Bauern wollen auf Abstand bleiben

Der Einspruch der Besitzerin wurde nicht gehört. Die Obstwiese muss Obstwiese bleiben. Im Hintergrund ein Ausschnitt aus dem geplanten Baugebiet. Foto: Bauer

Einen gewissen Abstand zu landwirtschaftlichen Betrieben sollen zukünftige Baugebiete schon haben. So lauten die Einwände einiger Landwirte, im Rahmen der Stellungnahmen zum Entwurf des neu aufgestellten Flächennutzungsplanes der Marktgemeinde Obergünzburg. Die Einwände wurden in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates behandelt.

So fürchten Landwirte aus Willofs und Ebersbach, dass es wegen unvermeidlicher Emissionen aus ihren Betrieben zu Spannungen zwischen Bauern und künftigen Hausbesitzern kommen könnte. Diese Sorge bestünde aus Sicht der betroffenen Landwirte selbst dann, wenn im unmittelbaren Grenzbereich so genannte Mischgebiete ausgeplant würden. Den Bedenken konnten sich auch einige Markträte anschließen. So forderte zum Beispiel Leonhard Keller (CSU) einen großzügigen Abstand und meinte, auf einen Bauplatz weniger komme es nicht an. Landschaftsarchitekt Thomas Puschmann vom Planungsbüro Hofmann und Diez hatte die Einwände geprüft und stellte den Markträten in seinen Abwägungsvorschlägen Alternativen vor, die den vorgebrachten Bedenken teilweise Rechnung trugen. Mit fünf Gegenstimmen für Willofs und einer Gegenstimme für Ebersbach wurden die Vorschläge gebilligt. Auch die Trassenführung der geplanten Umgehungsstraße wurde durch einen Landwirt bemängelt. Ein Zerschneiden seines Betriebes in zwei Teile wäre die Folge gewesen. Seine Bedenken konnte der Marktrat teilen und schloss sich einstimmig dem vorgelegten Abwägungsvorschlag an. Zum Gegenstand von Diskussionen im Marktrat wurde eine Obstwiese in Ebersbach. Ein in der Nähe neu geplantes Baugebiet hatte die Wiese nicht mit einbezogen. Obstwiesen seien von besonderer ökologischer Bedeutung, Obergünzburg habe deshalb ein besonderes Interesse an deren Erhalt, so die Meinung von Bürgermeister Lars Leveringhaus und der Mehrzahl der Markträte. Da konnte auch Ratsmitglied Max-Josef Schwarzer (FWG) mit seinem Argument, es werde der alte Flächennutzungsplan mit aller Gewalt für ein paar Apfelbäume durchgesetzt, nichts mehr ändern. Nach Vorbringen aller Einwände wurde der Vorentwurf des Flächennutzungsplanes mit den beschlossenen Änderungen einstimmig gebilligt. Es folgt nun die Anhörung der Träger öffentlicher Belange. Die Öffentlichkeit soll gegen Ende dieses Jahres nochmals Gelegenheit erhalten, Vorschläge zum Flächennutzungsplan einzureichen. Nach dem Beschluss zu Feststellung am 1. Februar muss schließlich das Landratsamt den Plan genehmigen. Nach seiner Billigung tritt der Flächennutzungsplan mit seiner Veröffentlichung in Kraft. kpb

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