Basisdemokratie vom Feinsten

Die Wahlhelfer hatten am Sonntag in Buchloe alle Hände voll zu tun.

Die Buchloer Bürger haben sich am Sonntag deutlich gegen die geplante Wasseraufbereitungsanlage ausgesprochen. Laut dem vorläufigen Ergebnis des Bürgerentscheids (Endergebnis lag bis Redaktionsschluss nicht vor) zur Errichtung einer zentralen Wasserenthärtungsanlage (WEA) haben sich rund 72 Prozent (3.474 Stimmen) dagegen entschieden. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 52 Prozent.

Bürgermeister Josef Schweinberger nahm das Ergebnis am Montag gefasst auf: „Ich bin hier absolut neutral. Ich sehe es als meine Aufgabe, lediglich den Bürgerwillen durchzusetzen und bin absolut begeistert vom Verlauf dieser Abstimmung“. Der Rathauschef freute sich vor allem über die tolle Wahlbeteiligung von rund 52 Prozent: „Das ist Basisdemokratie vom Feinsten. Jetzt wissen wir, was wir zu tun haben, nämlich nichts!“ Das jetzige Ergebnis gilt laut Schweinberger wie ein Stadtratbeschluss und ist für ein Jahr verbindlich. Ängste geweckt Die ablehnender Haltung der Buchloer Bürger erklärt sich der Rathauschef wie folgt: „2010 war noch die Mehrheit der Buchloer für eine solche Anlage – nach damaligem Erkenntnisstand, wohlgemerkt. Auch als wir, nachdem sich der Stadtrat selbst umfassend über die Thematik informiert hatte, alle Buchloer Wasserkunden brieflich befragt haben, gab es bei einer Rücklaufquote von 45 Prozent eine Zustimmung von 86 Prozent für die WEA“. In der jüngeren Zeit hätten sich dann, laut Schweinberger, die Gegenstimmen von örtlichen Unternehmen und aus der Landwirtschaft gehäuft, und es wurde bei vielen die Angst geweckt: „Moment mal, wir verändern ja unser Wasser!“ „Mit den Ängsten der Bevölkerung muss immer sehr vorsichtig umgegangen werden“, fasst er die Erkenntnis aus dem Entscheid zusammen.

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