Isergebirgs-Museum wird ertüchtigt

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Dieser gewohnte Anblick des Gablonzer Hauses wird in absehbarer Zeit Geschichte sein. Im Zuge des geplanten Um- und Ausbaus erhält das Isergebirgs-Museum (rechts) nun ebenfalls ein zweites Obergeschoss sowie eine neue Fassade.

Kaufbeuren-Neugablonz – Vorstandsneuwahlen waren bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Gablonzer Archiv- und Museums-Vereins nicht fällig, daher war der Hauptpunkt der Tagesordnung nach dem Bericht des Vorstands und seiner einstimmigen Entlastung die Präsentation der Um- und Ausbaupläne für das Isergebirgs-Museum.

Die ursprüngliche Museumsplanung war seinerzeit wesentlich umfangreicher als die dann vom Budget ermöglichte Umsetzung, die lediglich einen Torso umfasste. Jetzt sollen im Zuge einer nach 40 Jahren erforderlichen Sanierung und „Ertüchtigung“ – wie Horst Seehofer zitiert wurde – die dem Museum fehlenden Räumlichkeiten ergänzt werden, vor allem ein großzügiges Depot.

Architekt Christian Stadtmüller vom Büro Stadtmüller, Burkhardt und Graf stellte die aktuellen Pläne detailliert vor. Die Büro- und Archivräume sollen vom ersten in das neue zweite Obergeschoss verlegt werden, wo dann auch das Depot seinen Platz findet. Im ersten Stock wird der Sonderausstellungsraum um die ehemaligen Büro- und Archivräume erweitert. Außerdem erhält das Museum eine vorgebaute neue Fassade. Diese wird – mit Bezug auf einen wichtigen Bereich der Neugablonzer Industrie – aus pro Stockwerk versetzten, unterschiedlich breiten gestanzten Lochblechstreifen bestehen. Die sollen tagsüber wie das Gablonzer Haus im Kupferton erscheinen und nachts durch farbige Hinterleuchtung einen Lichtakzent auf dem Bürgerplatz setzen. 

Die geplante Fassade aus pro Stockwerk versetzten, unterschiedlich breiten gestanzten Lochblechstreifen wird tagsüber im Kupferton des Gablonzer Hauses erscheinen und nachts durch farbige Hinterleuchtung einen Lichtakzent auf dem Bürgerplatz setzen.

An der rückwärtigen Fassade braucht nichts verändert zu werden, lediglich die Schaffung einiger zusätzlicher Parkplätze ist angedacht. Der Befürchtung einzelner Mitglieder, dass diesen Parkplätzen das Apfelbäumchen weichen muss, welches das Museum vor einigen Jahren als Preis im Wettbewerb „Deutschland, Land der Ideen“ bekommen hat, steht die Überlegung gegenüber, dass dieses vor sich hin kümmernde Zierapfelbäumchen ohnehin nicht das richtige repräsentative Gablonzer Wappensymbol sei und bei dieser Gelegenheit eventuell durch einen richtigen Apfelbaum an anderer Stelle ersetzt werden könnte.

In einem zweiten Bauabschnitt nach der Aufstockung des Museums folgt etwa ab 2020 die Sanierung des Gablonzer Hauses, die möglicherweise auch die Integration eines Museumscafés im Foyer enthalten wird. Schallschutz und Dämmung der Fensterfassade im großen Saal, deren augenblicklicher Zustand „geradezu katastrophal“ sei, sollen dabei ebenfalls verbessert werden. Es erging der Beschluss, den Saal danach Heinz Kleinert zu widmen.

Neunzig Prozent der für den ersten Bauabschnitt veranschlagten Kosten von rund zweieinhalb Millionen Euro stellt das Land Bayern zur Verfügung, für die restlichen 250.000 Euro Eigenanteil hofft der Stiftungsrats-Vorsitzende des Isergebirgs-Museums, Dr. Martin Posselt, auf bereitwillige Sponsorenzuschüsse wie beispielsweise die beträchtliche Hinterlassenschaft des 2016 verstorbenen Mitglieds Marie Eimer. Dazu meinte Kaufbeurens zweiter Bürgermeister Gerhard Bucher, der von den Entwürfen sehr angetan war, „auch ein Anteil von der Stadt sollte realisierbar sein“.

Dass den Alt- und Neugablonzern ihr Museum am Herzen liegt, zeigt die im aktuellen Museumsbrief veröffentlichte Liste von immerhin 38 langjährigen Mitgliedschaften ab 20 Jahren aufwärts. Alle erhalten die entsprechenden Urkunden zugesandt. Den bei der Versammlung anwesenden zwei der acht Mitglieder, die seit 50 Jahren dem Verein treu geblieben sind – Willi Lang und Gerald Zasche – gratulierte Dr. Posselt spontan sofort.

von Ingrid Zasche

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