Stadt Marktoberdorf begrüßt Ausbau der B 472 östlich Marktoberdorf

Erheblicher Nachbesserungsbedarf

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n ihrer Stellungsnahme zum Ausbau der B472 östlich Bertoldshofen weist die Stadt auf die Befürchtung hin, der Ortsteil könnte mehr denn je zum Nadelöhr und Unfallschwerpunkt entlang der Bundesstraße werden. Die Stadt fordert, den Ausbau Selbensberg/Etzlensberg erst dann zu verwirklichen, wenn die vollständige Ortsumfahrung Bertoldshofen in Betrieb ist.

Marktoberdorf – Im Rahmen des laufenden Planfeststellungsverfahrens zum geplanten Ausbau der B 472 zwischen der Einmündung der Gemeindeverbindungsstraße bei Burk und der Einmündung der Gemeindeverbindungsstraße bei Etzlensberg hat die Stadt Marktoberdorf mit Schreiben vom 19. März dieses Jahres umfangreich Einwendungen bei der Regierung von Schwaben erhoben.

„Wir begrüßen ausdrücklich den Ausbau dieses unfallträchtigen Straßenabschnittes, sehen aber im Interesse unserer Bürger noch erheblichen Nachbesserungsbedarf“, erklärte Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell in einer Presseerklärung. Nach Ansicht der Stadt müsse insbesondere das Parallelwegenetz als Gemeindeverbindungsstraße mit 5,50 Meter Breite ausgebaut werden. Die langsameren Verkehrsteilnehmer, wie zum Beispiel Fahrradfahrer und der örtliche und überörtliche landwirtschaftliche Verkehr könnten sich auf den bisher geplanten, nur drei Meter breiten Feldwegen nicht gefahrlos begegnen. 

Die Stadt kritisiert zudem, dass das Straßenbauamt die künftige Verkehrszunahme nur geschätzt habe. Da auf dieser Basis keine zuverlässigen Prognosen über die nach dem Ausbau zu erwartende Lärmbelastung der Anwohner angestellt werden könne, fordert sie die Einholung eines Verkehrsgutachtens und eine neue Lärmprognose. 

Deutliche Nachbesserungen werden zudem bei der Schulbusanbindung gefordert. Bürgermeister Dr. Hell: „Die geplante Buswendeschleife bei Selbensberg ist unzumutbar. Die Kinder aus Burk haben dann bis zu 1,8 Kilometer einfachen Fußweg zur Bushaltestelle. Es besteht die konkrete Gefahr, dass sie verbotenerweise die B 472 queren, da sie so einen Weg von über einem Kilometer einsparen. Hier muss dringend nachgebessert werden.“ 

Nachdem das planfestzustellende Teilstück das letzte von Schongau bis Bertoldshofen an der B 472 ist, welches noch nicht ausgebaut wurde, muss nach Ansicht der Stadt schließlich sichergestellt werden, dass der Ausbau erst erfolgt, wenn die Umfahrung von Bertoldshofen einschließlich des neuen Anschlusses der B 16 neu an die B 12 bei Altdorf in Betrieb ist. Marktoberdorf Bürgermeister Dr. Hell betont: „Unsere besondere Pflicht ist hier auch der Schutz unserer Bevölkerung in Bertoldshofen, die bereits jetzt unter einem unzumutbaren Durchgangsverkehr mit hohem Schwerverkehrsanteil leidet.“ 

Die Einwendungen zum Planfeststellungsverfahren wurden im Übrigen mit Hilfe der Expertise eines Fachplanungsbüros sowie einer auf Verwaltungsrecht spezialisierten Anwaltskanzlei erarbeitet. Die Regierung von Schwaben muss nun über die fristgerecht eingegangenen Einwendungen entscheiden.

Nachgefragt: 

Fallen Beiträge bei Kanalsanierung an?

Auf Nachfrage vieler Leser hat der Kreisbote bei Stadtkämmerer Wolfgang Guggenmos nachgehakt: Werden Kanalherstellungsbeiträge auf die Anlieger einer Straße umgelegt, wie es im Bericht „Stadt investiert in Kanalnetz“ vom 28. März hieß? Immerhin geht es um 650.000 Euro, die im Vermögenshaushalt der Stadtwerke unter Einnahmen bei der Abwasserbeseitigung eingestellt sind. 

Wolfgang Guggenmos beruhigt: „Die Kosten für die Kanalsanierung, für Reparaturen und den Werterhalt des Kanalnetzes werden nicht direkt auf die Anrainer umgelegt. Kanalherstellungsbeiträge werden lediglich bei der Erschließung von Grundstücken beziehungsweise beim Bau von Anlagen der Stadtentwässerung erhoben.“ 

Anders jedoch liegt der Fall, wenn zeitgleich mit der Kanalsanierung die Straße grundlegend erneuert wird. Dann werden auch die Anlieger durch so genannte Straßenausbaubeiträge zur Kasse gebeten. Das gilt jedoch laut Satzung nicht für die Sanierung der Abwasserkanäle, wie Stadtkämmerer Guggenmos erklärte. Noch bleiben auch die Gebühren für Wasser und Abwasser in Marktoberdorf stabil. Im Herbst berät der Stadtrat dann über eine mögliche Erhöhung.

von Angelika Hirschberg

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