Die Autofahrer müssen noch warten

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Erst im kommenden Frühjahr werden Autofahrer die neue Unterführung an der Augsburger Straße nutzen können. Derzeit wird an der Grundwasserwanne gebaut. Die späteren Asphaltierungsarbeiten sind wetterabhängig.

Buchloe – Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute zuerst. Die neue Bahnunterführung an der Augsburger Straße ist in Kürze passierbar, allerdings nur für Fußgänger. Die schlechte Nachricht betrifft vor allem die Autofahrer. Sie müssen noch bis zum Frühjahr warten.

Ursprünglich war das Ziel, die Unterführung für den Autoverkehr noch vor Weihnachten zu öffnen. „Das war ein zu ehrgeiziges Ziel“, gibt Josef Merk, Abteilungsleiter Straßenbau beim Staatlichen Bauamt in Kempten, unumwunden zu. Prämisse dieser Aussage war aber auch immer, dass alles optimal laufen müsse, betonte Merk gegenüber unserer Zeitung.

Gegenwärtig wird unter dem Brückenbauwerk eine Bodenwanne gebaut, auf der dann die Straße verlaufen soll. Die Wanne ist wegen des hohen Grundwasserstandes notwendig. Während der Brückenbauarbeiten hatten Grundwasserpumpen und Spundwände dafür gesorgt, dass die Baustelle nicht überflutet wurde. Der Fachmann aus Kempten betonte, der Bau der Bodenwanne sei sehr aufwändig, da der ganze Bereich sehr verwinkelt sei.

Einen genauen Zeitpunkt für die Freigabe der Unterführung auch für Autofahrer konnte Josef Merk noch nicht nennen. „Sobald es dann das Wetter zulässt, werden wir in den Straßenbau einsteigen“. Für die Asphaltierung sollte eine Temperatur von mindestens fünf Grad Celsius herrschen.

Hintergrund des Neubaus der 110 Jahre alten Eisenbahnbrücke war, dass sie als nicht mehr sanierungsfähig galt. Der Bau selbst war eine technische Meisterleistung. Das 1800 Tonnen schwere Brückenteil war neben der alten Brücke aufgebaut worden. Das neue und fertige Brückenteil wurde dann auf Schienen nach dem Abriss der alten Brücke eingeschoben. Die Dauer der Aktion belief sich auf eine Woche. Der Vorteil dieser Bauweise ist, dass der Schienenverkehr zwischen Buchloe und Kaufering bis auf die eine Woche während der ganzen Bauarbeiten aufrecht erhalten werden konnte. Diese Technik gibt es nach Auskunft der Bahn seit den siebziger Jahren. Streckensperrungen werden im Bahnverkehr auf ein Minimum reduziert. Überschattet wurden die Bauarbeiten beim Einschub der neuen Brücke durch einen schweren Arbeitsunfall (wir berichteten).

Die neue Unterführung ist breiter und höher als die alte. Die Stadt Buchloe hatte bereits 2012 entschieden, die Chance zu nutzen, einen Fuß- und Radweg im Rahmen der Brückenbauarbeiten mit einzuplanen. Während die Brückenbaukosten von der Bahn und die Straßenbaukosten vom Staatlichen Bauamt in Kempten getragen werden, da es sich um eine Staatsstraße (2035) handelt, muss die Stadt für die Kosten des Geh- und Radwegs aufkommen. Bürgermeister Josef Schweinberger hatte damals auch im Hinblick auf die Kosten von einer „einmaligen Chance gesprochen, die man nur alle einhundert Jahre bekommt“.

Bisher reichte bei der alten Brücke die Breite gerade aus, dass zwei PKW nebeneinander knapp Platz hatten. Die lichte Breite, die nun verwirklicht ist, liegt bei 11,80 Meter. Dazu kommen noch einmal die drei Meter für den Geh- und Radweg.

Für die Bahn ist die Buchloer Brückensanierung ein Baustein des Großprojektes „Elektrifizierung und Ausbau der Strecke München-Memmingen-Lindau“. Bis ins Jahr 2020 werden mehr als 300 Millionen Euro in die Region investiert. Insgesamt umfasst das Streckennetz in Bayern 6000 Kilometer. Nach Auskunft der Bahn sollen in einer der größten Investitionsoffensive etwa 200 Brücken neu gebaut oder saniert werden. Weiter werden rund 1200 Kilometer Gleise binnen fünf Jahren ausgetauscht.

Im Zuge der Buchloer Bauarbeiten wurde nicht nur die Brücke an der Augsburger Straße erneuert, sondern auch eine kleinere Brücke über einen Feldweg nahe Holzhausen.

von Siegfried Spörer

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