Schon König Ludwig II nutzte den Biessenhofener Bahnhof

Ein neuer Treffpunkt

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Bei der Eröffnung des Bahnhofsvorplatzes in Biessenhofen kam auch König Ludwig „vorbei“ – in Erinnerung an den „Blauen Salon“, der dem Monarchen hier einst als Warteraum diente.

Biessenhofen – „Ein Treffpunkt für Familien, ein Platz für den Maibaum und das jährliche Brunnenfest“ – so die Vision des Biessenhofener Bürgermeisters Wolfgang Eurisch für den neuen Bahnhofsvorplatz der Gemeinde. Dieser wurde am Samstag offiziell eröffnet.

Mit dabei waren unter anderem MdL Angelika Schorer (CSU), die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker sowie Ferdinand Bisle vom Amt für ländliche Entwicklung in Krumbach. Bürgermeister Eurisch erklärte, dass die Sanierung der Poststraße in der Ortsmitte ab 2013 unter Mitwirkung des Amtes für ländliche Entwicklung und der Regierung von Schwaben stattgefunden habe. Geschaffen wurde nun ein barrierefreier Busbahnhof, sowie ein P&R-Parkplatz mit B&R-Bereich. 

Dabei ist der Brunnen das Herzstück in der Platzkonzeption der Irseer Landschaftsarchitektin Gudrun Dietz-Hofmann. Unter einem alten Kastanienbaum gelegen und von einer Hecke vor der B16 geschützt, hat sie hier einen Platz der Ruhe im Zentrum Biessenhofens verwirklicht. 

Humorvoll erinnerte 3. Bürgermeister Alwin Hönicke an die wechselvolle Historie des heutigen Bahnhofsvorplatzes. Früher, erinnert er sich, gab es geprägte Fahrkarten – heute dagegen brauche man teilweise „zuerst einen Kurs an der Volkshochschule“, um dem Automaten eine Fahrberechtigung zu entlocken. Zahlen und Fakten gab es von Ferdinand Bisle. 

Insgesamt 360.000 Euro, in etwa die Hälfte der Gesamtsumme, wurden demnach an Fördergeldern aus öffentlichen Mitteln für die Neugestaltung des Vorplatzes gezahlt, 9000 Euro generierten sich aus Spenden, den Rest schulterte die Gemeinde. 

Nach der Übergabe kam standesgemäß „König Ludwig II“ mit seinem Hofstaat vorgefahren. Grund: In früheren Zeiten beherbergte der Bahnhof Biessenhofen den sogenannten „Blauen Salon“, denn der Monarch nutzte den Bahnhof als Umsteigestation von München nach Schwangau und Neuschwanstein, das sich noch damals im Bau befand. Von hier fuhr er mit der Kutsche oder dem Schlitten weiter zu seinen Schlössern. 

Der Bahnhof Biessenhofen selbst wurde eröffnet am 1. April 1852 und liegt an der ältesten Bayerischen Eisenbahnlinie, der „Ludwig-Süd-Nord- Bahn” von München Richtung Lindau, die wiederum von 1841 bis 1853 errichtet wurde. Die Bahnlinie von Biessenhofen nach dem damaligen „Oberdorf“ (heute Marktoberdorf) wurde erst 24 Jahre später gebaut und die Strecke von Biessenhofen nach nach Füssen 37 Jahre später. Auch der Schah von Persien, Mussaffer Eddin Mirza fuhr 1889 durch Biessenhofen.

von Werner Wolf

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