Eine Neufassung der Hundeverordnung ist laut Bürgermeister Hell nötig

Muss Bello bald an die kurze Leine?

+
Wenn der Marktoberdorfer Stadtrat am Montag seine Zustimmung erteilt, dürfen Hunde zukünftig nur noch angeleint öffentliche Grünflächen betreten.

Marktoberdorf – „Wir brauchen eine Handhabe gegen Mitbürger, die in öffentlichen Grünanlagen unser Wohlwollen überstrapazieren“, brachte es Stadträtin Andrea Weinhart (Freie Wähler) in der Sitzung des Hauptverwaltungsausschusses auf den Punkt.

Sie spielte dabei auf Beschwerden an, die das Ordnungsamt in den letzten Jahren erhalten hatte: diese reichten vom zweckentfremdeten Sitzen auf Banklehnen bis zu lautstarkem Musik- und Alkoholgenuss auf Spielplätzen oder dem Missbrauch eines Sandkastens als Hundeklo. Es war aber die bereits seit längerer Zeit anhaltende, öffentlich geführte Diskussion über eine Leinenpflicht bei Hunden, die Stadt und Bürgermeister veranlasst hatten, die seit 2005 geltende Grünflächensatzung zu überarbeiten. 

Dr. Wolfgang Hell präsentierte dem Ausschuss daher auch einen Entwurf zum Erlass einer Hundeverordnung, die massive Beschränkungen für Halter großer Hunde (über 50 Zentimeter Schulterhöhe) vorgesehen hätte. Hätte wohlgemerkt, denn trotz allgemeiner Regelwut beschlossen die Stadträte auf eine spezielle Hundeverordnung zu verzichten und das Mitführen von Hunden innerhalb der Grünflächensatzung zu klären. 

Eine Neufassung derselben sei deshalb auch nötig, führte Bürgermeister Hell aus, weil es bisher keine konkreten Vorschriften für Hundehalter gäbe. 

„Die Katze kommt in der Nacht auf den Spielplatz, wenn es das Ordnungsamt nicht sieht.“ Peter Fendt, Bayernpartei 

Lediglich das freie Umherlaufen der Vierbeiner auf öffentlichen Grünflächen sei untersagt. Diesen „Gummiparagrafen“ sehe er gern ersetzt und ergänzt, gab das Stadtoberhaupt zu. Außerdem sagte er: „Was wir vorschlagen, hat nichts Exotisches, die meisten Nachbargemeinden regeln die Benutzung von öffentlichen Grünflächen auf dieselbe Weise“. 

Wie sieht sie nun aber aus, die neue Grünflächensatzung, die auf Empfehlung des Ausschusses am kommenden Montag auch dem Stadtrat zum Beschluss vorliegt? Hunde jedenfalls dürfen in egal welcher Größe nur noch angeleint auf dem Grün der Stadt unterwegs sein – und zwar an einer „reiß- und bissfesten, höchstens zwei Meter langen Leine“. 

„Das ist paradox: auf dem Gehweg in der Stadt darf mein Hund frei laufen und auf den Grünflächen muss er an die Leine.“ Arno Jauchmann, CSU 

Sie dürfen zwar auf Spielplätze mitgenommen werden – dafür setzten sich auch Nicht-Hundebesitzer unter den Stadträten ein – haben jedoch auf Spielgeräten und in Sandkästen nichts verloren. Auch Sportanlagen und Pflanzbeete sind für sie tabu. Dass Hundekot sofort und sachgemäß entfernt werden muss, ist auch Bestandteil der neuen Satzung. 

„Wir müssen doch nicht alles regeln wollen, nur weil es immer einen gibt, der nicht mitspielt.“ Peter Grotz, Freie Wähler 

Darüber hinaus ist auf öffentlichen Grünflächen der Alkoholgenuss untersagt, wenn er die Allgemeinheit belästigen könnte, wie auch das Zelten, Parken und das beliebige Feuermachen sowie das Betreten und Entfernen von Pflanzen und Beeten. Von manch anderen Verboten sahen die Stadtoberen jedoch ab: so ist das Ballspielen auf dem Grün und das Schlafen auf der Parkbank weiterhin erlaubt. Voraussetzung ist, dass „kein anderer beschädigt, gefährdet oder belästigt wird“, wie es Paragraf drei der Satzung vorsieht. Verstöße können mit Geldbußen von bis zu 2500 Euro geahndet werden. 

Kontrolliert werde, so Florian Martin, Leiter des Ordnungsamtes, jedoch nur auf Beschwerde hin, denn „manches lasse sich ja auch im Gespräch lösen“, wie Erich Nieberle (SPD) anmerkte.

von Angelika Hirschberg

Auch interessant

Meistgelesen

Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Am Montag geht es los
Am Montag geht es los
Neuer Lebensabschnitt wartet
Neuer Lebensabschnitt wartet
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben

Kommentare