Bald läuten sie wieder

Glocken der Buchloer Stadtpfarrkirche feierlich geweiht

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Jetzt sind sie endlich fertig: die neuen Glocken der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Buchloe. Allerdings wird es wohl noch bis Oktober dauern, bis das Geläut im neu restaurierten Glockenturm erklingen wird.

Buchloe – Endlich sind sie da, die vier neuen Glocken der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Buchloe. Schon etwas ungeduldig wurden sie erwartet. Und so war der Feiertag Mariä Himmelfahrt ein echter Freudentag für die so zahlreich erschienenen Gläubigen aus Buchloe und Umgebung.

Mit großem Interesse wurde der Werdegang der neuen Glocken verfolgt. So war eine Buchloer Delegation in der Glockengießerei Bachert in Neunkirchen, in der Nähe von Heidelberg, mit dabei, um den Entstehungsprozess hautnah mitzuerleben. Der dortige Gussmeister und sein Team leisteten dabei Schwerst­arbeit. Ein unvergessliches Erlebnis für die Zuschauer, als die Ofenklappen geöffnet und „ihre Glocken“ – die Dreifaltigkeits-, die Franziskus- und die Crescentiaglocke – gegossen wurden. Der Guss der vierten, dem Heiligen Josef geweihten Glocke, erfolgte eine Woche später.

Die fünfte Glocke – die Marienglocke –, die seit dem Jahre 1623 als historisches Kleinod dem Ganzen nun angehört, wurde ebenfalls repariert und im Glockenschweißwerk der Firma Lachenmeyer mit rund sechs Kilogramm Bronze in einem speziellen Schweißverfahren ausgebessert. Auch sie stand an diesem Festtag, zusammen mit ihren neu gegossenen „Schwestern“, im Rampenlicht.

In einem prächtigen Festzug wurden diese, angeführt von der Stadtkapelle Buchloe, der Geistlichkeit, zahlreichen Fahnenabordnungen und Ehrengästen, wie etwa Buchloes Bürgermeister Josef Schweinberger, über die Augsburger Straße zum liebevoll geschmückten Kirchplatz gebracht. „Schea sind´se gworden, unsre Glocken“, konnte man immer wieder anerkennend hören.

Die größte Glocke, der „Heiligsten Dreifaltigkeit“ geweiht, wiegt an die 3.000 Kilogramm und ist auf den Schlagton h gestimmt. 1.700 Kilogramm bringt die „Franziskusglocke“ auf die Waage, ihr Schlagton ist dis. Die drittschwerste im Bunde ist die der Heiligen Crescentia von Kaufbeuren geweihte „Crescentiaglocke“, von der Stadt Buchloe gestiftet. Sie wiegt 1.050 Kilogramm und ertönt mit fis. Kleinste Glocke, mit 780 Kilogramm , ist die „Josefsglocke“ mit dem Schlagton gis. Von alters her gilt sie als Sterbeglocke und trägt die Inschrift „Bitte für unsere Toten. Herr, gib Ihnen die ewige Freude“.

Die Glocken bezeichnete der Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger als klangvolle Symbole, durch die Gott uns Menschen immer wieder auf´s Neue rufe und erinnere, dass er uns in seinem Hause sehen möchte. Die Glocken seien sozusagen die „Stimmen des Himmels“ und ein nicht zu überhörendes Signal hinaus in die Welt.

Weihbischof Dr.Dr. Anton Losinger (re), begleitet von Stadtpfarrer Reinhold Lappat, brachte erstmals für alle Anwesenden hörbar, die neuen Glocken zum klingen. Allerdings soll ihr Klang noch wesentlich besser sein, wenn sie droben im Turm hängen.

Nach dem Segensspruch und der Weihe brachte der Weihbischof in Begleitung von Stadtpfarrer Reinhold Lappat mit einem Hammer die Glocken erstmals zum Klingen. Schmunzelnd meinte er, dass sich der Klang bestimmt noch besser anhören werde, wenn die Glocken erst einmal im Turm droben hängen.

Dies bestätigte auch Pater Stefan Kling, der Glockensachverständige der Diözese Augsburg. Er hatte bereits im Vorfeld die Glocken hinsichtlich Schlag- und Nebentönen mit Präzisionsstimmgabeln einzeln geprüft.

Und so wartet nun die Kirchengemeinde von Mariä Himmelfahrt voller Ungeduld darauf, wenn nach Fertigstellung des Glockenstuhls im Oktober in Buchloe erstmals die neuen Glocken zu hören sind.

Abschied nach 22 Jahren

Der Tag brachte noch ein weiteres Ereignis. Stadtpfarrer Reinhold Lappat verabschiedete sich nach der feierlichen Glockenweihe von seiner Pfarrgemeinde. Vor 22 Jahren hatte er in Buchloe seinen seelsorgerischen Dienst angetreten. Als Pensionär wird er künftig in der Umgebung vom Ammersee vor allem in der Notfallseelsorge tätig sein. Nachfolger zum 1. September ist Dekan Dieter Zitzler, der sich mit Sicherheit schnell und gut in seiner neuen Pfarrgemeinde Buchloe einleben wird, nachdem er gebürtig aus Kirchheim bei Bad Wörishofen stammt.

von Klaus-Dieter Körber

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