Zwei Linden finden ihren Platz

Baumpflanzung zum Gründungsjubiläum der Forstbetriebsgemeinschaften Ostallgäu in Marktoberdorf

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Marktoberdorf/Landkreis – 50 Jahre Forstbetriebsgemeinschaften Ostallgäu (FBG) – Das ist ein großes Jubiläum. Aufgrund der aktuellen Situation war das Feiern aber nicht möglich. So wurden die zwei Linden coronabedingt unter Ausschluss der Öffentlichkeit gepflanzt.

Am vergangenen Dienstag sollte die Pflanzung der beiden Jubiläumsbäume vor der Mittelschule in Marktoberdorf jedoch nachträglich gewürdigt werden.

Im kleinen Rahmen und ganz ohne Musik und Gesang trafen sich die Vorsitzenden der FBG Füssen, Halblechtal, Marktoberdof und Kaufbeuren mit Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell und Robert Hiedl von der Stadtgärtnerei, Harald Husel und Stephan Kleiner vom Grünen Zentrum Kaufbeuren sowie Karl Hassler von der Baumschule Schlegel. Symbolisch stellten sie die Aktion zum Jubiläum der FBG nach. Die Baumschule Schlegel schenkte die beiden Linden für die Aktion. 

Baumschule Schlegel spendet die Bäume

„Die Firma Schlegel hat das gerne gemacht. Vor allem im Namen von Joachim Reis darf ich das sagen. Er ist mittlerweile im Ruhestand,“ sagte Hassler, ihn vertretend. Bürgermeister Hell bedauerte, dass der Coronakrise wegen, auch die Feier der Forstbetriebsgemeinschaften ausfallen musste. „Die Bäume aber stehen als Symbol des Lebens schlechthin.“ Nicht nur für die großzügige Spende der Firma, auch für die enge und gute Zusammenarbeit zwischen der Baumschule Schlegel und den Forstverwaltungen sprach der erste Bürgermeister seinen Dank aus.

Die Zusammenarbeit sei eine feine Sache, sagte Stephan Kleiner. Und sie habe wieder zu einem schönen Ergebnis zum Motto „Wir bringen den Wald in die Stadt“ geführt. Auch, gab Kleiner zu bedenken, da der Wald durch die Pandemie um so aktueller und bedeutender für viele Menschen wurde. Knapp 4000 Bäume gehören der Stadt Marktoberdorf im Stadtgebiet, berichtete Stadtgärtner Hiedl. Die berühmte Lindenallee allein habe 570 Linden, die ältesten sind 1770 gepflanzt worden. 

Tanz unter der Dorflinde

„Die Linde ist Sagenumwoben. Und sie nützt allen, den Menschen, den Tieren und den Insekten“, sagte Dr. Hell und FBG Halblechtal Vorsitzender Winfried Schwarz erinnerte daran, dass es früher „die Dorflinden“ gab, „unter denen viel getanzt wurde“. Das Interesse am Wald wachse, nur leider nicht das Wissen, sagte Gabi Schmölz, erste Vorsitzende der FBG Füssen. Daran gelte es, auch mit derartigen Aktionen und Kooperationen, Wissen zu vermitteln.

Die Linde, erklärte Kleiner, ist ein typischer Baum für den Innenstadtbereich. Revierförster und Berater der FBG Harald Husel bestätigte: „Die Linde ist ein Edellaubbaum und mag gute Böden. Sie hat eine hohe Lebenserwartung und ist hier in der Region die Baumart, die zuletzt blüht. In Innenstädten wird sie gerne gepflanzt.“ Die Pflege übernehme die Stadt, die mit den Forstbetrieben in vielen Kooperationen gut zusammen arbeite. Hell bestätigte den Pflegeauftrag. Die Stadtgärtnerei und im Fall der Fälle auch der Hausmeister der Schule, übernehmen diese Aufgabe.

Die Forstbetriebsgemeinschaft

Die vier im Landkreis Ostallgäu ansässigen Forstbetriebsgemeinschaften Füssen, Kaufbeuren und Marktoberdorf wurden zum Jahresende 1969 gegründet, die Forstbetriebsgemeinschaft Halblechtal im Jahr 2005. Heuer sollte das Gründungsjubiläum groß gefeiert werden. Die FBG vertritt mittlerweile rund 5.000 Waldbesitzer mit circa 30.000 Hektar Wald. Durch die Krise muss das Fest nun bis ins Jahr 2022 verschoben werden. Viele Planungen hängen daran, sagte Schwarz, deshalb arbeite die FBG auf einen so späten Termin hin, um sich damit dann auf „sicherem Terrain“ zu befinden.

Selma Höfer

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