Heimat schmackhaft machen

Barkeeper Florian Zitt aus Blonhofen hat einen ganz besonderen Drink entwickelt

Allgäu Drink Hay; Florian Zitt aus Blonhofen
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Der Geschmack des Allgäus: Florian Zitt aus Blonhofen hat ihn jetzt mit seinem Allgäu Drink Hay in Flaschen abgefüllt.
  • Agnes Reißner
    VonAgnes Reißner
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Blonhofen – Oft sind es Lieder und Gerüche, mit denen wir besondere Erinnerungen verbinden. Gleiches gilt aber auch für bestimmte Geschmäcke. Der Pina Colada im Urlaub oder die Partyspirituose aus der Jugend: Trinkt man ein bestimmtes Getränk, kommen oftmals längst vergessene Erlebnisse wieder ins Gedächtnis und wecken Sehnsüchte an alte Zeiten. Einer, der es sicherlich versteht, solche Momente zu kreieren, ist Barkeeper Florian Zitt aus Blonhofen. Mit nur 21 Jahren ist er jetzt bereits in einer leitenden Position an der Bar in einem Münchner Fünf-Sterne-Hotel. Nun hat er sich noch einer weiteren Herausforderung gestellt. Er hat einen Drink auf den Markt gebracht, der den Geschmack seiner Allgäuer Heimat vermitteln soll.

Wer jetzt vermutet, dass dieses Projekt über Jahre hinweg gereift ist, irrt sich. Nachdem Zitt die Hotel- und Tourismusschule abgebrochen hatte, entschied er sich 2017 für eine Ausbildung beim Bayerischen Hof in München. Auch hier war keineswegs von Anfang an klar, dass sein Platz zukünftig hinter der Bar sein würde. Erst der damalige Barchef habe sein Potenzial erkannt. Nach dessen unerwartetem Tod war es für Zitt ein umso größeres Anliegen, sich mit der Materie auseinanderzusetzen. Und er hat den Beruf des Barkeepers für sich entdeckt. Vor allem das Jahr unter Corona hat er dabei nicht ungenutzt verstreichen lassen. Er besuchte in der Landeshauptstadt mehrere Kurse vom grundlegenden Know-how bis hin zum Barmanagement. Letzteres verschaffte ihm trotz seiner jungen Jahre nicht nur einen Job an der Bar in einem Münchner Fünf-Sterne-Hotel, wo er über den Dächern der Stadt Cocktails mixt. Sondern brachte ihn letztendlich auf die Idee, einen eigenen Drink zu vertreiben.

Die Idee dahinter: Ein Getränk zu entwickeln, das auch in der Großstadt das Gefühl vermittelt, man stehe direkt vor herrlichem Alpenpanorama inmitten von gemähten Wiesen. Der Geruch von frisch getrocknetem Gras ist mit dieser Vorstellung sicherlich unweigerlich verbunden. Und so liegen die Zutaten für den Allgäu Drink Hay fast schon auf der Hand: Heuschnaps aus der Allgäu Brennerei, Honig, ein Münchner Gin und Tee aus dem Kaufbeurer Teeladen. Dafür hat er insgesamt 62 Liter in der heimischen Küche gekocht. Kein ganz leichtes Unterfangen, wenn man bedenkt, dass das Verhältnis von Wasser und Tee stimmen muss. Von der Idee im März bis zum Verkaufsstart Ende Juni sind gerade einmal drei Monate vergangen, in denen einige Hürden bewältigt werden mussten. Zitt ist froh, dass erfahrene Leute aus der Branche ihm zur Seite standen und Tipps gaben. Die ersten 250 Flaschen sind schon im Verkauf, die nächsten 500 stehen schon zur Abfüllung bereit.

Bevor verkauft werden konnte, musste investiert werden. Eine Abfüllung, die Website, Versicherung und auch die Gewerbeanmeldung waren notwendig, um nur einige Schritte zu nennen. Auf der Alkoholflasche müssen auch einige Hinweise auf dem Etikett berücksichtigt werden und nicht zuletzt musste ein passendes Design her. Am Ende zieren die Flasche jetzt die Umrisse von Schloss Neuschwanstein, unmittelbar vor der Silhouette des Säulings - übrigens eben genau der Berg, den Zitt von der heimatlichen Terrasse in Blonhofen aus sieht. Schließlich sei der Drink auch optimal als Gipfelschnaps geeignet. Auch bei der Verpackung selbst ist alles bis ins Detail hinein geplant: Wer den Allgäu Drink über die gleichnamige Homepage bestellt, bekommt die Flasche in duftendem Heu verpackt geliefert. Besonders stolz ist Zitt auch, dass seine Flasche jetzt sogar schon im Stöttwanger Edeka zu finden ist. Für die Zukunft will er dann noch einen Schritt weiter gehen: Am besten sollen Touristen den Gin Cocktail als Souvenir erstehen können.

Und am Ende bekommt das Getränk vielleicht auch manch prominenter Gast zu Gesicht. Denn Zitt hat in München schon einige bemerkenswerte Persönlichkeiten bedienen dürfen. Letztendlich gilt aber für alle seine Gäste: „Ich bin zufrieden, wenn ein Gast sagt, der Drink schmeckt mega, ich komme wieder zu dir“, erklärt Zitt. Das sei das Schönste am Barkeeper-Dasein. Durch die Kurse und seine Arbeit habe er gelernt, die Arbeit eines Winzers genauso wie die Getränke selbst wertzuschätzen. 200 bis 300 Rezepturen hat Zitt im Kopf. Auf die Frage nach dem Sommerdrink des Jahres fällt ihm zunächst der London Leaves, ein Cocktail mit Gin, Zitronensaft, Zucker, Apfelsaft und Gurke ein. „Und natürlich nicht zu vergessen der Allgäu Drink“, fügt er hinzu und grinst.

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