Elektrifizierung und bessere Anbindung

Bahnverkehr im Ostallgäu: positive Signale aus München

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Das Ostallgäu soll durch höhere Taktverdichtungen insbesondere für Pendler inner- und außerhalb der Region besser angebunden werden.

Ostallgäu – Seit vielen Jahren engagiert sich der Landkreis Ostallgäu entschlossen dafür, die Bahnverbindungen sowohl innerhalb des Landkreises als auch in der Anbindung nach außen nicht nur zu erhalten, sondern das Angebot für die Bürger stetig und nachhaltig zu verbessern. Landrätin Maria Rita Zinnecker hat sich deshalb beim Verkehrsdialog in Marktoberdorf mit verschiedenen Forderungen an Dr. Hans Reichhart, Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, gewandt.

Dieser hat nun im Einzelnen auf die Ostallgäuer Themen reagiert und auch teilweise Lösungen angeboten. Insbesondere gehören dazu eine möglichst schnelle Elektrifizierung und Taktverdichtungen, um Pendlern ein Angebot für den Umstieg vom Auto auf die Bahn zu machen.

Im Gespräch mit der Landrätin sicherte der Staatsminister zu, die Fahrzeugkapazitäten zwischen Buchloe und München gerade zu den Pendlerspitzenzeiten morgens und abends durch Verstärkerzüge aufzufangen. Zinnecker begrüßte die Reaktion auf eine Forderung des Landkreises: „Dies ist eine deutliche Verbesserung für die Berufstätigen, die in Richtung München pendeln.“ Auch die von Reichhart angekündigte Elektrifizierung von Reutte/Tirol bis Pfronten-Steinach sei ihrer Auffassung nach ein erster Schritt in die richtige Richtung. Allerdings müsse auch die Strecke von Füssen nach Buchloe und weiter bis Augsburg elektrifiziert werden. Nach Mitteilung des Staatsministers wurde die Strecke nun für das neue Elektrifizierungsprogramm „Elektrische Güterbahnen“ beim Bund angemeldet.

Zusätzliche Fahrten – stündliche Halte

Ab Dezember 2019 werden an den Tagesrandlagen zusätzliche Fahrten von Kaufbeuren nach Füssen sowie von Füssen nach Marktoberdorf eingeführt. Dies führt insgesamt zu mehr Verbindungen zwischen Füssen und Augsburg/München. Ab Dezember 2021 gibt es zudem Taktverdichtungen auf der Strecke Buchloe – Kempten. Dann fahren zusätzliche zwölf Züge von Montag bis Freitag und 18 Züge an Wochenenden: Günzach und Biessenhofen erhalten also stündliche Halte.

Die Wiedereinführung eines Bahnhaltes in Aitrang ist ebenfalls ein dringendes Anliegen des Landkreises. Durch die Taktverdichtungen ab Dezember 2021 ist ein Hauptkriterium „Stündlicher Halt“ für die Reaktivierung des Bahnhaltes Aitrang nun gegeben. Fehlende Finanzmittel und mangelnde Wirtschaftlichkeit seien „keine unüberwindbaren Hindernisse“. Dies gerade vor dem Hintergrund, dass die Fahrgastzahlen auf den Strecken im Allgäu um 25 bis 30 Prozent und in Richtung München um 15 Prozent angewachsen sind.

Elektrifizierung

„Wir müssen auch weiter über alternative Antriebstechniken nachdenken und sprechen“, so die Landrätin, die 2018 erfolgreich einen Ministerratsbeschluss zur Bayerischen Elektromobilitätsstrategie (BESS) erreicht hat. Ab Mitte der 2020er Jahre soll testweise ein Regionalzug mit sogenannter LOHC-Technik (siehe unten) im Ostallgäu eingesetzt werden. Bei diesem Zug wird Wasserstoff in einem nicht entflammbaren Speichermedium mitgeführt.. „Die schnellstmögliche Umsetzung der für die Allgäuer Strecken passenden alternativen Antriebe wäre wünschenswert“, sagte Zinnecker. „Sollte dies nicht zeitnah geschehen können, spricht dies noch deutlicher für eine schnelle Elektrifizierung der Strecken.“ Hier müsse man „am Ball beleiben und zeitnahe Umsetzungen einfordern“.

von Wolfgang Becker


LOHC steht für Liquid Organic Hydrogen Carrier und ist ein flüssiges, organisches Trägermaterial. Es handelt sich um eine Kohlenstoffverbindung auf Erdölbasis. Das LOHC selbst spielt für den Antrieb der Verbrennungsmotoren allerdings keine Rolle, da die Energie aus der Verbrennung des darin gebundenen Wasserstoffs freigesetzt wird. Das LOHC ist als Trägermaterial dennoch unerlässlich, weil es die Transportsicherheit des Wasserstoffs garantiert.

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