Keine "Autobahn" mehr

Ausbau Hochwiesstraße in Marktoberdorf geht in die Planung

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Die Hochwiesstraße soll in den nächsten Jahren voll ausgebaut werden. Dabei sollen vor allem Fußgänger und Radfahrer mehr Raum und mehr Sicherheit genießen.

Marktoberdorf – Die Hochwiesstraße, die von Süden am ehemaligen Krankenhausareal entlang nach Marktoberdorf hineinführt, steht zum Vollausbau an, inklusive der erforderlichen Straßen- und Tiefbauarbeiten. Das hat der Stadtrat bereits im September 2018 beschlossen.

Am vergangenen Montag entschied der Bauausschuss nun, welche Rahmenbedingungen der Ausschreibung zugrunde liegen sollen. Dabei ging es vor allem um die grundsätzliche Aufteilung der Verkehrsflächen.

Wie Mareile Hertel vom Bauamt Marktoberdorf ausführte, entspricht die Straße, wie sie aktuell ausgeführt ist, nicht mehr dem Stand der Technik. Die neue Planung und die bestehenden Flächenreserven sollen zukünftig vor allem den Fußgängern und Radfahrern entgegenkommen. Laut der derzeitigen Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt) müssen dabei bestimmte Geh- und Radwegbreiten berücksichtigt werden. Deshalb habe der erste, nun anstehende Planungsschritt von außen nach innen zu erfolgen. Was zur Folge habe, dass die Fahrspuren für den Pkw-Verkehr deutlich schmaler ausfallen könnten als bisher. Bauamtsleiter Ralf Baur sprach von sechs bis 6,5 Meter Fahrbahnbreite gesamt für beide Fahrstreifen. Er betonte jedoch gleichzeitig, dass dafür den Fußgängern und Radfahrern mehr Raum und damit mehr Sicherheit gewährleistet würde.

Werner Moll (Stadtteile aktiv) befürwortete das Vorgehen, das der Straße den Rennbahncharakter absprechen werde. „Bereits jetzt wird auf der Hochwiesstraße zu schnell gefahren. Wir müssen der Straße die Geschwindigkeit nehmen.“ Auch Christian Vavra (Grüne) begrüßte die Planung, die die schwächsten Verkehrsteilnehmer in den Vordergrund rücke. Bedenken äußerten Verkehrsreferent Franz Barnsteiner (Freie Wähler) und Andreas Wachter (CSU) darüber, ob die Fahrbahnbreite zwei entgegenkommenden Lkws oder Traktoren genügend Platz biete. Wachter sprach außerdem die Führung des Radwegs, ob einseitig oder zweiseitig an. Bauamtsleiter Ralf Baur antwortete, dass mehrere Planungsvarianten zur Platzierung von Rad- und Fußweg sowie zum Anschluss an den Kreuzungspunkt Hochwiesstraße und Meichelbeckstraße vorgesehen seien. „Sie bekommen all dies noch auf den Tisch“, versprach Baur.

„Ich halte den Zeitpunkt des Ausbaus für falsch gewählt“, mahnte Stefan Elmer (SPD). Er führte aus, dass mit dem Umbau des Krankenhausareals zu einem Wohngebiet der Schwerlastverkehr auf der Hochwiesstraße stark zunehmen und die Straßenbeschaffenheit erneut belastet werde. „Am Ende können wir nach der Fertigstellung des Wohnquartiers die Hochwiesstraße gleich erneut sanieren“, befürchtete er. Der Bauausschuss stimmte einvernehmlich für die Ausschreibung der Planungen.

Angelika Hirschberg

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