Büro Aldinger & Fischer reicht Bauantrag für Fachmarktzentrum ein

Hype lässt Investor kalt

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Dem Berliner Investor ist die Lust am Projekt Fachmarktzentrum noch nicht vergangen.

Kaufbeuren – Sprichwörtlich in letzter Minute vor Ablauf der Frist flatterte am Mittwochmittag der seit langem erwartete Bauantrag für das geplante Fachmarktzentrum im Forettle im Rathaus ein. Das teilte Peter Igel von der städtischen Wirtschaftsförderung am Mittwoch mit. Jetzt muss das Werk im Kaufbeurer Baureferat geprüft werden.

Wie mehrfach berichtet, wurde der Bauantrag des Berliner Investors Aldinger schon lange im Rathaus, aber auch von den Stadtrats-Fraktionen erwartet. Nicht ohne Grund, ist das Vorhaben doch umstritten. Um so mehr steht jetzt die Frage im Raum, ob das Projekt den Vorgaben des Bebauungsplanes und Durchführungsvertrags entspricht. Wie berichtet, konnte der Berliner Investor bislang keinen Anbieter für einen zuvor in Aussicht gestellten Elektronikfachmarkt gewinnen. 

Statt dessen soll jetzt ein Sportfachmarkt das Angebot im geplanten Fachmarktzentrum ergänzen. Doch gerade hier setzt die Kritik vor allem der Grünen und Freien Wähler im Stadtrat an. Aus ihrer Sicht bringe solch ein Sportmarkt keinen Mehrwert für die Stadt, sondern nur eine Umverteilung bereits bestehender Angebote. Laut Stadtplaner Manfred Pfefferle sei der abgegebene Bauantrag „noch nicht ganz vollständig“. So fehlten unter anderem Schallschutzgutachten, Statikberechnungen oder Angaben zur Entwässerung und Naturschutz. Dies müsse nachgereicht werden, dies wurde auch so mit dem Investor kommuniziert. Ungeachtet dessen könne man in die Prüfung einsteigen. Laut Pfefferle wird der Bauantrag jedoch erst im September oder Oktober im Bauausschuss behandelt. 

Der Investor kann den Hype um den Bauantrag nicht verstehen. „Dieser birgt keine Überraschung“, so Projektleiter Dr. Jochen Ehlers vom Berliner Investor Aldinger & Fischer auf Anfrage unserer Zeitung. Alles sei in der gesamten Planungsphase immer in enger Abstimmung mit der Stadt passiert. Er sehe in dem Bauantrag auch keinen Meilenstein, „wie von der Politik konstruiert“. In dem Antrag stehe laut Ehlers „nichts Neues“, alles sei bereits bekannt. So auch die Option, mit einem Sportmarkt statt Elektronikmarkt zu planen, wenn gleich sich diese nicht im Bauantrag widerspiegelt. Hier seien die dafür vorgesehenen Flächen im Obergeschoss weiter allgemeingültig als „Handel“ ausgewiesen. 

Ehlers geht fest davon aus, dass der Bauantrag dem Durchführungsvertrag und dem Bebauungsplan entspricht. Das würde bedeuten, dass der Stadtrat nicht noch einmal über das Projekt an sich abstimmen müsste. Darüber hinaus fürchte Ehlers weder die noch ausstehende Normenkontrollklage noch Einsprüche seitens der Politik: „Uns ist Lust an dem Projekt nicht vergangen“, so der Projektleiter abschließend. von Kai Lorenz

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