Ausbildungsmarkt trotzt Corona

In Kaufbeuren und dem Ostallgäu gibt es noch zahlreiche Ausbildungsplätze

PantherMedia B128858680
+
Für junge Menschen, die demnächst beabsichtigen, in eine betriebliche Ausbildung zu starten, stehen die Chancen gut.

Kaufbeuren/Landkreis – Die Coronavirus-Pandemie hat den Arbeitsmarkt in den letzten Wochen stark geprägt. Das verunsichert auch viele Schüler, die in wenigen Wochen eine betriebliche Ausbildung beginnen möchten. Die gute Nachricht: Im Gegensatz zum Arbeitsmarkt zeigt sich der Ausbildungsmarkt bisher in weiten Teilen stabil.

Zahlreiche Ausbildungsplätze sind in der Region noch zu haben. „Es wäre fahrlässig, jetzt wegen der Coronakrise auf Azubis zu verzichten. Die demografische Entwicklung lässt sich nicht zurückdrehen“, sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Wer jetzt seine Ausbildungsplätze nicht besetzt, könnte künftig Schwierigkeiten haben, passende Fachkräfte zu finden“.

Die Babyboomer-Generation verabschiedet sich in den nächsten Jahren in Rente. Damit wird es für Betriebe künftig schwieriger Fachkräfte zu gewinnen, denn die Zahl der jungen Schulabsolventen geht bereits jetzt zurück. Auch entscheiden sich weniger junge Menschen nach Abschluss der Schule für eine betriebliche Ausbildung. Und der Trend zu höheren Abschlüssen hält weiter an.

Bis Mai hatten sich in der Stadt Kaufbeuren gut 300 junge Menschen bei der Berufsberatung gemeldet, weil sie sich für eine Ausbildung interessierten, beinahe so viel wie im vergangenen Jahr. Mit gut 350 Ausbildungsstellen kamen bisher jedoch 70 Angebote weniger als im Jahr zuvor zur Besetzung herein. Insgesamt sind aktuell 192 Ausbildungsstellen in Kaufbeuren unbesetzt. 144 jungen Menschen hatten bis Mai noch keinen Ausbildungsplatz gefunden, der ihren Erwartungen entsprach.

Im Landkreis Ostallgäu sind rund 720 Bewerber auf der Suche nach einer Lehrstelle. Dem gegenüber stehen rund 980 Ausbildungsstellen (2019 waren es 927). Insgesamt waren im Mai nach Angaben der Agentur für Arbeit im Landkreis Ostallgäu noch rund 530 Ausbildungsstellen unbesetzt.

Der Lernerfolg von Auszubildenden soll auch in der Pandemie nicht gefährdet werden. Nach aktuellen Plänen der Bundesregierung sollen klein- und mittelständische Unternehmen, die ihr Ausbildungsplatzangebot 2020 im Vergleich zu den drei Vorjahren nicht verringern, für jeden neu geschlossenen Ausbildungsvertrag eine einmalige Prämie in Höhe von 2000 Euro bekommen. Unternehmen, die ihr Angebot erhöhen, sollen für die zusätzlichen Ausbildungsverträge sogar 3000 Euro erhalten.

kb

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erstmals „Stolpersteine“ in Kaufbeuren
Erstmals „Stolpersteine“ in Kaufbeuren
„Coronabank“: Rentner aus Biessenhofen fängt an zu basteln
„Coronabank“: Rentner aus Biessenhofen fängt an zu basteln
Probleme beim Neubau des Germaringer Feuerwehrhauses – Gemeinderat bespricht Lösungen
Probleme beim Neubau des Germaringer Feuerwehrhauses – Gemeinderat bespricht Lösungen

Kommentare