Umfassender Bericht: 43 Mitarbeiter – Winterdienst intensiv

Wie der Bauhof Marktoberdorf aufgestellt ist

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Ein schneereicher Winter, der sich auch in Zahlen widerspiegelt: Heuer wurden 688.000 Euro für den Winterdienst aufgewendet, deutlich mehr als in den Jahren zuvor.

Marktoberdorf – Der Mann hatte was zu sagen – und vor allem viel: Umfassend informierte Betriebsleiter Thomas Follner die Stadträte darüber, wie der Marktoberdorfer Bauhof mit seinen 43 Mitarbeitern aufgestellt und welche Bandbreite an Aufgaben zu bewältigen ist. Rückblickend erwähnte er, dass der Winter 2018/2019 einen Aufwand von 688.000 Euro zur Folge hatte. Davon entfielen 114.000 Euro allein auf die Schneeabfuhr.

So mussten an neuralgischen Stellen zwischen Bertoldshofen und Geisenried 13.000 Kubikmeter Schnee abgefräst werden, damit der Verkehr auch an den Tagen im Januar, als es ununterbrochen schneite, nicht zum Erliegen kam. Besonders wichtig sei dies auf der stark frequentierten Bahnhofstraße in der Stadtmitte gewesen. Ohne ein Entfernen der weißen Pracht hätte der Verkehr dort nur noch einspurig fließen können, gab der Bauhofchef zu bedenken.

Im 95 Quadratkilometer großen Stadtgebiet „hat jeder Baum bei uns eine Nummer“, erklärte Follner. An einzelnen Bäumen seien es genau 3762 Stück. Und 211 befinden sich in Baumgruppen. An städtischen Grünflächen seien 320.000 Quadratmeter zu betreuen. Das entspräche der Größe von 45 Fußballfeldern. Unterstützung käme von der Gartengruppe der Wertachtal-Werkstätten, vom Maschinenring und von Baumpflegefirmen.

In den letzten Jahren, so fuhr der Leiter des städtischen Bauhofs fort, seien 108 gefällte Bäume ersetzt worden. 74 weitere Stück seien im Jahr 2018 dazu gekommen. Wichtig seien ihm Bäume in der Innenstadt mit dem vielen Pflaster und Asphalt, um der „aufgeheizten Stimmung“ zu begegnen.

„Gratwanderung“

Freilich seien das Pflanzen und Pflegen oft eine „Gratwanderung“ zwischen Optik, Ökologie und Aufwand. Ein Beispiel dafür sei das Pflanzen von Wildstauden am Modeon. Ein anderes Problem sei der Steinschlag beim Einsatz von Rasenmähern auf Verkehrsinseln. Betreut werden 59 Pflanztröge und 29 Spielplätze (inklusive derjenigen an Schulen). 122 Abfallbehälter seien ebenso zu leeren wie 28 Hundekotbehälter. Zudem müsse an 21 Wertstoffinseln nach dem Rechten gesehen werden.

Follner erwähnte in seinem zweistündigen Vortrag im Stadtrat auch die 261 Ruhebänke im Stadtgebiet und die 45 Fahrradständer. Kontrollieren müsse der Bauhof auch 154 Durchlässe und knapp 500 Hydranten – genauso wie das 233 Kilometer lange Netz der Trinkwasserleitungen. Der Bauhofleiter, der seit 2009 diese Aufgabe versieht, verwies auch darauf, dass die Behelfsbrücke des THW zwischen Bertoldshofen und Rieder, die sogenannte Hasenbrücke, einmal wöchentlich zu kontrollieren sei. Ein Augenmerk habe man darauf, Risse an Straßen zu kitten; so könne man Schlaglöchern vorbeugen.

Der Bauhof ist in mehrere Bereiche gegliedert. Zum einen sind das die Mitarbeiter für Grünanlagen und Friedhöfe (zehn Beschäftigte). Genauso viele sind es im Hochbau und für Stadtentwässerung mit Tiefbau. Im Bereich Elektro- und Gebäudetechnik sind es sieben Mitarbeiter, in der Werkstatt arbeiten zwei Männer. Der Bauhofleiter hat im Sekretariat drei Frauen, die zusammen eine Vollzeitstelle ausfüllen.

„Elementar“

Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell bezeichnete die Leistungen des Bauhofs als „elementaren Teil“ der städtischen Aufgaben. Nach Follners umfassendem Bericht kommentierte der Rathauschef: „Da wird gute Arbeit geleistet.“

Dr. Andrea Weinhart (Freie Wähler) gefiel besonders, dass beim Bauhof auf aktuelle Veränderungen reagiert werde. Das betreffe Stichwörter wie die Artenvielfalt. Georg Martin (Grüne) befand zur Arbeit des Bauhofs: „Viel Pflicht, einige Kür.“ Der Winterdienst sei vorbildlich, ihm persönlich „fast zu gut“, ergänzte Martin. Die „gute Erreichbarkeit“, aber auch die „schnelle Umsetzung“ hob Stefan Elmer (SPD) hervor.

Eduard Gapp (CSU) anerkannte „nach 303 Folien“ im umfassenden Tätigkeitsbericht nicht nur den Einsatz des städtischen Bauhofs. Er dankte auch dafür, dass „Einspar-Überlegungen“ angestellt werden. Stadtrat Gapp hatte bei den Haushaltsberatungen Anfang April gesagt, dass man im Zuge einer Konsolidierung auch darüber nachdenken müsse, Teile des städtischen Bauhofs zu verschlanken.

jj

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