Ideen zu Verbesserungen im Ausbildungsbetrieb

Sicherheit in der Landwirtschaft

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Auszeichnungen für die besten sechs Arbeitsvorhaben erhielten an der Staatlichen Berufsschule Marktoberdorf: Maria Kleinheinz aus Eiberg, Thomas Jörg aus Prem, Anna Beck aus Günzach, Andreas Wassermann aus Günzach, Johannes Rietzler aus Felben und Maximilian Fischer aus Gutenberg. Fachlehrer Josef Herz und Schulleier Remigius Kirchmaier (links) sowie Sicherheitsberater Christian Schenk (rechts) gratulierten den tüchtigen Tüftlern.

Marktoberdorf – Jedes Jahr sind in der Landwirtschaft, bei rund 180.000 gemeldeten Betrieben innerhalb der Regierungsbezirke von Niederbayern, der Oberpfalz und in Schwaben, pro Tag an die 40 Unfälle zu beklagen und davon 30 bis 40 jährlich mit tödlichem Ausgang.

Diese erschreckenden Zahlen nannte Alois Schilling von der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft anlässlich der Siegerehrung und Vorstellung sinnvoller sicherheits­technischer Verbesserungen im elterlichen beziehungsweise Ausbildungsbetrieb der Auszubildenden im 1. Lehrjahr an der Staatlichen Berufsschule Marktoberdorf.

Schulleiter Remigius Kirchmaier und Fachlehrer Josef Herz wiesen deshalb auch in ihren einleitenden kurzen Ansprachen darauf hin, dass von jeher die Sicherheit im Beruf traditionell im Rahmen des Unterrichts größte Beachtung erhalte. Deshalb stehe man vonseiten der Schule voll und ganz hinter einem von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau durchgeführten Projekt, bei dem jeder Auszubildende im Berufsgrundschuljahr ein sogenanntes Arbeitsvorhaben erstellen muss. Eine Maßnahme, die übrigens nur in Schwaben durchgeführt wird.

Wie der für den Landkreis Ostallgäu zuständige Sicherheitsberater Christian Schenk erklärte, bestand die Aufgabe darin, die Sicherheit im Betrieb durch entsprechende Maßnahmen zu verbessern, um Unfälle künftig zu vermeiden. Als erstes wurde dann der landwirtschaftliche Betrieb des Auszubildenden auf Unfallgefahren vom Sicherheitsbeauftragten besichtigt. Dabei wurden bei festgestellten Mängeln auch nach brauchbaren Lösungen für das Beheben gesucht. Diese angesprochenen Verbesserungsvorschläge dienten schließlich als Grundlage für das zu erstellende Arbeitsvorhaben.

Der Auszubildende musste daraufhin seine handwerklich auszuführende Arbeit, beispielsweise eine sichere Treppe, eine gesicherte Güllegrube oder eine Silobelüftung, zunächst in Form genauer Beschreibungen und Zeichnungen dokumentieren, die dann auch zur späteren Bewertung herangezogen wurden. Die gesamte Arbeit – Dokumentation und handwerklich-technische Ausführung – wurde am Ende von der Berufsgenossenschaft abgenommen und bewertet. Maximal 50 Punkte konnten erreicht werden.

Bei der Siegerehrung konnten die insgesamt 28 eingereichten Arbeitsvorhaben unter dem Titel „Arbeitssicherheit-Unfallschutz“ vom jeweiligen Urheber vorgestellt und anhand von Abbildungen und Zeichnungen näher erklärt und vorgestellt werden. Der Jury dürfte es nicht leicht gefallen sein, aus all diesen zum Teil sehr sinnvollen und aufwendigen Arbeiten die sechs besten und prämierten Objekte herauszufinden.

Mit 47 von 50 möglichen Punkten landete schließlich Maria Kleinheinz aus Eiberg mit ihrer Treppenkonstruktion auf dem 1. Platz, gefolgt von Thomas Jörg aus Prem und Anna Beck aus Günzach mit jeweils 43 Punkten und ihren durchdachten Forstkisten“. Mit 42 Punkten kam Andreas Wassermann aus Günzach mit einer technisch ausgereiften Rückfahrkamera und Absturzsicherung auf Platz 4, vor den punktgleichen Johannes Rietzler aus Felben mit einem Steckgeländer und Futterfalle sowie Maximilian Fischer aus Gutenberg, der eine ungesicherte Leiter durch eine stabile Treppe nebst Podest ersetzt hatte.

von Klaus-Dieter Körber

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