Austausch mit Arbeitnehmern

Der neue AfA-Bezirksvorsitzende Marco Ströer – Interview zum Tag der Arbeit

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Die AfA als Sprachrohr der Arbeitnehmer: Bezirksvorsitzender Marco Ströer aus Ruderatshofen.

Marktoberdorf/Ruderatshofen – „Ich will die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften und den Arbeitnehmern innerhalb der Partei wieder aktiver und lebhafter gestalten. Wir haben hier ein tolles Potential und ich bin zuversichtlich, dass es uns gelingt.“ Das sagt Marco Ströer aus Ruderatshofen; der 33-Jährige aus dem SPD-Ortsverein Marktoberdorf ist heuer zum Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in Schwaben gewählt worden. Der Kreisbote hat mit ihm zum Tag der Arbeit am 1. Mai ein Interview geführt.

Wie lässt es sich an mit dem neuen Posten als AfA-Bezirksvorsitzender?

Marco Ströer: Es ist natürlich schön, das Vertrauen der Genossinnen und Genossen bei der Wahl zum Vorsitzenden zu bekommen. Dies ist aber auch mit viel Arbeit verbunden, was einen herausfordert. Der gesamte Vorstand besteht jedoch aus Genossinnen und Genossen, die mich tatkräftig bei der Arbeit unterstützen.

Was wollen Sie als AfA-Bezirksvorsitzender anschieben – und was können Sie anschieben?

Marco Ströer: Die AfA ist das Sprachrohr aller Arbeitnehmer innerhalb der SPD um Arbeitnehmerthemen parteiintern nach vorne zu bringen. Dazu können wir auf viele engagierte Gewerkschafter, Betriebsräte und Arbeitnehmer setzen, die aus ihrem Arbeitsalltag Themen in die Politik tragen. Ich will die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften und den Arbeitnehmern innerhalb der Partei wieder aktiver und lebhafter gestalten. Wir haben hier ein tolles Potential und ich bin zuversichtlich, dass es uns gelingt. Ebenfalls werden wir uns z.B. weiterhin für eine Erwerbstätigkeitsrente einsetzen in die alle Erwerbstätigen einzahlen, für einen höheren Mindestlohn, für die Stärkung des Betriebsverfassungsgesetzes und vieles mehr.

Was ist Ihr Eindruck: Wie schwer tut sich die SPD, heutzutage im Kreis der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Gehör zu finden?

Marco Ströer: Wenn wir die letzten Wahlergebnisse anschauen wohl sehr schwer. Die Anzahl an Arbeitnehmern ist ja deutlich höher als unsere Wahlergebnisse. Die Themen für die Arbeitnehmer sind z.B. mit dem Weiterbildungsgesetz, der Grundrente, dem Mindestlohn von der SPD bereits gesetzt. Leider sind jedoch Zustände auf dem Arbeitsmarkt vorhanden, die dringend korrigiert werden müssten. Wir haben in der Vergangenheit nicht mutig genug unsere Ziele formuliert und nur mit Kompromissen innerhalb der Großen Koalition auch nicht immer gut aussehen können. So, denke ich, haben wir das Gehör unter den Arbeitnehmern verloren.

Und wie lässt sich das ändern?

Marco Ströer: Mit einer klar erkennbaren Politik für die Arbeitnehmer können wir auch wieder die Akzeptanz unter den Arbeitnehmern zurückgewinnen. Dass es da dringend Handlungsbedarf gibt, ist eindeutig und das zeigen auch Zahlen aus dem DGB-Report. Die Tarifbindung aller Beschäftigten in Bayern nähert sich der 50 Prozent-Grenze. Zum Vergleich liegt sie in Schweden, Belgien und Österreich bei über 90 Prozent. Klar ist, dass hier eine Kehrtwende her muss, um die Arbeitsbedingungen wieder für alle Arbeitnehmer zu verbessern.

Worauf kommt es Ihnen in der AfA besonders an?

Marco Ströer: Jeder Arbeitnehmer muss von seiner Arbeit gut leben können und soll die Wertschätzung für seine Arbeitsleistung erhalten. Wir wollen weiterhin für sozial abgesicherte und existenzsicherende Arbeitsplätze gemeinsam mit den Gewerkschaften kämpfen. Dafür steht die AfA innerhalb der SPD und wird auch in Zukunft dafür eintreten.

Wie groß ist denn der Bezirksverband, und wie viele sind es bayernweit?

Marco Ströer: Der Bezirksverband besteht aus zehn Unterbezirken. In Bayern sind es insgesamt sieben Bezirksverbände, die dem Landesvorstand, welchem ich ebenfalls angehöre, untergeordnet sind.

Wo und wie oft tagt der AfA-Vorstand?

Marco Ströer: In etwa sechsmal im Jahr in Augsburg, da dies für alle der zentrale Ort ist.

Wie lässt sich die Aufgabe mit weiteren Ehrenämtern und mit Hobbys vereinbaren?

Marco Ströer: Als Vater von drei Kindern ist es natürlich nicht immer leicht, alles unter einen Hut zu bekommen. Dank meiner Ehefrau, die mich mit viel Verständnis und Tatkraft dabei unterstützt, ist dies möglich. Zudem hilft die digitale Welt, weil sie die Arbeit etwas ortsunabhängiger gestaltet. Ich investiere gerne Zeit in die politische Arbeit, weil ich glaube, dass wir in einer starken Demokratie die Lebensbedingung für alle Menschen verbessern können.

Zur Person: Marco Ströer ist 33 Jahre alt und arbeitet als Prozessmanager in der Mikrotechnologie in Kaufbeuren bei Mikrosysteme Wiedemann. Er ist verheiratet und wohnt in Ruderatshofen. Dem SPD-Ortsverein Marktoberdorf gehört er seit 2017 an. AfA-Bezirksvorsitzender ist er seit 2019. Seine Hobbys sind Fußball (Trainer F-Jugend) und Lesen.

jj

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