Direkter Draht zur Staatsregierung

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Die Bayerische Staatsregierung in Kaufbeuren – darüber freuen sich MdL Bernhard Pohl (v. li.), OB Stefan Bosse, die Minister Dr. Marcel Huber und Dr. Markus Söder, Staatssekretär Franz Pschierer, MdB Stephan Stracke und Landrätin Maria Rita Zinnecker.

Kaufbeuren – Behördenverlagerung ist für Heimatminister Dr. Markus Söder ein zentrales Instrument aktiver Strukturpolitik: „Kaufbeuren zählt eindeutig zu den Gewinnern der Behördenverlagerung“. In der Alten Weberei beraten sechs Angestellte der Staatskanzlei jetzt alle Bayern, die Hilfe, Auskünfte und Rat bei der Regierung suchen.

Am Mittwoch wurden die Räumlichkeiten der Gemeinsamen Servicestelle der Bayerischen Staatsregierung und des Abrechnungszentrums Bezüge Süd des Landesamts für Finanzen offiziell eingeweiht. Anwesend waren neben Söder auch Staatskanzleiminister Dr. Marcel Huber und Staatssekretär Franz Josef Pschierer.

Nach der Besichtigung und der Segnung der Räume durch den katholischen Stadtpfarrer Bernhard Waltner und seine evangelische Kollegin Britta Gamradt, lobte Oberbürgermeister Stefan Bosse bei einem Empfang im Rathaus, dass die Staatsregierung Wort gehalten und zwei Behörden nach Kaufbeuren versetzt habe. Für das große Bemühen drückte er seinen Dank aus. Bosse habe es bei seiner Wahl zum Oberbürgermeister im Jahr 2004 nie für möglich gehalten, dass einst eine Außenstelle der Bayerischen Staatsregierung in Kaufbeuren ansässig wäre. Er versicherte den anwesenden Mitarbeitern der Servicestelle, dass sie es nicht bedauern würden, in Kaufbeuren zu arbeiten, sondern sich in der „schönen Stadt“ bald wohlfühlen würden.

„Bayern steht zu seinem Wort, in allen Regionen für gleichwertige Lebens- und Arbeitsbedingungen zu sorgen und setzt den Verfassungsauftrag hierzu konsequent um“, erklärten Söder und Huber. Auch Pschierer wies auf die Gleichwertigkeit hin: „Bayern ist ein Flächenstandort“.

Die Servicestelle der Staatsregierung „Bayern Direkt“, die nun in Kaufbeuren ansässig ist, ist der direkte Draht zur Staatsregierung. „Das Herz für Bürgeranliegen schlägt künftig in Schwaben. Die Servicestelle der Staatsregierung wird hier in gewohnter Manier alle Fragen und Anliegen der Menschen aufnehmen und beantworten. Seit dem Start unseres Bürgertelefons vor zwölf Jahren wurden rund 750.000 Fragen beantwortet“, sagte Huber. Er betonte, dass es keine Zwangsversetzungen gegeben habe. Versetzt würden die Arbeitsplätze, nicht die Arbeitskräfte. „Mit der Behördenverlagerung schaffen wir sichere Arbeitsplätze und stärken die Infrastruktur des ländlichen Raumes. Wir bringen die Arbeit zu den Menschen, damit diese in ihrer Heimat wohnen und arbeiten können. Sie ist ein wuchtiges Signal für die Region“, erklärte Söder. So seien bisher auch zwei der sechs Mitarbeiter von „Bayern Direkt“ aus der Region eingestellt worden, sagte Leiter Bertold Flierl. Die Behörde wird noch auf zehn Personen erweitert.

Sukzessive soll auch das Abrechnungszentrum Bezüge Süd aufgestockt werden. Momentan, so berichtete die Leiterin Gabriele Böhm, arbeiten hier acht Leute in einer Arbeitsgruppe, 100 Mitarbeiter sollen es in den kommenden Jahren werden. In Kaufbeuren werden künftig unter anderem die Lohn- und Bezügeabrechnungen der aktiven Beschäftigten des Freistaats Bayern sowie die Beihilfen im Rahmen der Krankheitsfürsorge bearbeitet. Die Dienststelle sorgt dafür, dass die Beamtinnen und Beamten pünktlich, zuverlässig und korrekt Monat für Monat ihre Bezüge erhalten.

Die Alte Weberei ist vorübergehend der neue Dienstsitz der beiden Behörden. Derzeit werden Optionen für die langfristige Unterbringung durch die Immobilien Freistaat Bayern (IMBY) im Rahmen des zentralen Flächenmanagements geprüft. Wie berichtet, hat der Stadtrat bereits Flächen am Jordanpark für ein Behördenzentrum vorgestellt.

Im Zuge der Behördenverlagerung nach Kaufbeuren wurde bereits die Erweiterung der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern erfolgreich umgesetzt und mit dem Eröffnungsakt am Mittwoch sind bereits drei von vier Projekten in Kaufbeuren gestartet. Das BayernLab als Schaufenster für digitale Innovation mit modernster Technik zum kostenlosen Anfassen und Ausprobieren wird nächstes Jahr eröffnen. Wo das sein wird, ist derzeit noch offen.

von Martina Staudinger

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