Ernüchterung nach Spitzengespräch

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Der Kaufbeurer Bahnhof wird wohl auf längere Sicht nicht barrierefrei ausgebaut.

Kaufbeuren – Mit Enttäuschung und Unverständnis reagiert der Kaufbeurer Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl (FW)auf das Ergebnis des Spitzengesprächs der bayerischen Staatsregierung mit der Deutschen Bahn zu Bahnthemen. Dabei ging es unter anderem um den barrierefreien Ausbau von Bahnhöfen. Obwohl der Abgeordnete Anfang 2014 eine Petition an den bayerischen Landtag gerichtet hat, die mehr als 3000 Bürger unterzeichneten, ist Kaufbeuren im Bayernpaket II für die Jahre 2019 bis 2021 wieder nicht mit dabei.

„Die Staatsregierung verspricht, dass bis 2021 82 Prozent aller Reisenden in Bayern barrierefrei ein- und aussteigen können. Die Menschen, die von und nach Kaufbeuren fahren, gehören aber offensichtlich zu den 18 Prozent, die nicht berücksichtigt werden sollen. Das ist nicht hinnehmbar! Ich habe daher Staatsminister Joachim Herrmann in einem Brief aufgefordert, diese Entscheidung nochmals zu überdenken“, erläutert der Kaufbeu­rer Abgeordnete.

Pohl erinnert an die erfolgreiche Petition von mehr als 3000 Menschen aus Kaufbeuren und Umgebung, die er Anfang 2014 initiiert hat. „Der bayerische Landtag hat sich einstimmig hinter unsere Petition gestellt und den barrierefreien Ausbau des Kaufbeurer Bahnhofs befürwortet. Darüber kann die Staatsregierung nicht ohne weiteres hinweggehen. Das Petitionsrecht ist ja gerade dazu da, dass der Landtag Wünsche und Anliegen von Bürgern bewertet und der Staatsregierung sein Votum mitteilt. Das Ministerium sollte dem Parlament so viel Respekt entgegen bringen, dass es das berechtigte Anliegen auch umsetzt, sobald dies möglich ist“, so Pohl weiter.

Kaufbeuren gehöre mit fast 5000 Ein- und Ausstiegen täglich zu den großen Bahnhöfen im Freistaat. Kaufbeuren selbst sei als drittgrößte Stadt in Bayern südlich von München und als Bestandteil der Tourismusregion Allgäu auch maßgeblich auf eine gute Verkehrsanbindung per Bahn angewiesen. Dazu gehöre es natürlich auch, dass die Bahn von allen Altersgruppen gleichermaßen komfortabel genutzt werden kann. 

„Ich freue mich für Jeden der einen barrierefreien Bahnhof bekommt, insbesondere natürlich für Kempten. Unter den zwölf Städten, die nun im Bayernpaket II enthalten sind, sind aber außer Fürth und Kempten nur Kommunen berücksichtigt, die kleiner sind als Kaufbeuren und zum Teil auch deutlich weniger Fahrgäste haben. Nachdem Kaufbeuren im Planungszeitraum 2013 bis 2018 erst in letzter Sekunde zu Gunsten von Straubing herausgefallen ist, müssen wir nun wenigstens im nächsten Planungszeitraum mit erster Priorität Berücksichtigung finden. Ich habe Staatsminister Herrmann gebeten, seine Planungen nochmals zu überdenken. In einem persönlichen Gespräch will ich ihm Anfang nächsten Jahres die Dringlichkeit und Notwendigkeit eines raschen barrierefreien Ausbaus des Kaufbeurer Bahnhofs nochmals ans Herz legen“, so Pohl.

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