenwanger war wegen Oberschenkelprobleme nicht immer hundertprozentig fit. Alexandra Knestel ging trotz Schmerzen körperlich an ihre Grenzen“, sei die Lage für Prediger nicht immer rosig gewesen. Jennifer Queisser plagten über Wochen Rückenprobleme und selbst Torfrau Andrea Rotter biss immer wieder auf die Zähne. Noch in der Vorrunde klappte alles wie am Schnürchen. Doch die Erfolge stellten sich nach der Winterpause überhaupt nicht mehr ein. Zwei magere Unentschieden und ganze sieben Niederlagen sorgten für Ratlosigkeit im Team der Bayernliga-Frauen. Einmal gelang der SVK in Eicha ein knapper 4:3-Erfolg. „Natürlich war die Vorrunde einfach genial. Da hat alles gepasst. Für uns wäre gut gewesen, wenn es erst gar nicht in die Winterpause ging“, erklärt Martin Prediger. Kaufbeuren zählte mit seinen 23 Punkten neben Nürnberg und Spitzenreiter Memmingen unerwartet zum Spitzentrio. Selbst Aufstiegsgedanken spukten in den Köpfen der Spielerinnen herum. „Wir wussten, dass wir eine tolle Hinrunde absolviert hatten. Es war ein Traum von uns, doch wurden wir auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. So knallhart ist Fußball“. Coach Martin Prediger hat sowohl die Hin- als auch die Rückrundentabellen miteinander verglichen. Seine Erkenntnis: „In der Rückrunde sind wir nach Eicha das schlechteste Team der Liga“, kann der Übungsleiter zwar zum einen mächtig froh und stolz auf die Leistung aus der Vorrunde sein, doch zum anderen bringen ihn die Zahlen und Fakten auch zum Nachdenken. Nur zwölf geschossenen Toren stehen 35 Gegentreffer gegenüber. „Uns fehlt ein Knipser. Das habe ich schon öfter angedeutet. Doch will ich mich nicht auf eine Spielerin konzentrieren und sie zu einem sogenannten Goalgetter machen, sondern ich will unser Offensivspiel in der kommenden Spielzeit anders gestalten“. Derweil laufen schon intensiv die Planungen für die neue Saison. Zum jetzigen Stand wird keine Spielerinnen die SVK verlassen. „Es kann natürlich sein, dass die eine oder andere Spielerin aus beruflichen und schulischen Gründen manchmal kürzer treten muss“, so Prediger. Allerdings kommen aus dem B-Juniorinnenbereich allein elf neue Spielerinnen in den Frauenbereich. „Da ist jede Menge Potential vorhanden“, freut er sich schon auf die neue Saison und die weitere Zusammenarbeit mit Trainerkollege Musa Ates sowie Teamchef und Abteilungsleiter Michael Frembs.

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