Kreisausschuss berät über Fortschreibung des Nahverkehrsplans

Barrieren bei Bus und Bahn

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Eine schattige Bushaltestelle irgendwo im Ostallgäu. Für behinderte Menschen ist es nach wie vor quasi unmöglich, dorthin mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu gelangen. Das geht aus einer Einschätzung der Behindertenbeauftragen Waltraud Joa hervor.

Marktoberdorf/Ostallgäu – Viel zu wenig sei in den letzten Jahren geschehen, damit behinderte Menschen im Landkreis barrierefrei Bus und Bahn fahren könnten, beurteilte Waltraud Joa, Behindertenbeauftragte des Ostallgäus, vor dem Kreisausschuss den Zustand des Nahverkehrs.

Es gebe keine Kennzeichnung behindertengerechter Haltestellen oder Buslinien, Fahrpläne oder Fahrgastinfos seien nicht auf die Bedürfnisse sehgeschwächter Menschen abgestimmt, Niedrigflurbusse noch lange nicht die Regel. „Welcher Bus fährt wirklich barrierefrei von Marktoberdorf nach Füssen?“ fragte die Kreisrätin in die ratlose Runde. Aus diesem Grund beantragte sie gemeinsam mit Grünen-Kreisrat Hubert Endhardt, die Fortschreibung des Nahverkehrsplans noch in diesem Jahr zu beginnen und darin die aktuelle Entwicklung in Sachen Inklusion (die unbedingte Teilhabe behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben) in den Vordergrund zu rücken. 

Der derzeit gültige Nahverkehrsplan stammt aus dem Jahr 2008, für Endhardt und Joa ist er daher dringend überarbeitungswürdig. Dem widersprach Christian Lenz, im Landratsamt zuständig für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Joa habe in der Sache zwar recht, der Nahverkehrsplan sei aber nicht das geeignete Instrument, konkrete Maßnahmen zur Barrierefreiheit vorzuschreiben. 

Landrätin Maria Rita Zinnecker verwies in diesem Zusam- menhang mehrfach auf den Aktionsplan Inklusion, der im Herbst vorgestellt würde. Im Nahverkersplan regelt der Landkreis als Aufgabenträger die öffentlichen Verkehrsströme, nimmt Einfluss auf Linienführung, Tarife und Fahr- pläne. Lenz sicherte der Behindertenbeauftragten daher zu, sich für eine Kennzeichnung barrierefreier Bus- und Bahnhalte sowie Verkehrslinien einzusetzen. Eine Fortschreibung des Nahverkehrsplans empfahl die Kreisverwaltung jedoch erst ab dem Jahr 2018. Dann seien auch die Auswirkungen verschiedener Projekte des Öffentlichen Personennahverkehr- absehbar, die bis 2020 geplant sind. 

Als Beispiel nannte Lenz die vier neuen barrierefreie Bahnhalte im Ostallgäu, darunter einen in Marktoberdorf. Die Mitglieder des Kreisausschuss folgten mehrheitlich dem Vorschlag des Landratsamts. von Angelika Hirschberg

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