Planfeststellungsverfahren soll folgen

B12-Ausbau zwischen Buchloe und Untergermaringen ist Thema im Jengener Gemeinderat

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Der Ausbau der B12 – auf unserem Bild in Höhe von Lindenberg und Jengen – schreitet allmählich voran. Demnächst kann der Antrag für das Planfeststellungsverfahren bei der Regierung von Schwaben eingereicht werden.

Jengen – Das Thema „B12-Ausbau“ und die Vorstellung der Planfeststellungsunterlagen sorgten für großes Interesse bei der jüngsten Sitzung des Jengener Gemeinderats.

Seit einer Mitte Januar 2019 stattgefundenen Bürger-Informationsveranstaltung, so Bürgermeister Franz Hauck, hätten sich an der zugrundeliegenden Planung des vierspurigen B 12-Ausbaus zwischen Buchloe und Untergermaringen keine nennenswerten Änderungen mehr ergeben.

Und so ging es in der Sitzung in erster Linie darum, dem Gemeinderat die entsprechend ausgearbeiteten Planfeststellungsunterlagen vorzustellen. Vom Staatlichen Bauamt Kempten, das für die Planung und Durchführung des Projektes zuständig ist, waren dazu Abteilungsleiter Thomas Hanrieder und Planungsleiter Jörn Danberg erschienen.

Wie Thomas Hanrieder eingangs erklärte, seien die notwendigen Vorarbeiten für den Bauabschnitt 6 (Buchloe bis Untergermaringen) abgeschlossen. In Kürze könne der Antrag für das Planfeststellungsverfahren bei der Regierung von Schwaben eingereicht und beantragt werden. Vier Wochen lang würden dann die Unterlagen öffentlich ausgelegt. Anschließend bestehe eine vierwöchige Einwendungsfrist. Die Einwände müssten schriftlich der Regierung von Schwaben übermittelt werden. Nach deren Würdigung werde dann versucht, in persönlichen Gesprächen eine gütliche Einigung zu erzielen. 

Anschließend könne ein Planfeststellungsbeschluss gefasst und die Unterlagen nochmals zwei Wochen ausgelegt und eine vierwöchige Einspruchsfrist abgewartet werden. Erst dann, falls keine weiteren Einwände und eventuell dadurch verursachte Verzögerungen eintreten, könne man die entsprechenden Grundstückskäufe in Angriff nehmen.

Parkplätze und Höchstgeschwindigkeit

Laut Thomas Hanrieder sorgen die Themen ruhender Verkehr und Tempolimit immer wieder Diskussionsstoff. Derzeit könne über die genauen Parkplatzstandorte nichts Definitives gesagt werden. Es würde davon ausgegangen, dass künftig nur noch zwei Plätze – pro Fahrtrichtung je einer im nördlichen und einer im südlichen Bereich – angelegt werden. Dabei geplant sei, dass diese ungefähr an den sogenannten Drittel-Punkten der Gesamtstrecke liegen. Dabei würden sie auch versetzt gebaut werden können. Verkehrsuntersuchungen, die derzeit noch laufen, müssten letztendlich Klarheit darüber bringen, wo entsprechender Bedarf besteht und auch verkehrstechnisch ein geeigneter Standort möglich wäre, so Hanrieder.

Auf die Frage nach einer eventuell vorgesehenen Geschwindigkeitsbegrenzung konnte jedoch keine zufriedenstellende Antwort gegeben werden. Nach einem vierspurigen Ausbau wären keine gesetzlichen Regelungen hinsichtlich Geschwindigkeitsbegrenzungen gegeben. Laut Hanrieder gelte lediglich eine empfohlene Richtgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern für Pkws. Dieses Tempo habe auch zur Berechnung des zu erwartenden Verkehrslärms gedient. Tempobegrenzungen könne allein der Gesetzgeber verordnen. Jedoch – falls die Lärmbelastung doch höher ausfalle – müsse letztlich das Bauamt eingreifen.

„Flüsterasphalt“ nicht dafür vorgesehen

Ab 49 Dezibel hätten Anwohner ein Anrecht auf geeignete Lärmschutzmaßnahmen, erklärte Abteilungsleiter Hanrieder. Geplante Lärmschutzwälle auf der Höhe von Lindenberg und Jengen sollen dafür sorgen, dass die berechneten Grenzwerte eingehalten werden. Skepsis kam auf, als von einem entsprechend höheren Verkehrsaufkommens nach dem B12-Ausbau gesprochen wurde.Auf Nachfrage wurde in diesem Zusammenhang versichert, dass für den gesamten Streckenabschnitt nur hochwertiger Splittmastixasphalt verarbeitet wird. Sogenannter Flüsterasphalt sei nicht vorgesehen, da die Lebensdauer derartiger Beläge nur sehr begrenzt sei.

Auch die notwendigen Ausgleichsflächen im Zusammenhang mit dem vierspurigen Ausbau kamen zur Sprache. Diese werden für derzeit landwirtschaftlich genutzte und für den Straßenausbau benötigte und geopferte Flächen gebraucht. Es würde alles getan, dass Grundstückseigentümer nicht zweifach belastet werden, so der Abteilungsleiter. Deshalb sei geplant, die jeweiligen Ausgleichsflächen in einem gewissen Abstand zur neu ausgebauten B12 anzulegen. Dadurch werde erreicht, dass keinesfalls vom gleichen Eigentümer Straßenbaugrund und Ausgleichsfläche beansprucht werden. So habe man beispielsweise in einer Kiesgrube bei Dösingen Platz gefunden, um einen notwendigen Naturausgleichspunkt zu schaffen. Weitere dazu geeignete Flächen werden noch gesucht.

Wer zu diesem Projekt noch mehr erfahren möchte, hat unter www.derallgäuschnellweg.de einen Einblick in die Planung.

Klaus-Dieter Körber

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