Bäume am Neuen Markt bleiben Thema

Die Zukunft der Zeder ist noch unsicher. Foto: kb

Die Natur findet bekanntlich immer einen Weg sich zu entfalten, zumindest, wenn man sie lässt. Manchmal geht sie dabei ungewöhnliche Wege, vor allem dann, wenn von Menschen geschaffenen Barrieren ihr den Weg versperren. So geschehen bei den aktuellen Bauarbeiten am Neuen Markt. Dort ist das Wurzelwerk der im Park befindlichen Bäume nicht, wie biologisch zu erwarten, in die Tiefe, sondern in die Breite gewachsen. Der Grund: Dicht unter der Oberfläche befinden sich offenbar Fundamente der ehemaligen Dynamit AG, die einen normalen Wurzelwuchs nach unten verhindern. Um den Baumbestand zu erhalten, muss die Stadt bei ihren Umgestaltungsmaßnahmen nun umdenken. Statt Asphalt wird nun Pflaster den Neuen Markt schmücken.

Da gerade der Erhalt der Bäume sowie die neue Wegführung am Neuen Markt samt Belag im Vorfeld von Neugablonzer Bürgern zu einem Politikum gemacht wurden, lag Oberbürgermeister Stefan Bosse viel daran, in einem Pressegespräch über die neuen Pläne, die er via Eilantrag bereits auf den Weg gebracht hat, zu berichten. So würde man den Baumbestand gefährden, wenn, wie beabsichtigt, zwischen den Bäumen der wasserdurchlässigen As-phalt aufgebracht wird. Die damit einhergehenden Arbeiten gehen zu tief. Die sich nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche befindlichen Wurzeln, könnten beschädigt werden und die Bäume so teils oder ganz absterben. Doch gerade der Erhalt des Baumbestandes war einer nicht kleinen Neugablonzer Bürgerschaft wichtig. Jetzt will OB Bosse zu seinem Wort stehen, denn er hatte den Erhalt der Bäume zugesagt. Dem wolle man nun nachkommen. Statt des Asphalts soll jetzt ein ebenes Pflaster, ähnlich dem des Platzes an der Marienkirche eingebaut werden. „Hier müssen wir nicht so tief ins Erdreich, als wenn wir Asphalt aufbringen würden“, erklärte Baureferatsleiter Ralf Baur. Wie wichtig der Stadt der Baumerhalt ist, spiegelt sich auch darin wider, dass sogar zwei Baumgutachter eingeschaltet wurden und statt normale Bagger, ein sogenannter wurzelschonender Saugbagger zum Einsatz kamen. Auch bei der Platzeinfassung, mit einer Stützmauer, werden um die Wurzeln zu schonen, statt üblicher Fundamente sogenannte Brückenfundamente gesetzt, um Lücken für die Wurzeln zu lassen. Auch die sogenannten Baumscheiben, also die Areale rund um die Bäume, werden nun großflächiger Ausfallen. Mehrkosten kommen durch diese Maßnahmen laut Baur nicht auf die Stadt zu. Demnach schlagen allein die Umbauarbeiten im Park am Neuen Markt mit 600000 Euro zu Buche. Verschieben wird sich jedoch der Zeitplan. Je nach Witterung können die Arbeiten jetzt bis in kommende Frühjahr dauern. Ursprünglich wollte man im November fertig sein. Im Zuge der Arbeiten im Park werden zudem zwölf neue Bäume gepflanzt und damit die Anzahl beinahe verdoppelt. Laut Baur mussten allerdings im Zuge der Bauarbeiten drei Bäume gefällt werden. Bauer betonte aber, dass zwei ohnehin schon teils abgestorben waren. Ob noch die große Zeder auf der Südseite den Baumaßnahmen weichen muss, ist fraglich, erklärte Baur. Laut dem Baureferatsleiter werden sich auch die Flächen (Baumscheiben) direkt unter den Bäumen gegenüber den alten Plänen vergrößern. Hier war bisher eine so genannte wassergebundene Decke oder auch etwa mit Rasen bepflanzte Flächen vorgesehen. Diese sollen nun in der Summe größer werden und etwa die Hälfte des Parkes ausmachen. Der Rest soll nun gepflastert werden. Der neue Belag ist dabei so ausgelegt, dass dieses auch von Rollstuhlfahrern gut passiert werden kann.

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