Ausgelassene Stimmung auf dem Buronia-Gala-Ball 2018

Millionenstadt Kaufbeuren?

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Die Vorstandschaft der Kaufbeurer Kunstreiter (von rechts) Präsident Thomas Denninger, Vizepräsident Heinz Spöcker, Schriftführer Hans–G. Diebener, Schatzmeister Werner Lindner, Beirat Maik Roscher) und die fesche rot-weiße Lecharia-Prinzengarde aus Klosterlechfeld stehen im Foyer bereit zum Einmarsch.
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Prominente Stammgaste (von links): Staatssekretär Franz-Josef Pschierer und Frau Marlies, Katja Brauner und OB Stefan Bosse, Landtagsabgeordnete Angelika Schorer mit Ehemann Josef Schorer
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OB Stefan Bosse tanzt mit Katja Brauner den Eröffnungswalzer...
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... bald folgen andere Paare nach.
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Die Tanzfläche war bis 22 Uhr gut gefüllt. Dann wurde die Bar geöffnet...
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Der Lecharia-Elferrat vergnügt sich vor der Fotobox.
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Die Lecharia-Prinzengarde.
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Die Lecharia-Prinzengarde.

Kaufbeuren – Kunstreiter-Präsident Thomas Denninger konnte beim Buronia-Gala-Ball 2018 am vergangenen Samstag rund 250 festlich gekleidete und gestimmte Gäste im Stadtsaal begrüßen. Launig ging er auf diverse im Jahr 2017 abgeschlossene Baustellen in Kaufbeuren ein und ließ sich vor allem vom neuen „Fernsehen“ an der Spittelmühlkreuzung zu Vergleichen mit dem New Yorker Times Square verleiten.

Er spekulierte, dass man die Wertach aufstauen und schiffbar machen, Kaufbeuren als Marinestandort etablieren und nach einer Sprengung des Kraftwerks den dann überschwemmten Haken als „Klein-Venedig“ touristisch nutzen könne. Kurzum, er spielte mit millionenstadtmäßigen Visionen.

Schirmherr OB Stefan Bosse ermutigte ihn, indem er darauf hinwies, dass Kaufbeuren tatsächlich auf dem besten Weg sei, eine Millionenstadt zu werden: Seit drei Jahren wachse Kaufbeuren täglich um einen Einwohner - das wären dann in zehn Jahren 50.000 Einwohner und schon in 3.000 Jahren tatsächlich eine Million. Anschließend tanzten er und Präsident Denninger mit ihren Damen den Eröffnungswalzer, den die Barney Jackson Band intonierte.

Das nächste Highlight war der Einmarsch der feschen rot-weißen Lecharia-Prinzengarde aus Klosterlechfeld mit dem Prinzenpaar Prinzessin Nicole II. (Nicole Graalheer) von „liebt die Ferne und feiert gerne“ und Prinz Andreas IV. (Andreas Kirsch) von „locker in der Hüfte und hoch in die Lüfte“. Bei der Lecharia darf nicht nur die Garde ihre Beine werfen – hier tanzt auch das Prinzenpaar: Zuerst klassisch elegant in Reifrock und weißem Frack, dann frech-südamerikanisch im Mini-Fransenkleid und schwarzem Latin-Lover-Hemd.

Ab 22 Uhr unterhielt Günther „Güschi" Seydel die Bargenießer mit seinem elektronischen ‚Roland‘ als One-Man-Band. Zuvor hatte er in seiner zweiten Eigenschaft als Vertreter des Bayerisch-Schwäbischen Fastnachtsverbands (BSF) noch zwei ganz besondere Ehrungen vornehmen dürfen: Karl Ramminger und Walter Scheibl erhielten den „Orden der Stufe I des Regionalverbandes“ für 70-jährige aktive Vereinsarbeit. Kunstreiter-Senator Karl Ramminger ist der einzige noch lebende Zeitzeuge der Wiederbelebung des Kunstreitervereins am 11.11.1947 nach der unter der NSDAP ab 1939 eingelegten Zwangspause. Walter Scheibl ist Anfang 1948 dazu gestoßen. Beide Herren sind Träger des Kunz-von-der-Rosen-Ordens, der höchsten Auszeichnung der Kunstreiter.

In seinem Grußwort gratulierte Seydel zum zweiten respektablen Jubiläum innerhalb von zwei Jahren, bedauerte aber gleichzeitig, dass auf diesem traditionellen festlichen Gala-Ball soviele Kaufbeurer Honoratioren – Akademiker, Firmeninhaber, Stadträte – nicht anwesend seien. Er habe vor 33 Jahren als Faschingsprinz erleben müssen, dass die legendären Kunstreiter-Kostümbälle in Ermangelung von Gästen aufgegeben wurden und forderte die Kaufbeurer auf, nicht auch noch den Buronia-Ball eingehen zu lassen. „Ohne Zuspruch stirbt jede noch so gute Idee!“ Nur wenn viele Gäste kämen, würden die ehrenamtlichen Ball-Organisatoren zum Weitermachen motiviert.

Das letzte Glanzlicht des Abends war die Tanzeinlage von „Dance Soulution Kaufbeuren" mit ihren teils getragen fließenden, teils temporeichen und kurzweiligen Showtanz-Kombinationen.

Großer Beliebtheit erfreute sich die Fotobox im Foyer, wo man entweder edel posieren oder mit Riesensonnenbrillen, Perücken, falschen Bärten und anderen Jux-Accessoires Spaß haben konnte. Ein Foto pro Eintrittskarte war gratis. Für weitere Fotos wurde eine Spende in das bereitstehende Schweinderl erwartet. Gegen Mitternacht war es so gut gefüttert, dass es nicht einmal mehr klapperte, sondern nur noch raschelte. Der Fotobox-Erlös soll der „Kartei der Not" zugutekommen.

Gegen Mitternacht war jedoch der Ball noch lange nicht zu Ende. Es wurde noch bis in die frühen Morgenstunden getanzt, in der Bar fand manch tiefsinniger Smalltalk statt und die Fotobox druckte weitere spendenträchtige Foto-Faxen aus...

von Ingrid Zasche

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