Eine neue Ära für das Holz

Bauminister Dr. Hans Reichhart trifft sich mit Holzforum Allgäu in Marktoberdorf

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Bayerns Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Dr. Hans Reichhart (stehend), erklärt die Holzbauoffensive.

Marktoberdorf – Vergangene Woche traf sich der bayerische Bauminister Dr. Hans Reichhart mit Vertretern des Wertschöpfungskette Forst-Holz im Modeon in Marktoberdorf, um über die Chancen und Zukunft des Holzbaus zu diskutieren.

Dem Baustoff Holz prophezeite Reichhart gleich eingangs eine erfolgreiche Zukunft. Seiner Einschätzung nach werden Holzhäuser in zehn Jahren über 40 Prozent bei Neubauten ausmachen und so ganz wesentlich bei der Erreichung der Klimaschutzziele helfen.

Dass die „CO2-Vermeidung und CO2-Speicherung bei Substitution mineralischer Baustoffe durch Bauprodukte aus Holz, sowie die Reduzierung des CO2-Verbauchs durch Bindung im Baustoff Holz“ ein wichtiges Ziel der Staatsregierung sei, formulierte diese bereits im November im Rahmen ihrer Klimaschutzoffensive. Dieser Schritt war konsequent, schließlich ist weitläufig bekannt, dass Zement und somit auch Beton bei der Herstellung riesige Mengen an CO2 produzieren. Hugo Wirthensohn, 1. Vorstand vom Holzforum, betonte, dass nur der verstärkte, effiziente Einsatz von Holz die gigantischen fossilen CO2-Emissionen im Bauwesen senken könne. Seiner Meinung nach wurde bisher in den diversen Debatten viel zu wenig auf die immense Kraft des Holzes in diesem Bereich hingewiesen, weshalb er und seine Kollegen auch gerne von der vergessenen CO2-Einsparung sprechen.

Ein gewaltiger Schritt nach vorn

Der Minister reagierte im Gespräch entschlossen und betonte, dass die Regierung alles dafür tue, um Holz, das gegenüber anderen Baustoffen bisher benachteiligt gewesen sei, verstärkt auf die Agenda zu holen und rechtlichen Unterschieden den Garaus zu machen. Wenn alles gut läuft, tritt noch in der ersten Jahreshälfte 2020 die neue bayerische Bauordnung in Kraft, die dann nicht mehr vorgibt, dass Holzbauten ab Gebäudeklasse 4 Sondergenehmigungen benötigen. Künftig sollen Gebäude aus Holz bis zur Hochhausgrenze von ungefähr 20 Metern gegenüber ihren Wettbewerbern aus Ziegeln, Beton und Stahl nicht mehr benachteiligt werden. Für das Holz und die gesamte Allgäuer Region sei dies ein gewaltiger Schritt nach vorne.

Regionalität und Holz, das gehöre zusammen. Der gute Ruf des Holzes hänge auch von der regionalen Wertschöpfung ab, brachte Reichhart passend zum Ausdruck. Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell, der wie Landrätin Maria Rita Zinnecker und Landtagsabgeordnete Angelika Schorer am Treffen teilnahm, sah dies genauso. Regionalität habe für ihn nicht nur mit Nahrungsmitteln und anderen weitläufig diskutierten Themen zu tun. Es müsse logisch sein auch mehr über den Baustoff Holz zu sprechen, meinte er deshalb.

Werbung für Holz machen

Eine einseitige Bevorzugung des Holzes, für die Teilnehmer des Treffens mit der Klimaschutzoffensive und bewiesenen Wirkung des natürlichen Baustoffs argumentierten, lehnte Reichhart für künftige Regierungsinitiativen ab. Er sieht die Gleichberechtigung der Baustoffe in Kombination mit der kommenden CO2-Bepreisung schon als große Chance für den Holzbau. Er sprach dabei von einem natürlichen Wettbewerbsvorteil und dass der Markt sich schon selber richtig regeln werde. Wichtig sei seiner Meinung nach darüber hinaus jedoch, dass die Branche sich selbst sich immer weiter vernetze und Werbung für Holz mache. Er unterstütze daher das Engagement des Holzforum und seiner Mitglieder.

kb

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