Die Bahn rollt die Oberleitungen aus

Elektrifizierung zwischen Buchloe und Leutkirch beginnt

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Auch „Max Maulwurf“ kommt zum Einsatz. Die Symbolfigur der Bahn für Bauarbeiten informiert in den Zügen „persönlich“ über den Schienenersatzverkehr im Zuge der Bauarbeiten an der Bahnstrecke Buchloe – Lindau.

Buchloe – Es wird ernst. Ab kommenden Freitag, 23. März verkehren ab 22 Uhr für die Dauer eines halben Jahres keine Züge mehr zwischen Buchloe und Leutkirch. Die Bahnkunden müssen dann auf Busse umsteigen.

Über die verschiedensten Kanäle wurden die Fahrpläne des Schienenersatzverkehrs inzwischen publiziert. Die Bahn hofft, dass sie alle ihre Kunden erreichen konnte. Grund für die Sperrung des Bahnverkehrs ist, wie mehrfach berichtet, die Elektrifizierung der Strecke München – Lindau. Gleichzeitig wird die Bahnstrecke für die Neigetechnikzüge ausgelegt.

Betroffen sind nach Auskunft der Bahn täglich rund 3600 Passagiere, die die Züge zwischen München und Lindau beziehungsweise umgekehrt nutzen. Darunter ist werktags ein hoher Anteil von Pendlern. „Wir haben versucht, die negativen Auswirkungen für die Fahrgäste zu minimieren“, betonte Bärbel Fuchs von DB Regio Bayern. Die Verkehrsvertragsmanagerin stellte diese Woche ihr Konzept des Schienenersatzverkehrs der Öffentlichkeit vor und hatte zu einer „Probefahrt“ zwischen Memmingen und Buchloe eingeladen.

Zum Einsatz kommen künftig zwei Bussysteme von und nach Buchloe. Wer in Memmingen oder Mindelheim wohnt oder diese beiden Städte als Ziel hat, kann den Schnellbus nutzen. Eingesetzt werden moderne Reisebusse, die über die Autobahn fahren. Der Zeitverlust gegenüber der Bahn ist nur minimal, denn diese Busse haben nur einen Stopp in Mindelheim. Sie haben aber den Nachteil, dass keine Fahrräder oder größere Gegenstände mitgenommen werden können.

Etwas zeitaufwendiger ist dagegen die Fahrt mit den „Ortsbussen“. Sie halten an allen Stationen, an denen auch die Züge halten. Zum Einsatz kommen Niederflurbusse. Fahrräder, Kinderwagen und sperrige Gegenstände sind hier kein Problem.

Ausgeklügelt sind die Haltestellen der Busse. Um die Fahrzeiten zu minimieren, halten die Busse beispielsweise in Mindelheim nicht auf dem Bahnhofsvorplatz sondern dahinter im Gewerbegebiet, wo auch die P+R-Plätze sind. Allein die Anfahrt über das Gewerbegebiet erspare mindestens zehn Minuten Fahrzeit, sagte Charly Haag, der für die Baukommunikation bei DB Regio Bayern verantwortlich ist.

In Buchloe wird der provisorische Bushalteplatz in der Karwendelstraße bei der Einfahrt zu den P+R-Parkplätzen eingerichtet. In Memmingen warten die Busse auf dem Busbahnhof am Bahnhofsvorplatz. In den kleineren Orten stoppen die Busse aber meist vor den Bahnhofsgebäuden. Eine Besonderheit gibt es in Rammingen. Dort hat die DB Regio in Absprache mit dem Allgäu-Skylinepark die Bushaltestelle des Schienenersatzverkehrs vor dem Eingang des Parks eingerichtet.

24 Busse täglich

Jeden Tag sind 24 Busse als Schienenersatzverkehr unterwegs. Die Zahl der Sitzplätze in den Bussen entspricht nach Aussage von DB Regio-Managerin Bärbel Fuchs der Kapazität der Züge.

Mit einer Sonderbroschüre, die auf allen Bahnhöfen, in den DB-Reisezentren und Verkaufsstellen verteilt werden, informiert die Bahn ihre Kunden über die Fahrzeiten der Busse im Schienenersatzverkehr. Diese Broschüren werden natürlich auch in den Zügen ausgelegt und durch „Max Maulwurf“ höchstpersönlich verteilt. „Max Maulwurf“ ist die Symbolfigur der Deutschen Bahn bei Bauarbeiten. Auch wird in den Zügen derzeit schon über Ansagen auf den Schienenersatzverkehr hingewiesen.

Informieren kann man sich als Kunde auch über die Aushänge an den Bahnhöfen, über das Internet (www.deutschebahn.com/bauinfos) , über die APP bauinfos.deutschebahn.com/mobile, über Bayerntext, Tafel 700 oder über die Service-Nummer der Bahn 0180/6996633.

Fahrscheine im Schienenersatzverkehr kann man beim Busfahrer vor Fahrtantritt kaufen, sagte Bärbel Fuchs. Es gelten die gleichen Preise wie im Bahnverkehr. Selbstverständlich können auch Online-Tickets genutzt werden. Für die Abo-Kunden der Bahn sind darüber hinaus individuelle nachträgliche Rabatte vorgesehen. Als kleine Entschädigung haben die Abo-Kunden bereits einen Gutschein für die Therme in Bad Wörishofen erhalten.

Der Streckenabschnitt zwischen Buchloe und Geltendorf bleibt zunächst von Sperrungen unberührt. Lediglich zwischen dem 11. Juni und 2. Juli ist eine Vollsperrung geplant. Dann gibt es dort auch einen Schienenersatzverkehr. Die Bahn wird rechtzeitig über die Buszeiten informieren.

An einzelnen Tagen kann es im Mai, August und September in Kißlegg beziehungsweise zwischen Hergatz und Lindau zu Sperrungen kommen. Die Bahn wird gesondert darüber informieren.

von Siegfried Spörer

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