Ein buchstäblich "schweres" Erbe

+
Kein leichter Brocken und dennoch ein gewichtiges Erbe: die Steinzeichnung der Stadt Marktoberdorf von 1818, die zu Beginn der Kartierung Bayerns als Druckvorlage diente. Zur Eröffnung der Wanderausstellung „Heimat auf Stein“ hoben sie Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell (v. li.), Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder, Landrätin Maria Rita Zinnecker und Landtagsabgeordnete Angelika Schorer.

Marktoberdorf/Ostallgäu – Ein gut gelaunter Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder entstieg vergangenen Donnerstag punkt 13.30 Uhr seinem Dienstauto vor dem Marktoberdorfer Landratsamt. Doch nicht die große Politik, die Frage nach der Begrenzung der Flüchtlingsströme etwa, bestimmte seinen Besuch: Minister Söder war gekommen, die von ihm initiierte Wanderausstellung „Heimat auf Stein“ im Foyer des Amtsgebäudes zu eröffnen.

Ein Leichtes also und bei einem Genusstermin blieb es. „Die Ausstellung ,Heimat auf Stein‘ ist bayerische Geschichte zum Anfassen“, sagte Söder und blickte auf 200 Jahre Vermessung in Bayern zurück. Dank der Erfindung der Lithografie, des so genannten Steindruckverfahrens, begann Bayern bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts, Karten, Texte und Bilder zu vervielfältigen – und seine Regionen parzellengetreu zu vermessen.

„Wir hatten das erste flächendeckende Kataster in Europa“, hob Söder die Rolle Bayerns hervor. In der Ausstellung sind daher mehrere Original-Lithografiesteine aus dem 19. Jahrhundert zu sehen: beispielsweise die Steinplatten „Marktoberdorf“ und „Füssen“ von 1818 sowie der Stein „Kaufbeuren“ von 1819.

Anlass für die Ausstellung „Heimat auf Stein“ ist das 150-jährige Jubiläum des weltweit größten Lithografiesteinarchivs im Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in München. Dort ist die erste vollständige Vermessung Bayerns (von 1808 bis 1864) archiviert – auf mehr als 26.600 Steinplatten, jeweils 50 bis 70 Kilogramm schwer. Der Grundstücksatlas von Bayern wog damals also rund 1.700 Tonnen.

Wunderbar in dieser Ausstellung zu sehen, wie jeder Stein in Spiegelschrift von Hand millimetergenau graviert wurde. Alle Häuser, Grundstücksgrenzen, Straßen und topografischen Elemente wie Bäume sind bis ins feinste Detail dargestellt. „Anhand dieser Platten lassen sich fast 200 Jahre Stadtentwicklung Marktoberdorfs nachvollziehen“, versprach der Heimatminister.

Marktoberdorf ist die letzte Station der Wanderausstellung, die in jedem Regierungsbezirk gezeigt wurde. „Heimat auf Stein“ ist im Landratsamt Ostallgäu bis zum 18. Dezember zu besichtigen. Geöffnet ist die Ausstellung montags bis donnerstags von 7.30 Uhr bis 17.30 Uhr sowie freitags von 7.30 Uhr bis 13 Uhr.

von Angelika Hirschberg

Auch interessant

Meistgelesen

Festzug mit Hindernissen
Festzug mit Hindernissen
Stadt in festlichem Gewand
Stadt in festlichem Gewand
Blasmusik mit Hauch von Beachparty
Blasmusik mit Hauch von Beachparty
Tänzelfesteröffnung 2017
Tänzelfesteröffnung 2017

Kommentare