Bahn frei für Fische

Trotz Regen gute Laune: OB Stefan Bosse (vorne) und VWEW-Geschäftsführer Frank Backowies öffneten zusammen das Ventil der Fischaufstiegshilfe (FAH). Foto: VWEW

Dass Natur und Energiegewinnung nicht unbedingt im Gegensatz zueinander stehen müssen, zeigte sich kürzlich bei der Eröffnungsfeier für eine neue Fischaufstiegshilfe (FAH) an der Wertach in Hirschzell. Es ist die dritte von geplanten sechs solcher Anlagen, mit welcher die VWEW die Wertach nun auf eine Strecke von 19 Kilometern für Fische durchgängig gemacht hat.

Oberbürgermeister Stefan Bosse und VWEW-Geschäftsführer Frank Backowies öffneten zusammen das Ventil für den Durchfluss beim Wasserkraftwerk am Bärensee in Hirschzell. Dieses war bislang ein unüberwindbares Hindernis für die Wassertiere in der Wertach. Nun wird die Höhendifferenz von rund 8,5 Metern durch eine sogenannte „kombinierte Fischaufstiegshilfe“ überbrückt. „Die klassischen Stufen, die früher als Aufstiegshilfen angelegt wurden, werden heutzutage kaum mehr gebaut, da sie von den Fischen erfahrungsgemäß nur unzureichend angenommen werden und mit ihren flachen Becken ein ideales Revier für Raubvögel bieten“, erklärt Backowies. Bei der Fischtreppe am Bärensee geht dagegen das Oberwasser am Ein- und Ausgang in jeweils einen „Vertical-Slot-Pass“ (auch „Schlitzpass“) über, der aus einer Betonröhre mit Holzeinbauten besteht und besonders zur Überwindung von sehr unterschiedlichen Wasserspiegeln geeignet ist. Im Hinterland folgt dann eine naturähnliche Bauweise mit Steinen. „Die Sohle der Fisch- aufstiegshilfe ist derart gestaltet, dass auch die bodennahen Kleinstlebewesen einen Lebensraum und eine Aufstiegsmöglichkeit vorfinden“, so Backo- wies. Ansonsten wird die FAH von all den Fischarten genutzt, die in der Wertach und den angrenzenden Gewässern um Hirschzell leben – und das sind gar nicht mal so wenige: Neben der Äsche, einem Lachsfisch, gibt es dort auch die Barbe aus der Familie der Karpfenfische, das Rotauge und sogar Hechte sollen sich in der Wertach tummeln. Sie alle haben nun wieder die Möglichkeit, traditionelle Laichplätze flussaufwärts aufzusuchen und verhelfen der Wertach und ihren Zuflüssen dadurch zu mehr Natürlichkeit. „Auch die Spaziergänger und andere Naturbegeisterte werden von diesem kleinen Naherholungsgebiet hier profitieren“, verspricht Backowies. Zahlen und Fakten Durch den künstlichen Kanal der FAH fließen etwa 500 Liter pro Sekunde. Die Fischtreppe befindet sich auf der Turbinen-abgewandten Seite des Kraftwerks am Bärensee. 19 Kilo- meter Fluss sind nun durchgehend für die Tiere passierbar. Rund 650.000 Euro hat die VWEW in die Einzelmaßnahme investiert.

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