Ausstellung im Gablonzer Haus zeigt noch bis 17. Mai Werke von Helmuth und Peter Krusche

Ein Name – zwei Generationen

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Peter Krusche vor dem „Favoriten“ unter seinen eigenen Bildern, dem 2014 entstandenen „Großen Waldweg-Bild“.

Kaufbeuren-Neugablonz – Auf Wunsch des Künstlers war alles ein bisschen anders bei dieser Vernissage zur Ausstellung „Helmuth und Peter Krusche; zwei Generationen – ein Name“ im Gablonzer Haus: Das Foyer war nicht bestuhlt, die Gäste wurden gleich in den Ausstellungsraum im 1. Stock dirigiert. Dort konnten sie sich mit einem Glas Sekt in der Hand locker plaudernd um den Maler Peter Krusche und Museumsleiterin Eva Haupt gruppieren oder bereits einen ersten Eindruck von den einander gegenüber gestellten Bildern von Vater Helmuth und Sohn Peter Krusche gewinnen.

Den Anstoß zu dieser Ausstellung habe ein Atelierbesuch bei Peter Krusche in Osterzell gegeben, wo auch die von ihm restaurierten Bilder seines Vaters Helmuth hingen, berichtete Museumsleiterin Eva Haupt und informierte über die biografischen Daten der beiden Künstler: Helmuth Krusche, 1927 in Gablonz an der Neiße geboren und 1997 in Kaufbeuren gestorben, konnte sich – hauptsächlich wegen des Krieges – als freischaffender Künstler nur bedingt verwirklichen. Nach dem Neuanfang in Neugablonz als Fachlehrer für Glas- und Porzellanmalerei an der Staatlichen Berufsfachschule für Glas und Schmuck widmete er sich jedoch der freien Malerei, die er so liebte, in jeder Minute, die er erübrigen konnte. Häufiges Motiv seiner akribischen Zeichnungen und Ölbilder waren Ansichten von Kaufbeuren und dem Allgäu. 

Für Sohn Peter, 1953 in Kaufbeuren geboren, stand dem Beruf als freier Maler von Anfang an nichts im Weg und er erzielte beachtliche Erfolge. Neben einer Reihe anderer namhafter Preise erhielt er 1981 den Sudetendeutschen Förderpreis und 1985 wurde er vom damaligen Oberbürgermeister Rudi Krause mit dem Kulturpreis der Stadt Kaufbeuren ausgezeichnet. Ein Portrait des Altbürgermeisters Krause von Peter Krusche gemalt ist auch in der Galerie der ehemaligen Oberbürgermeister im 2. Stock des Rathaus-Altbaus zu sehen (wir berichteten). OB Stefan Bosse freute sich über die zu Kaufbeurens Kulturvielfalt gehörige Künstler-„dynastie“ – denn mittlerweile ist bereits die dritte Krusche-Generation in der Person von Peters Tochter Eva als freischaffende Illustratorin und Malerin tätig. 

Auch er, so Bosse, habe „einen Krusche“ in seinem Amtszimmer hängen, eines der früher typischen Werke von Peter Krusche von Häusern mit gebrochenen Kanten in eher düsteren Farben. Seit dem Tod seiner Frau hat Peter Krusche jedoch nach eigener Aussage „eine neue Sicht auf die Schönheiten der Welt“ gewonnen, die er bereits mit dem Bilderzyklus „Infinito“ 2013 präsentierte (wir berichteten). Es lohnt sich, die von Eva Haupt angesprochenen „reizvollen Kontraste und überraschenden Übereinstimmungen“ bei den Bildern von Vater und Sohn herauszufinden. Bis 17. Mai haben Interessierte dazu die Gelegenheit, geöffnet ist die Ausstellung täglich außer Montag von 14 bis 17 Uhr und zusätzlich Ostermontag, 6. April. Am Karfreitag, 3. April, ist geschlossen. 

Das museumspädagogische Projekt „Unsere kunterbunte Stadt“ für Kindergärten und Grundschulen (wir berichteten) begleitet die aktuelle Ausstellung. Hierbei gestalten die Kinder mit Farbe und Karton inspiriert von den Bildern der Krusches eine Stadt nach eigenen Vorstellungen. Die Kinder-Arbeiten sollen ab Mittwoch, 29. April, der Öffentlichkeit vorgestellt werden. von Ingrid Zasche

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