Mit Bauarbeiten gestartet

Ausweichschule zum Neubau der St. Martin-Grundschule aufgestellt

Baustelle mit Kran
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Vergangene Woche wurde die Ausweichschule für die St. Martin-Grundschule aufgestellt. Jetzt folgt der Innenausbau. Insgesamt drei Etagen wird es dann geben.
  • vonKai Lorenz
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Marktoberdorf – Voll im Zeitplan wurde seit vergangener Woche neben dem Modeon die Ausweichschule zum Neubau der St. Martin-Grundschule aufgestellt. Am heutigen Mittwoch soll die Aufstellung bereits abgeschlossen sein. Gute Nachrichten auch bei den Kosten. Diese sollen rund eine Million Euro geringer ausfallen.

Wie berichtet, hatte der Stadtrat in einer gesondert angesetzten Sitzung mit 22:3 Stimmen den Bau des provisorischen Ausweichquartiers beschlossen. Nötig wurde dies, weil nur mit einer gesicherten Ausweichschule der Neubau der St. Martin-Grundschule erfolgen kann. Zuvor schien das Projekt auf Eis gelegt, nachdem sich mehrere Stadträte dagegen ausgesprochen hatten (wir berichteten mehrfach). Im Fokus standen unter anderem die Kosten von rund 5,9 Millionen Euro für eine Ausweichschule, die nach wenigen Jahren rückgebaut werden müsse. Aber auch die Preissteigerung des Projektes von ursprünglich angesetzten 2,8 Millionen Euro auf rund 5,9 Millionen Euro stieß manchem Stadtrat damals sauer auf. Vor allen die Art und Weise, wie die Verwaltung die Preissteigerung kommuniziert hatte, wurde kritisiert.

Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell erklärte damals die Steigerung mit der vertieften Kostenschätzung, die laut des externen Planungsbüros sowohl die Anforderungen an einen geregelten Unterricht als auch alle gesetzlichen und sicherheitstechnischen Auflagen, wie Brandschutz und Barrierefreiheit beinhalte. Und Hell gab damals zu, dass die erste Schätzung der Bauverwaltung „auf die Schnelle und auf Druck“ entstanden sei. Die neuen Zahlen dagegen seien ehrlich und ein Worst-Case-Szenario. Denn natürlich würde die Stadt alle Möglichkeit ausschöpfen, unter Einbeziehung möglichst vieler Angebote eine günstigere Lösung zu bekommen, ohne dass Nachteile für die Kinder entstünden.

In die heiße Debatte hat sich damals auch das Staatliche Schulamt eingeschaltet. Schulamtsdirektorin Karin Weikmann sah es als hohe Notwendigkeit an, den Bau der Ausweichschule auf den Weg zu bringen. Die Behörde mahnte Umstände im bestehenden Schulgebäude an, „die möglicherweise schulaufsichtliche Maßnahmen nötig machen“. Das Schulamt sah darüber hinaus in der geplanten Ausweichschule eine gute Lösung, die den Anforderungen eines geregelten Unterrichtsbetriebs angepasst ist.

In einem Brief an den Kreisbote äußerte sich damals auch Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell zum Neubau-Projekt der Martinsschule. Er erinnert daran, dass der Betrieb von Schulen eine Pflichtaufgabe der Kommune sei und dass sich Marktoberdorf bereits seit zwölf Jahren in Diskussionen um diese Schule aufgerieben habe. „Die ewige Diskussion hat dazu geführt, dass wir nach über einem Jahrzehnt mittlerweile an der bestehenden Schule einen baulichen Zustand haben, an dem ein Unterricht für Schüler und Lehrkräfte nicht mehr zumutbar ist.“

Laut Stadtverwaltung betragen die Gesamtkosten für den Neubau der Grundschule nach einer vertieften Baukostenschätzung der Fachplaner knapp 28 Millionen Euro. Darin inbegriffen sind bereits die Kosten für den Abbruch der alten Schule, Entsorgungskosten, Hangsicherung, Grundwasserrückhaltung und auch die Möblierung der neuen Schule. Nicht inbegriffen sind die Kosten für die Ausweichschule von rund 5,9 Millionen Euro. Allerdings seien auch staatliche Zuschüsse für den Neubau von Grundschule, Hort und Turnhalle noch nicht berücksichtigt.

Ausweichschule wird günstiger

Wie Marion Schmidt von der Abteilung Stadtplanung/Hochbau auf Anfrage des Kreisbote mitteilte, sollen die Aufstellungsarbeiten der Container am heutigen Mittwoch abgeschlossen sein. Parallel dazu wird mit dem Innenausbau begonnen. Der Umzug der Schule findet laut Schmidt in den Sommerferien im August statt, sodass dann die Räumlichkeiten im neuen Schuljahr genutzt werden können.

Mit Blick auf die Kosten des Projektes kann Schmidt noch gute Nachrichten verkünden. Gegenüber der Kostenschätzung von rund 5,9 Millionen Euro konnte der Auftrag um rund eine Million Euro günstiger vergeben werden.

Angelika Hirschberg/Kai Lorenz

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