Heimatminister Söder verleiht Heimatpreis Schwaben an Kinderfest

Ausgezeichnetes Tänzelfest

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Unter den Preisträgern des Heimatpreises ist dieses Jahr auch das Kaufbeurer Tänzelfest.

Kempten/Kaufbeuren – „Bayern ist nicht nur ein Bundesland. Bayern ist ein Lebensgefühl“, erklärte der Bayerische Heimatminister, Dr. Markus Söder, am Dienstag im Kornhaus in Kempten. Deshalb verlieh er „in einer der schönsten, aber vor allem ältesten Stadt Bayerns“ den Heimatpreis Schwaben an Menschen, die diese Lebensart pflegen. Einer der acht weißen Löwen, die der Heimatminister übergab, ging an das Tänzelfest in Kaufbeuren.

Im Freistaat könne man „Kosmopolit sein und trotzdem Tracht tragen. In Bayern ist das kein Widerspruch“, meinte Söder. Denn das Bayerische Heimatgefühl sei, Weltoffenheit, Fortschritt und Traditionsliebe miteinander zu verbinden. Erst durch gemeinsame Traditionen entstehe Zusammengehörigkeit. „Heute ehren wir Menschen, die sich in Schwaben um unsere Lebensart verdient gemacht haben“, sagte Söder. „Sie setzen sich mit Verantwortungsbewusstsein, Leidenschaft und Kreativität für den Erhalt unserer Traditionen ein und sorgen dafür, dass diese zukünftigen Generationen weitergegeben werden.“

Zu diesen Menschen gehören auch die Mitglieder des Tänzelfestvereins, die Söder am Dienstagabend für die Organisation des Tänzelfestes mit einem der acht weißen Löwen auszeichnete. „Das Tänzelfest Kaufbeuren ist das älteste historische Kinderfest Bayerns und fördert das Geschichtsbewusstsein von klein auf“, erklärte Söder. Dort spielen kleine Kaufbeurer die Geschichte ihrer Stadt nach. Höhepunkte bilden der Einzug des Kaisers Maximilian I., mit dem einer der 14 Kaiserbesuche der Reichsstadt nachgestellt wird, und der Festumzug. Rund 1750 Kinder, 36 Festwagen, 170 Pferde und zahlreiche Musikgruppen nehmen daran teil. Daneben ist mit Lagerleben, historischem Markttreiben, Zunfttänze und Reigen der Tänzelfest-Tanzgruppen ein umfangreiches Programm geboten. „Da ist alles dabei“, sagte Söder. Mit dem Tänzelfest Kaufbeuren würden historische Geschehnisse aktiv in Erinnerung gehalten. „Geschichte wird erlebt und immer wieder neu dargestellt“, so der Heimatminister. Das großartige Engagement der zahlreichen Mitwirkenden, insbesondere der Kinder, werde deshalb mit dem Heimatpreis Schwaben ausgezeichnet. 

Der Tänzelfestverein unter Vorstand Horst Lauerwald dankte Söder für diese Auszeichnung. Zwar konnte Lauerwald dem Heimatminister keinen Orden verleihen, so wie andere Vereine das zuvor getan hatten. Aber: „Wir hatten schon viele Ministerpräsidenten als Schirmherren“, sagte Lauerwald. Vielleicht könne auch Söder, sobald er Bayerischer Ministerpräsident sei, diesen Job übernehmen. „Wenn das die Voraussetzung dafür ist, dass ich Ministerpräsident werden kann – sofort“, scherzte Söder.

Doch die Kaufbeurer waren nicht die einzigen östlichen Allgäuer, die der Heimatminister auszeichnete. Ein weißer Löwe ging auch an das Colomansfest und den Colomannsritt Schwangau. „Das Colomansfest mit dem Colomansritt ist eine der schönsten Pferdeprozessionen im Freistaat und findet an einer der schönst gelegenen Kirchen ganz Bayerns statt“, sagte Söder in seiner Laudatio. Jedes Jahr am zweiten Oktobersonntag ziehen 200 Reiter aus Schwangau und Umgebung in traditioneller Tracht auf geschmückten Pferden mit Musik zur Kirche St. Coloman, wo eine Messe im Zeichen des Heiligen Coloman, der Schutzpatron der Tiere, gefeiert wird. Und das in einer Landschaft „wie im Bilderbuch“, schwärmte der zukünftige Ministerpräsident.

Die weiteren Preisträger:

• Freilichtspiele Altusried

• Wallensteinfestspiele Memmingen

• Dillinger Nachtumzug

• Erkheimer Klausen e.V.

• Kinderbrotspeisung Burgau

• Sprachatlas Bayerisch-Schwaben

von Katharina Knoll

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