Schließung verschoben

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Planungssicherheit: Bis 2022 wird der Schriftzug auf jeden Fall noch den Eingang zur Ausbildungseinrichtung markieren.

Kaufbeuren – Eigentlich war es schon lange klar, doch nun gab es eine offizielle Mitteilung aus dem Verteidigungsministerium: Die Schließung des Fliegerhorstes in Kaufbeuren wird nach derzeitigem Stand auf das Jahr 2022 verschoben. Dr. Ralf Brauksiepe, MdB und Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium, hatte MdB Stephan Stracke (CSU) als zuständigen Wahlkreisabgeordneten in einem Schreiben über die Änderung informiert.

„Jetzt besteht endlich Klarheit“, stellt Stracke in seiner Pressemitteilung fest. Ursprünglich war der Schließungszeitpunkt für Ende 2017 vorgesehen. Die Ausbildungswerkstatt wird allerdings nach Lechfeld verlagert und stellt keine Auszubildenden mehr ein.

„Der Fliegerhorst in Kauf­beuren wird voraussichtlich im Jahr 2022 geschlossen“, schreibt Stracke in seiner Mitteilung. Dieser aktuelle Schließungszeitpunkt war ihm von Staatssekretär Dr. Brauksiepe mitgeteilt worden. „Damit besteht nun Planungssicherheit für alle Beteiligten“, hebt Stracke hervor. „Aufgrund unterschiedlicher Einflussfaktoren wurde es erneut erforderlich, weitere Veränderungen bei den geplanten Schließungszeitpunkten einzelner Liegenschaften vorzunehmen“, heißt es unter anderem in dem Schreiben aus dem Ministerium. Gemäß einer Liste sind alle in Bayern von einer Schließung betroffenen Standorte in unterschiedlicher Form ebenfalls nach hinten verlagert worden.

„Es ist natürlich eine sehr positive Nachricht“, so OB Stefan Bosse gegenüber dem Kreisboten, „die wir in der Form schon erwartet haben, weil der Termin 2017 nicht zu halten ist.“ Er habe schon zu einem früheren Zeitpunkt in einer schriftlichen Anfrage an den Staatssekretär Zweifel hinsichtlich der für 2017 beabsichtigten Schließung geäußert und um eine Information gebeten. In der Antwort seien bereits Signale für eine Anpassung der noch in Arbeit befindlichen Realisierungsplanung gewesen. „Doch nun müssen wir städtebaulich unsere Planungen überdenken“, sagte die Stadtspitze.

Der südliche Teil des Flugplatzes rücke wieder stärker in den Fokus einer baulichen Entwicklung, da dieser unabhängig vom Fortbestehen der Ausbildung genutzt werden könne und hier bereits 2012 von der Bundeswehr eine Teilentwidmung angeboten worden war. Es werde unabhängig davon in Gesprächen versucht, die Schließungsentscheidung insgesamt aus Kostengründen auf den Prüfstand zu stellen. Auch Staatssekretär und MdL Franz Pschierer (CSU) zeigte sich erfreut: „Es ist eine sehr gute Nachricht für Kaufbeuren. Sie gibt uns die nötige Zeit, um weitere wichtige Verhandlungen zu führen.“

Der Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl (FW) begrüßt die bekannt gewordene Information ausdrücklich. „Diese Entscheidung ist ein erfreuliches Zeichen“, kommentiert Pohl die Neuigkeiten. Er äußert in einer Stellungnahme die Hoffnung auf Korrektur einer Fehlentscheidung. „Die Bundespolitik darf nicht länger an einer einmal gefällten Entscheidung festhalten, wenn sie sich im Nachhinein als falsch erwiesen hat. Deshalb muss die Entscheidung zur Schließung des Fliegerhorstes nun mit Nachdruck einer grundsätzlichen und ergebnisoffenen Überprüfung unterzogen werden“, so Pohl.

„Die Nachricht ist bei unseren Beschäftigten sehr positiv aufgenommen worden“, so Oberstleutnant Rolf Schmieder von der Abteilung Süd des Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe in Vertretung von Oberst Dr. Volker Pötzsch. „Uns war klar, dass die bisherige Umzugsplanung nicht realisiert werden konnte“, so der Stabsoffizier zum Kreisboten. Denn die vorhandene Infrastruktur im Lechfeld habe das nicht möglich gemacht.

Nun sei man offiziell beauftragt worden, den Ausbildungsbetrieb bis 2022 aufrecht zu erhalten. Man könne wieder investiv tätig und notwendige Reparaturen wie beispielsweise an der Lärmschutzhalle durchführen. „Vor allem aber haben unsere Soldatinnen und Soldaten sowie die Zivilbeschäftigten wieder Planungssicherheit“, freut sich Schmieder. Ein Wermutstropfen jedoch bedeutet das Aus für die Ausbildungswerkstatt. Dies ist nach den Worten Schmieders der Tatsache geschuldet, dass die ebenfalls am Lechfeld bestehende Einrichtung erweitert wird.

von Wolfgang Becker

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