1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Kaufbeuren

Autorin Uta Brunnhuber erhält Auszeichnung

Erstellt:

Von: Angelika Hirschberg

Kommentare

Uta Brunnhuber erhält die höchste Auszeichnung der Stadt für Verdienste in Kultur und Bildung von Bildungsreferent Thorsten Krebs (links) und Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell
Uta Brunnhuber erhält die höchste Auszeichnung der Stadt für Verdienste in Kultur und Bildung von Bildungsreferent Thorsten Krebs (links) und Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell. © Hirschberg

Marktoberdorf – Mit Poesie führte Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell in die vergangene Sitzung des Stadtrates ein. Er verlas ein Gedicht der Markt­oberdorfer Autorin Uta Brunnhuber – und das war in der Tat so ungewöhnlich, dass das Stadtoberhaupt darüber sogar die Einhaltung der Tagesordnung außer Acht ließ.

Anstatt also Einwände gegen das Protokoll der letzten Sitzung zu prüfen, rezitierte er Brunnhubers Gedicht „Lindenallee“ von 1995. Anlass dieses ungewöhnlichen Beginns einer größtenteils gewöhnlichen Stadtratssitzung war die Verleihung der Genovefa-Brenner-Medaille an niemand anderen als eben Uta Brunnhuber. Sie hatte sich, wie ihr der versammelte Saal in stehendem Befall bekundete, auf außergewöhnliche Weise um Kultur und Bildung in Markt­oberdorf verdient gemacht.

Die Genovefa-Brenner-Medaille wird höchstens einmal im Jahr vom Kulturausschuss vergeben, sie ist benannt nach der 1764 in Oberdorf geborenen Mutter des Komponisten Carl Maria von Weber. „In Anerkennung Ihres jahrzehntelangen Wirkens für Bildung, Kultur und Gesellschaft in unserer Stadt verleiht Ihnen der Stadtrat die Genovefa-Brenner-Medaille 2022“, sprach es Bildungsreferent Thorsten Krebs dann laut aus. Er bedachte die Ausgezeichnete in seiner glühenden Laudatio als eine, die ganz im Sinne Aristoteles‘ das Staunen nie verlernt habe, mit dem jede Bildung beginne.

Sie habe große Spuren mit ihrer Arbeit für die Volkshochschule und damit die Erwachsenenbildung in der Kreisstadt hinterlassen. Als Schriftstellerin habe sich Uta Brunnhuber einen Namen weit über die Grenzen der Stadt hinaus gemacht, so Krebs, der den Lebenslauf der heute 85-Jährigen behutsam nachzeichnete. Uta Brunnhuber, 1937 in Böhmen geboren, kam 1946 nach Flucht und Vertreibung in die Nähe von München. Nach dem Schulbesuch ist Uta Brunnhuber 15 Jahre lang in München als Reiseverkehrsfrau tätig, lernt ihren späteren Mann Paul kennen und zieht mit ihm und zwei Söhnen 1979 ins Ostallgäu nach Markt­oberdorf. Nach dem Tod ihres Mannes 1988 muss sie ihr Leben neu ordnen.

Im selben Jahr noch engagiert sie sich als Leiterin und Vorsitzende der noch jungen Volkshochschule. Ein Ehrenamt, das sie über Jahrzehnte lebt und gestaltet. Erst vor wenigen Tagen, nach insgesamt mehr als drei Jahrzehnten, gibt sie den Vorsitz im Vorstand der Volkshochschule in jüngere Hände. Vermutlich, um diese frei zu haben für die höchste Auszeichnung, die die Stadt Marktoberdorf im Bereich Bildung und Kultur an ihre Bürgerinnen und Bürger zu vergeben hat: die Genovefa-Brenner-Medaille.

Auch interessant

Kommentare